Rheinburgenweg – Ettape 8 – Rhens bis Bad Salzig

Ich gehe gerne wandern. Und da das letzte Mal wandern schon so lange her war musste ich letzten Donnerstag wieder raus.
Diesmal ging es auch nicht ganz so weit weg. Ich blieb in Deutschland.
Geplant waren 2 Etappen des RheinBurgenWegs, gemacht habe ich letztendlich eine, da mich eine Erkältung erwischte und ich mich die letzten km der ersten Etappe nur noch mehr oder weniger zum Ziel geschleppt habe.


Der Rheinburgenweg

Ihr kennt vielleicht den Rheinsteig, aber kennt ihr auch den Rheinburgenweg?
Auch dieser ist ein Fernwanderweg, einfach nur auf der linken Rheinseite gelegen – genau gegenüber vom Rheinsteig.
Burgen gibt es den ganzen Rhein entlang und so auch hier. Gut 20 Schlösser, Burgen und Festungen lassen sich auf den 196km entdecken. Dazu kommen die grandiosen Ausblicke auf die rechte Rheinseite mit ihren Burgen und Schlössern.
Der Weg führ durch das UNESCO-Weltkulturerbe Oberes-Mittelrheintal.
Die Wege variieren. Einige sind gut ausgebaut, breite Waldwege oder geteerte Straßen durch die kleinen Ortschaften. Häufig gibt es hier jedoch auch schmale Pfade durch den Wald und einige Strecken kann man durch einen Klettersteig ersetzen.
Meistens wird der Weg in 13 Etappen erwandert. Es gibt allerhand Einkehrmöglichkeiten unterwegs.
Auch für Übernachtungen ist gesorgt. In fast jedem Ort gibt es Hotels, Gästehäuser und sogar Campingplätze sind vorhanden.
Im Jahr 2010 wurde der Weg überarbeitet und entspricht seitdem den Kriterien des „Qualitätswegs Wanderbares Deutschland“. Einige ursprüngliche Wege wurde aus diesem Grund verlegt.
Trotzdem braucht sich niemand Sorgen zu machen. Die Wege sind sehr gut ausgeschildert mit dem roten R und der Burg oben links in der Ecke.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Zugangswege sind gelb makiert.
Auf mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Rheinburgenweg gut ausgestattet. In jedem größeren Dorf gibt es einen Bahnhof, die Züge fahren jede Stunde in jede Richtung.

 

Etappe 8 – Rhens bis Bad Salzig

↑523hm ↓533hm 20,4km (offizielle Angaben im Internet variieren, 20,4km laut meinem GPS mit sämtlichen Abzweigungen & Besichtigung Boppards)

Quelle rheinburgenweg.com

 

 

 

 

 

 

 

© Quelle Foto: Rheinburgenweg.com

Alleine die Anfahrt wäre schon wieder ein eigenes Kapitel wert – aber das ist sie immer über den Westerwald.
Einmal wollte ich nicht so fahren wie ich es kenne, sondern meinem Navi folgen. Ein Fehler, denn ich fuhr von einer Baustelle in die nächste, fuhr von einer Umleitung in die nächste, einer Straßensperre in die nächste. Aber nach über 2 Stunden und 120km, statt 1,20 Stunde und 64km kam ich endlich in Rhens an.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Dort war es sehr einfach einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Die gibt es hier zu Hauf und sie sind sehr gut ausgeschildert. Allerdings müsst ihr in der Hauptsaison früh dort sein, denn sonst könnten doch auch alle belegt sein.
Der Einstieg war schnell gefunden dank meinem Rother Reiseführer.
Von hier an ging es erst einmal bergauf auf den Jakobsberg.
Die Wege waren hier gut ausgebaut und einfach zu laufen. Am Waldesrand gab es immer wieder Bromberen. Die meisten schon reif und pflückbereit.
Immer eine Hand voll Beeren stiefelte ich weiter und genoss den wunderschönen Wald mit bester Aussicht.
Am meisten freute ich mich auf den Vierseenblick, welcher den Rhein so aussehen lässt als wäre er kein Fluss, sondern 4 Seen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Dort war auch nicht viel Betrieb und ich konnte die Aussicht aus erster Reihe genießen.
Weiter ging es zum Gedoenseck, teilweise über die ausgebauten Wege, teilweise über den kleinen Nebenpfad. Auch hier war die Aussicht grandios runter auf Boppart.
Wenn ihr wollt, könnt ihr hier die Seilbahn nehmen – oder euer Gefährt die Seilbahn nehmen lassen
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Oder ihr steigt hinab. Der Weg ist steil, bei Regen rutschig und man sollte sehr trittsicher sein.
Hier gibt es jedoch auch einige Bänke die zur Pause einladen.
Leider fing es mir hier an schlecht zu gehen. Typisches Unwohlfühlen vor einer richtigen Erkältung.
In Boppart angekommen setze ich mich erstmal an den Rhein und überlegte, was ich machen sollte. Ich wollte doch zwei Tage wandern und fühlte mich aber so schwach.
Zuerst erkundschaftete ich die wunderbare Altstadt die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Nach einer Cola für den Kreislauf und einer Nussecke für die Nerven entschloss ich mich, zumindest noch die Etappe bis zum Ende zu laufen bis nach Bad Salzig.
Der Weg führte zuerst entlang eines kleines Flusses und Sumpfgebietes bevor es steil in Serpentinen nach oben ging.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Hier befand man sich auf einem schönen, kleineren, Waldweg. Rechts vom Weg immer wieder Wiesen, Weiden und Obstbäume, während links der Wald steil abfiehl und man immer wieder wunderschöne Blicke auf den Rhein erhaschen konnte oder einfach auch mal mitten in der Natur war.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Wo es rauf geht, geht es normalerweise auch immer wieder runter und somit landete ich irgendwann am Nachmittag in Bad Salzig.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Stadt war wie ausgestorben. Kaum eine Menschenseele, kein Licht. Nun war meine Entscheidung eindeutig. Hier würde ich mir keine Unterkunft suchen, sondern mit dem Zug zurück zu meinem Auto fahren und die Heimreise antreten. Manchmal muss man auch an seine Gesundheit denken und nicht immer auf den Dickkopf, der weiter wandern will, hören.

Werbeanzeigen

Erklimmt die beiden Vulkane!

Weiter geht es mit unserem 3-Tages-Trekking. Auch dieses zusammengefasst in einem Beitrag.
Und bevor ihr runter scrollt solltet ihr wissen, dass ganz andere Fotos kommen werden als in den letzten Beiträgen, denn die Insel hat tausend Gesichter. Jedes einzelne anders.

1. Tag von Cilaos bis Caverne Dufour

↑1120hm ↓35hm 7,78km

In Cilaos konnten wir erst einmal einigermaßen ausschlafen und nochmal ein üppiges Frühstücksbuffett genießen.
Dann liefen wir eine wirklich weite Strecke – bis zur Bushaltestelle.
Dort die erste Hürde: Der Bus war schon voll. Unsere Reiseleiterin klärte das und ein paar Minuten später kam ein neuer Bus daher gefahren.
Unser Ausgangspunkt war La Bloc. Von dort starten die meisten die Ersteigung des Piton de Neiges und kommen auch wieder hierher zurück. Für uns sollte es jedoch nur der Ausgangspunkt sein.
Der Weg führte sehr steil bergauf und wir machten sehr schnell sehr viele Höhenmeter. Darüber waren alle sehr überrascht, aber es ging wirklich schnell.
Zwischendurch machten wir etwas abseits des Weges eine kleine Mittagspause bevor wir den restlichen Aufstieg auf den Pass begannen.
Kaum waren wir oben zogen die Wolken zu, wie es der Wetterbericht auch schon vorhergesagt hatte.
Die Hütte konnten wir schon nicht weit vom Kamm entfehrnt erahnen und wir bekamen sogar nochmal einen Nebel-Umrundeten Blick zurück auf Cilaos.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Hütte war voll – sehr voll. Viele möchten den höchsten Punkt La Réunions erklimmen und somit teilten wir uns mit vielen anderen die Nächtigungsmöglichkeit.
Vor dem Essen gab es noch eine kleine Lesestunde von unserer Reiseleiterin. Der Bericht von Manuel Antrak „Hinterher“ wo er mal mit dem Postboten durch Mafate gelaufen ist. Wir haben viel gelacht da wir uns häufig in seinen Erzählungen wiedererkannten.
Zum Essen gab es wieder Cari und dazu starken Schnaps, der mir leider auf dieser Höhe schnell in den Kopf stieg und ich sofort ins Bett ging.

2. Tag On Top of Piton des Neiges und weiter bis Plaine des Cafres

↑863hm ↓1733hm 21,74km

Um 3:45Uhr klingelte der Wecker, denn um 4:15Uhr sollte es losgehen.
Draußen stürmte und regnete es in Strömen. Erfahrungsgemäß ist man am Gipfel jedoch über den Wolken und somit maschierten wir in voller Regenmontur durch die schwarze Nacht. Stetig bergauf durch Lavageröllfelder. Das Wetter war nass und kalt – doch plötzlich tat sich der Himmel über uns auf. Hunderte und Tausende von Sternen und wir darunter. Wir hatten es über die Wolkendecke geschafft.
Und schon begann das Morgenrot.“Oh Nein“ dachten wir, wollten wir doch zum Sonnenaufgang oben sein. Wir waren schließlich in den Tropen und vermuteten, dass es unheimlich schnell gehen würde jetzt und sich der Hüttenwirt bestimmt mit der Zeit vertan hatte.
Überaschenderweise hielt die Röte aber an und an.
Einige hundert Meter vor dem Gipfel signalisierte unsere Reiseleiterin uns, dass wir, wenn wir möchten, vorlaufen können.
Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Zwei meiner Mitreisenden lieferten sich einen regelrechten Wettkampf wer als erstes oben ist, ich hetzte so schnell ich konnte hinterher.
Wir drei schafften es auch bis ganz zum Gipfel (3071m) rauf ca. 2 Minuten vor Sonnenaufgang.
Was für eine Stimmung! Einfach unbeschreiblich. Ein riesiges Wolkenmeer aus dem die Sonne auftaucht und den Berg in rotes Licht hüllt.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Wir standen oben und brüllten vor Freude, namen uns in den Arm und waren einfach nur überglücklich, dass wir es geschafft hatten.
Zum kleinen Nebengipfel liefen wir natürlich auch noch.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Es war kalt und windig und da wir so frohren stiegen wir recht bald wieder ab. Recht bald? Ich stellte fest, dass wir mit die letzten waren die hinabstiegen.
Nun konnten wir auch sehen, wie der Weg aussah, alles halb so wild. Im Dunkeln kommts einem immer heftiger vor.
Zurück an der Hütte frühstückten wir erstmal labbriges Toastbrot bevor wir weitergingen – denn heute sollten wir von 4:15Uhr bis 17:30Uhr unterwegs sein und das meiste davon auch noch bergab.
Schon wieder veränderte sich die Landschaft und wir hätten gut irgendwo in Skandinavien in einer Moorlandschaft sein können. Eine richtige Hochebene, Sümpfe, Matsch, Gebüsch, Flechten und Moose.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Dementsprechend war auch der Weg. Sehr rutschig, matschig und nach nicht langer Zeit sahen wir aus, als hätten wir uns im Dreck gesuhlt. Aber genauso muss man auch nach einer Wanderung aussehen.
Die Wanderung machten wir an einer schönen Wasserhöhle.

Kurz darauf unser nächster Anstieg, denn noch einmal mussten wir hoch hinaus, nur um auf der anderen Seite wieder hinunter zu steigen.
Wir hatten noch Glück. Unsere Reiseleiterin sagte, dass normalerweise es noch viel matschiger ist und es häufig regnet. Wir hatten Sonnenschein – mal wieder. So viel Glück wie wir muss man erstmal mit dem Wetter haben.
DSCN5781
Schon wieder veränderte sich die Natur und wir befanden uns landschaftlich in Östereich auf einer Alm. Kühe, Kuhweiden, im Hintergrund Berge.
DSCN5792
Ich kann einfach nicht aufhören erstaunt über die Vielfältigkeit der Insel zu sein.
Am Parkplatz an der Plaine des Cafres wartete auch schon unser Bus auf uns.
Der Busfahrer war wohl genervt und es folgte die furchtbarste Busfahrt meines Lebens. Er schlitterte um die Kurven rum und rummste durch die Schlaglöcher, dass es selbst mir zeitweise schlecht wurde.
Die Reise ging zu unserer Hütte am Piton de la Fournaise, der Volcano Hütte.
Außer zum kurzen Abendessen und ins Bett fallen war ich auch zu nichts mehr im Stande und schlief die Nacht so gut wie nie zuvor auf dieser Reise.

3. Tag Piton de la Fournaise bis L’ermitage les Bains

↑677hm ↓740m 14,46km

Nach einem guten Frühstück stiefelten wir los. Mal wieder im Regen und in Regenmontur.
Zuerst ging es die Calderawand hinauf. Nur ein kurzes Stück und wir waren oben und sahen: Nichts. Dichter Nebel, irgendwo vor uns musste der Vulkan sein.
DSCN5799
Nichtsdestotrotz entschieden wir uns weiter zu gehen.
Serpentinenartig ging es hinunter über viele Stufen bis wir auf dem Plateau standen.
Ab hier ging es ziemlich grade über Lavaplatten und Stricklava weiter in Richtung Vulkan.
Zwischendurch brach der Himmel immer mal wieder für 2-3 Minuten auf, nur um dann wieder in dichten Nebelschwaden zu verschwinden.
Wir machten einige Stops an denen uns unsere Reiseleiterin die Gesteinsarten und Formen erklärte. Sehr interessant.
Der Weg schlängelte sich nun entlang des Vulkans nach oben. Sehr gute Wegmakierungen machten ein Verfehlen des Weges fast unmöglich. Jeden Meter gibt es einen weißen Punkt, sehr gut zu sehen auf dem dunklen Vulkangestein.
Am Kraterrand angekommen dann die Enttäuschung. Aufgrund des Wetter war keine Sicht in einen der aktivsten Vulkane der Welt möglich.
Wir warteten noch 20min ab und konnten sogar einen sehr kurzen, noch Nebeldurchhangenen Blick hinein werfen.
Dann machten wir uns auf den selben Weg zurück.
Zur Hälfte wieder unten klarte der Himmel plötzlich komplett auf und wir hatten schönstes Sonnenwetter, als wäre nie etwas gewesen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Leider hatten wir keine Zeit mehr zurück zu gehen.
Somit genossen wir das Wetter etwas und stiegen weiter hinab bis zur Ebene. Nun konnte man auch Formica Leo sehen. Einen kleinen Nebenkrater, der auf dem Hinweg auch nur im Nebel lag.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Vom Meer aus stiegen schon wieder Wolken heran und wir wurden hibbelig.
Würden wir es noch schaffen die Calderawand hinauf und das wohl berühmteste Foto La Réunions zu schießen? Der Piton de la Fournaise im Hintergrund mit der Ebene und Formica Leo darin.
Unsere Reiseleiterin sagte wieder zu uns, dass wir gerne vorlaufen könnten, da es ja sowieso nur der eine Weg zurück sei.
Somit namen eine Mitreisende und ich die Beine in die Hand und stiefelten, ja rannten fast, los. Irgendwann auf der Calderawand hing sie mich ab und ich blieb immer wieder stehen um Fotos zu machen solange das Wetter schön war.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Aber oh wunder, die Wolken lösten sich auf und auch alle zurückgebliebenen konnten noch tolle Fotos machen.
Dafür hatte ich meinen Sport für diesen Tag getan. Puh!
Zurück an der Hütte packen wir unsere Sachen ein und stiegen in den Bus der uns in eine andere Welt bringen sollte: L’Ermitage les Bains an der Küste.
Und was für eine andere Welt das war! Auf einmal waren wir in einem Hotel in einem Touristenort am Strand.
Völlig unwirklich, nachdem man so lange in den Bergen verbracht hatte und nur relativ wenigen Menschen begegnet war.
Wir holten unser DoDo, setzen uns an den Strand und bestaunten den Sonnenuntergang.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Trekkingreisebericht ist hier leider zu Ende.
Ein Bericht von La Réunion wird noch folgen. Strandurlaub und der Rückflug, welcher an sich schon ein ganzes Buch wert wäre.
Lasst euch überraschen.

Die weiteren La Réunion Berichte findet ihr übrigens hier:
La Réunion? – Wo bist du gewesen?
Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 1
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 2 & Cilaos

Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 2 & Cilaos

5. Tag Grand Place Cayenne bis Roche Plate

↑1086hm ↓517hm 15,09km

Unser Weg führte zuerst teilweise bergauf und bergab und durch eine sehr bekannte Siedlung Ilet de Lataniers. Hier wohnt der Briefträger von Mafate. Ein Briefträger in einem Cirque ohne Autos? Natürlich zu Fuß.
Sein Name ist Ivrin Pausé und er ist einer der berühmtesten Briefträger der Welt. In seiner Amtszeit von 40 Jahren ist er ca. 250.000km gelaufen und hat damit 5.5x die Welt umrundet.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Danach ging es erstmal wieder bergauf bis zur Canalisation. Das ist nicht etwa die Kanalisation für Schmutzwasser, sehr wohl aber ein Wasserrohr von Mafate bis an die Küste zur Versorgung mit Frischwasser.
Wir liefen mit allen Frauen ein kleines Stück diesem Haupt-Fußweg aus dem Talkessel entlang, genoßen die Aussicht und schossen lustige Fotos, während die Männer auf die Rucksäcke aufpassten.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Der Weg entlang des Flusses führte durch sagenhafte Schluchten, ein paar Mal mussten wir ihn auch überqueren, aber die Szenerie war schon wieder total anders, wunderschön und ließ einen nicht darüber nachdenken, dass man noch einen langen Fußmarsch vor sich hatte.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Ein kleines Stück bergauf erreichten wir Ilet des Orangers wo wir unsere Mittagspause hielten und die Sonne genoßen vor dem letzten, großen Anstieg für diesen Tag.
Der Weg ging fortan nur noch bergauf in unzähligen Serpentinen.
Doch dieser Aufstieg lohnte sich in jedem Fall, denn die Aussicht vom Kamm war unbezahlbar. Damit hatte niemand gerechnet. Ein komplett anderer Blickwinkel, keine Bäume und somit freie Sicht. Unbeschreiblich.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Nach einer kurzen Snackpause ging es weiter entlang der Felswand bis wir ein kleines Waldstück erreichten, durch welches wir noch durch mussten bevor wir in Grand Place ankamen.
Da unsere Reiseleiterin den Schlüssel holen musste für unsere Zimmer gönnten wir uns schonmal unser DoDo, bevor wir zur Schlafhütte, Thiburce Juliette (1100m) liefen. Wieder 8-Bett-Zimmer und wir trafen sogar eine andere Wandergruppe wieder, die wir in der Roche Ecrite Hütte das letzte mal gesehen hatten.
Zum Abendessen mussten wir 15 Minuten bis zu Madame Thiburce Küche selber laufen mit Stirnlampen, da sie auf ihrer Veranda für uns servierte. Ein tolles Ambiente und die beste Sauce Rougail die ich während der ganzen Zeit hatte mit frischen Orangenschalen aus ihrem Garten.

6. Tag Grand Place bis Marla

↑1001hm ↓487hm 13,07km

Nach einem weiteren Frühstück bei Madame Thiburce machten wir uns auf den Weg.
Immer an einer steilen Felswand entlang auf der einen Seite und der Schlucht auf der anderen Seite.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Dabei ging es im Wechsel immer leicht bergauf oder bergab. Jedoch tendentiell erstmal bergab bis wir auf ein Plateau trafen. Hier befanden wir uns bei den „Les Troius Roches“. Ein flaches Felsplateau welches ein Loch in der Mitte hat mit einem tiefen Abgrund.
Es gibt jedes Jahr einige Wanderer, die zu nah an den Abgrund gehen um die Wasserfälle besser zu sehen und dann 60m in die Tiefe stürzen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Deswegen blieben wir auch in gebürtigem Abstand stehen und betrachteten diese Naturschönheit von weitem während wir unsere Mittagspause auf dem Felsplateau einnahmen.
Gestärkt ging es erstmal relativ flach weiter entlang des Flussbetts wo unsere Reiseleiterin uns eine kleine „Geologie-Stunde“ gab zu dem Vulkanischen Gestein welches hier zu finden war. Sehr interessant, wo ich mich ja eh so für Vulkane interessiere.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Der Weg stieg nach verlassen des Flusses wieder etwas an bevor wir uns vor einer Felswand wiederfanden, welche es noch zu bezwingen galt.
In Marla, der am höchsten gelegenen Siedlung von Mafate angekommen, überraschte eine ausgesprochene Kälte.
Wir kehrten zuerst an der Samoussa Bar des Campingplatzes ein um uns einen Snack zu gönnen und das unvermeindliche DoDo, bevor wir die letzten 10 Minuten zu unserer Hütte Fanélle César (1650m) gingen.
Hier war es wirklich kalt. Die 4rer-Zimmer glichen einem Gefrierfach und wenn ich das schon sage, wo ich normalerweise wirklich sehr kälte-resistent bin, dann heißt das schon was.
Der Essensraum dagegen war sehr warm.
Nachts beim schlafen war die Temperatur jedoch relativ angenehm.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

7. Tag von Marla nach Cilaos

↑937hm ↓1401hm 17,01km

Nach einem üppigem Frühstück mussten wir etwas warten und machten uns warm indem wir sangen und tanzten.
Schon ging es los, auf den Weg nach Cilaos im Cirque de Cilaos, raus aus dem Cirque de Mafate.
Das bedeutete natürlich wieder rüber über die Calderawand und erstmal nur hoch, hoch und hoch.
Oben angekommen machten wir eine kurze Pause um uns von Mafate zu verabschieden, einen letzten Blick zurück zu werfen und Cilaos wilkommen zu heißen.
Bye Bye Mafate
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Welcome Cilaos
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Von hier an ging es, laut unserer Reiseleiterin „tendentiell bergab“. Sie hatte wohl vergessen dass es noch eine ganze Zeit lang immer mal wieder runter und wieder bergauf gehen sollte, bis wir irgendwann an dem Parkplatz ankamen (jawohl, die Zivilisation hatte uns wieder, auch wenn wir uns fragten was das für komische 4-rädrige Tiere waren die auf diesem komischen dunklen Asphalt fuhren) wo unsere Tour enden sollte.
Zumindest laut Programm von Wikinger ist hier Schluss und man fährt mit dem Bus weiter nach Cilaos.
So aber nicht mit unserer fitten Gruppe. Wir wollten geschlossen nach Cilaos laufen. Unsere Reiseleiterin war total begeistert, da sie normalerweise nur mit einem Teil der Gruppe läuft, während der Rest wirklich Bus fährt. Wir waren wohl die erste aller ihrer Gruppen die komplett mitlaufen wollte.
Gesagt, getan.
Somit ging es hinunter in eine Schlucht bis zum Fluss Bras Rouge. Ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen, wie wir feststellen konnten. Überall entlang des Flusses wurde gepicknikt, geplanscht und einfach die Sonne genossen.
Wir taten dem gleich und legten eine kleine Erfrischungspause ein während unserer Flussüberquerung um die Füße in kaltes Wasser zu tauchen nach dem erschwerlichen, langen Abstieg.
Auch bestaunten wir einen tollen Wasserfall der in einer Welle aus dem Fels heraus zu springen scheint. Fast etwas surreal.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Cliaos selber lag nun jedoch noch einige Höhenmeter weiter oben und somit hieß es „Schuhe an und los“.
Diesmal war es ganz und gar nicht steil sondern angenehm sanft ansteigend. Dafür zog sich der Weg.
Immer wieder sahen wir die Kirche wo unser Weg rauskommen sollte und im nächsten Moment war sie wieder verschwunden.
Und doch schafften wir es hinauf nach Cilaos und auch in unser Hotel Tsilaosa.
Hier gingen wir außerhalb etwas Essen und durften uns sogar zwischen verschiedenen Gerichten… ähm Varianten des Caris, entscheiden. Sehr sehr schön.
Die Zimmer waren groß und geräumig mit Brausebadewanne. Das tat natürlich sehr gut.

Cilaos

Den nächsten Tag hatten wir „wanderfrei“.
Zu 4. machten wir uns auf den Weg die Kleinstadt zu erkundschaften.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Cilaos hat etwa 6000 Einwohner und der Name bedeutet soviel wie „schneebdeckte Bergspitzen“.
Bekannt ist der Ort auch, weil hier der größte Niederschlag eines Tages jemals auf der ganzen Welt gemessen wurde mit 1870 Liter/m² Regen innerhalb 24 Stunden. Im Vergleich: In Deutschland fällt im ganzen Jahr durchschnittlich 700 Liter/m².
Wir schlenderten die Hauptstraße bei schönem Sonnenschein entlang bis zur Touristeninformation wo wir uns mit Postkarten und kleinen Mitbringseln eindeckten. Immerhin hatten wir für diesen einen Tag unser Hauptgepäck wieder und konnten Sachen verstauen.
Weiter ging es zur Kirche L’église Notre-Dame-des-Neiges, welche 1934 im Art Deco Stil erbaut wurde. Der Glockenturm umfasst 48 Glocken und ist damit einer der größten der Welt. (und das alles auf dieser kleinen Insel)
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Zurück im Hotel legten wir die Beine etwas hoch, entspannten und schrieben Postkarten, bevor wir uns auf tolle Crêpes im Hotelcafe trafen.
Immerhin mussten wir gestärkt sein, denn Abends ging es zur wohl bekanntesten Weinprobe La Réunions.
Der Cirque de Cilaos ist bekannt für den Weinanbau.
Allerdings ist der Wein der hier eigentlich wächst teilweise verboten oder bestenfalls einfach nicht gelistet. Früher wurden die Menschen von den Reeben blind.
Heute wird auch „europäischer Wein“ angebaut der anerkannt wird. Verkauft wird aber auch noch der Wein von Cilaos. Zuckersüß und teilweise so genießbar als würde man ein Glas Wasser mit 20 Löffeln Zucker füllen.
In unserem Weinkeller des Hotels wurden wir von Herr Dijoux begrüßt. Ein kleiner Mann mit einem unglaublichen Charme. 9 Flaschen Wein sahen wir vor uns auf dem Tisch stehen – na das konnte ja heiter werden so vor dem Abendessen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Aus den 9 Weinen wurden aber ganz schnell 11 oder 12, da der liebe Herr Dijoux immer und immer wieder neue Flaschen aus den Regalen zog.
Wir haben unglaublich viel gelacht und jeder sollte diese Weinprobe einmal mitgemacht haben. Eine der besten, die ich jemals mitgemacht habe – und glaubt mir, ich habe schon viele mitgemacht in vielen Ländern dieser Erde.
Zum Abendessen trokelten gingen wir wieder etwas außerhalb essen, ich verabschiedete mich jedoch sehr schnell da ich schlicht und einfach keinen Alkohol gewöhnt bin und mein Bett sehr laut rufen hörte an diesem Abend.

Am nächsten Tag begann unser nächstes Trekking – aber das ist mal wieder eine andere Geschichte und wird in den nächsten Tagen folgen.

La Reunion Reiseberichte:
La Réunion? – Wo bist du gewesen?
Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 1

Vom wandern in den Bergen – Tag 6 +7 – Herausforderungen hier und dort

Schon ziemlich früh sagten wir, dass wir gerne zur Kürsinger Hütte gehen würden.
Auf Fotos so wunderbar in der Landschaft und auch erreichbar.
Somit sollte dies unsere letzte Wanderung in Österreich werden.
Die Wettervorhersage sagte zwar nicht wirklich „top“, aber das schreckt uns ja bekanntlich nicht ab.

Wir fuhren wieder zum Parkplatz Hopffeldboden von wo aus wir bereits die Wanderung zum Seebachsee begonnen hatten.
Diesmal ging es jedoch nicht zu Fuß los, da es hier erstmal ca. 15km per Taxi bis zur Materialseilbahnstation geht.
Von hier an geht der Weg über Steine und durch kleine Flüsse bis auf ein Plateau von wo an der Weg immer steiler wird und man schon die Steilwand sieht an welcher es alsbald entlang gehen soll.
DSCN5679
Langsam aber stetig stieg der Nebel aus dem Tal immer weiter empor. Es sah aus wie ein riesiger Drache, welcher auf den Berg zugekrochen kommt. Wirklich fantastisch.
An der Steilwand führte ein ziemlich normaler Weg, was ganz gut war, da wir inzwischen so vom Nebel umhüllt waren, dass man nur noch eine Sicht von wenigen Metern hatte.
DSCN5681
Dann kam DIE Herausforderung. Die Nacht zuvor hatte es stark geregnet und ein vermutlich kleiner Wasserfall war zu einem sehr großen, starken, strömenden geworden.
Hier mussten wir durch. Ohne Absperrung, ohne Möglichkeit sich irgendwo fest zu halten.
Mir ging die Pumpe sage ich euch. Ein falscher Schritt und das wäre es gewesen.
Klitschnass schafften wir es hinüber und fragten uns, wie wir später wieder zurück kommen sollten.
Weiter ging es über Felsplatten, die teilweise sehr lose waren und dann einen steilen Stieg hinauf wo wir teilweise 2x überlegen mussten wo wir unsere Füße platzieren sollten.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Endlich sahen wir die Materialseilbahn und direkt unter ihr? Einen Gletscher. Was für eine Überraschung.
Okay, also gingen wir auch noch über den kleinen Gletscher und konnten die Hütte inzwischen schon ausmachen.

Nach 2 Stunden endlich angekommen genoßen wir erstmal die Aussicht, bevor wir es uns drinnen bequem machten, eine Kleinigkeit aßen und etwas durchschnauften.
DSCN5695

DSCN5693

Der Weg runter zur Materialseilbahn war anstrengend, aber wir nahmen uns Zeit, damit wir es sicher nach unten schafften.
Wir hatten uns schon vorgenommen bis zur Postalm zurück zu laufen und von dort das Taxi zu nehmen, anstatt direkt von der Materialseilbahn.
Da wir grade dabei waren liefen wir auch direkt weiter bis zur Berndlalm.
Von dort wollten wir dann wirklich, komplett durchnäßt wie wir waren das Taxi benutzen.
Der Wirt sagte uns, dass das noch etwa eine Stunde dauern wird, bis das nächste fährt und wir beschlossen komplett zurück zu laufen die 15km ab Materialseilbahn + den Abstieg von der Kürsingerhütte.
Puh! Wir waren fix und alle und wollten nur noch zurück ins Hotel.
DSCN5707

__________________________________
Für diese Wanderung muss man extrem trittsicher sein und eine gute Kondition mitbringen.
Die Wegweiser sagen 1,5 Stunden von der Materialseilbahn, in allen Flyern zu der Wanderung steht jedoch 2 Stunden, was weitaus realistischer ist.
Alles in allem eine wunderschöne Wanderung und eigentlich Ausgangspunkt für die Besteigung des Großvenedigers, welche ich bestimmt als nächstes Mal machen werde, wenn ich noch einmal da unten bin.

Abends organisierte unser „Hüttenpapa“ Sepp noch für alle die wollten eine Fahrt nach Krimml rein zu den Krimmler Wasserspielen. Zu Mozarts Klängen sprühen die Fontänen ihr Wasser wunderschön empor mit verschiedenen Farben beschienen für ungefähr 15min.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Im Anschluss ging es dann noch bei Nacht zu den Wasserfällen hinein, einfach um die Ruhe ganz alleine dort zu sein zu genießen und die elektrisch geladenen Partikel einzuatmen. Eine ganz andere, ganz besondere, Stimmung.

______________________________________

Die Rückfahrt am nächsten Tag war um einiges länger, als geplant.
Das lag daran, das ganz Bayern auf dem Weg in die Ferien nach Norddeutschland war. Wir fuhren mehr Stop and go als dass wir wirklich weiter kamen. Kaum waren wir aus dem einen Stau raus, kamen wir in den nächsten Stau hinein.
Dafür hielt sich das Wetter erstaunlich lange und erst kurz vor der Heimat mussten wir mit dem Auto auf der Autobahn schwimmen.

Der Urlaub war super gelungen und jetzt sitze ich hier, zu Hause mit halbgepacktem Rucksack, denn Übermorgen geht es schon wieder weiter, die Nr. 1 auf meiner Bucketliste abarbeiten: La Reunion, 17 Tage, Trekking. YEY …. nein, ich bin gaaaaaaar nicht aufgeregt 😉

Vom Wandern in den Bergen – Tag 5 – Gesunder Genuss

Um auch einmal eine etwas leichtere Wanderung einzubauen standen heute die Krimmler Wasserfälle an.
Habt ihr schon einmal von den Wasserfällen gehört? Die meisten bestimmt schon.
Diese Wasserfälle beinhalten elektrisch gelandene Teilchen die Asthmatikern und Allergikern besonders gut tun. Einige Krankenkassen bezahlen sogar eine Kur in Krimml da es wissenschaftlich bewiesen wurde, dass Patienten nach 3 Wochen an den Krimmler Wasserfällen als gesund entlassen werden konnten.
In Krimml gibt es sehr viele kostenpflichtige Parkplätze, aber wenn man sucht, oder etwas rumfragt kann man auch kostenlos parken. So bekamen wir mal wieder von unserem „Hotelpapa“ einen guten Tipp – oder besser gesagt viele gute Tipps.

Der Hauptweg an den 3 Wasserfällen rauf kostet 3€ pro Person, wir folgten jedoch den weisen Worten von Sepp und gingen den alten Tauernweg, einen alten Römerweg, hinauf. Mit diesem Weg umgeht man einerseits die Gebühr und andererseits ist er von den Beschaffenheiten um einiges genialer!
So gingen wir durch dichten Wald über Stock und Stein und beschlossen schon hier, dass wir diesen Weg nicht bergab gehen werden. Die Steine waren, aufgrund des Regenwetters, so rutschig, dass wir bergauf schon immer wieder abrutschten. Die Schönheit des Weges tat dies aber nichts im geringsten. Links und rechts des Weges war der ganze Wald moosbewachsen und wir marschierten teilweise durch hohe Gras- und Buschfelder.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Immer wieder konnte man auch an die Wasserfälle heranwandern auf einem „normalen“ Weg.
Ein weiterer „Pro-Grund“ für diese Alternative: Außer ganz am Anfang trafen wir auf keine Menschenseele auf diesem Weg und konnten die Ruhe, abgesehen vom Wasserrauschen, genießen.
Am oberen Wasserfall angekommen, hörte der Tauernweg auf und mischte sich mit dem touristischen Wanderweg.
Wir beschlossen noch bis zur Hölzlahneralm weiter zu gehen um dort zur Jausen Zeit einen Snack zu uns zu nehmen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die ganze Zeit regnete es, mal mehr, mal weniger, aber wir liefen wunderschön an dem Fluss entlang durch das enge Tal hindurch und sahen auch schon bald unser Ziel vor Augen.
Die Alm war sehr gut besucht und die Hüttenwirtin gestresst. Das Essen war jedoch sehr gut, ebenso wie die Getränke.
Gestärkt gingen wir den touristischen Weg wieder hinunter. Hier trafen wir auf reinen „Massentourismus“ – zumindest wenn es um Wanderungen in den Bergen geht. Der Weg war gut ausgebaut und dann und wann gab es ein Kiosk oder ein Cafe zum einkehren, was wir aber selbstverständlich nicht nutzen.
Schön war, dass man sehr nah an die Wasserfälle heran kam und noch einmal so richtig die Kraft des Wassers spüren konnte. Einfach gigantisch was für eine Power dahinter steckt.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

________________________
Der Tag und die Wanderung waren, trotz des Regenwetters, sehr schön.
Rauf brauchten wir ca. 2 Stunden, machten aber viele Pausen um den Wasserfall zu genießen.
Den alten Tauernweg würde ich nur empfehlen, wenn ihr sehr trittsicher seid und eine gute Grundfitness mitbringt.
Den touristischen Weg kann so ziemlich jeder laufen der gerne auch einmal spazieren geht. Ihr müsst euch nur darauf einstellen, dass ihr diesen Weg nicht für euch alleine habt, sondern mit hunderten anderen teilen müsst. Natürlich geht es auch hier bergauf und später wieder bergab, somit sollte eine gesunde Grundfitness vorhanden sein.
Es war ein guter, ruhiger, Tag, nicht so schwer wie die letzten Tage und super zum entspannen.
Für die Radfahrer unter euch: Der touristische Weg ist auch ein ausgeschriebener Radweg und viele waren auch dort unterwegs.

Am Abend spielte der TMK-Neukirchen noch ein Platzkonzert auf dem Dorfplatz. Leider regnete es in Strömen, aber die Atmosphäre war schön und die Stimmung war super.
DSCN5674

Die anderen Tage findet ihr hier:
Tag 1-3
Tag 4

Vom wandern in den Bergen – Tag 4 – bergauf und kein Ende in Sicht

Die Wettervorhersage für heute war alles andere als gut. Unser Hotelwirt sagte aber, dass wir uns keinen Kopf machen sollten, es würde sich schon halten und Regen oder Gewitter wäre ja nicht so schlimm.
Regen – da geben wir ihm recht – Gewitter, naja, ich habe mein Leben schon sehr lieb.

Als erstes fuhren wir nur ein kurzes Stück zum Parkplatz Hopffeldboden auf 1067m Höhe.
Von dort ging es über eine Straße die ich locker als Hauptverkehrsstraße sehen könnte. Alle paar Minuten kam ein LKW oder ein PKW an uns vorbei gefahren. Die Straße war breit und ausgebaut und alle die mich kennen wissen: Ich mag solche Wanderwege gar nicht. Aussichten gab es auch nicht wirklich.
Stetig ging es einfach bergauf, noch etwas geschützt durch die Bäume war es trotzdem schon sehr schwül und die Sonne brannte vom Himmel.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Kurze Zeit später bogen wir rechts ab, laut Karte wieder ein Weg über Stock und Stein – aber nein, seit kurzen wurde der Weg ausgebaut, damit die Besitzer der Alm mit ihrem Quad den Weg hochfahren können.
Somit waren wir auf einer Straße aus Serpentinen, die sich weiterhin unaufhörlich bergauf schlängelte. Und das ohne Schattenmöglichkeit bei fast 30°C.
Meine Mutter sagte irgendwann nach 1,5 Stunden, dass sie nicht mehr kann und drehte um. Ich ging weiter.
Es ging bergauf, bergauf und noch mal bergauf. Ohne irgendeine Abwechslung.
Meine Uhr klingelte schon seit 2 Stunden „Sturmwarnung“ und in den Bergen sah man schon, dass sich etwas zusammen braute.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Geschlagene 2 Stunden und 30 Minuten später, reines bergauf gehen kam ich an der Seebachalm auf 1995m Höhe an und sah das Schild „20min bis Seebachsee“.
Ich wusste, wenn ich mich jetzt hier richtig hinsetze, stehe ich nicht mehr auf und ging weiter. Die 20 Minuten sollten doch zu schaffen sein.
Und plötzlich war der Weg: WUNDERSCHÖN!
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Diese 20min waren die schönsten 20 Minuten des ganzen Tages. Über Weiden und Wiesen, über einen Bachlauf, vorbei an grasenden Kühnen mit ihren Kälbern, die faul in der Sonne lagen bis hinauf zum Seebachsee.
Der Name erinnerte mich irgendwie an Jokijärvi in Finnland. Das bedeutet übersett so viel wie „Flusssee“.
Dieser See hier lag jedoch wunderschön in einer Bergkullise von 2-3 tausendern und wurde von vielen Wasserfällen gespeist.
Dort, auf knapp über 2000m Höhe angekommen saß ich mutterseelenallein am See, aß meine mitgebrachte Wurst und Müsliriegel und genoß die Ruhe und die Einsamkeit.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Inzwischen zeigte meine Uhr an, dass es höchste Zeit wurde wieder umzukehren und das machte ich auch.
Es hätte die Möglichkeit gegeben einen anderen, etwas längeren Weg, hinunter zu nehmen, jedoch wollte ich meine Mutter nicht zu lange unten warten lassen und beschloss denselben Weg wieder hinab zu gehen.
Meine Knie bedanken sich noch jetzt bei mir 2 Stunden lang stetig, steil bergab zu laufen. Auch wenn ich normalerweise bergab einfach durchgehe – hier musste ich Pausen machen, denn es war verdammt anstrengend steil und über Geröll hinab zu steigen.
Kurz bevor ich wieder an der Abzweigung zur „Hauptstraße“ war, brach der Himmel auf und mal wieder wurde mir gezeigt wie sehr ich mich doch auf meine Uhr verlassen kann. Also schnell Regenschutz über den Rucksack und weiter gings durch den Regen zurück zum Parkplatz.

_____________________
An sich ist das Ziel der Wanderung sehr schön. Der Seebachsee ist auf jedenfall eine Wanderung wert, jedoch würde ich allen raten den längeren Weg rauf und wieder runter zu laufen, denn dieser Weg war nur steil und nicht sonderlich schön.
Mit 3 Stunden war die Zeit wieder super angegeben, da ich nach 2 Stunden und 50 Minuten am Seebachsee war mit 2 längeren (10min) Pausen zwischendrin und einigen Gelegenheiten Fotos zu schießen.
Hier muss man wirklich fit sein und sich nicht davor scheuen viel bergauf zu laufen – um genau zu sein kontinuierlich bergauf zu laufen.
Hier ist definitiv nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel der See – ein wunderbarer Bergsee.

Nach dieser Wanderung probierte ich erstmal den Wellnessbereich unseren Hotels aus und machte 2 entspannte Saunagänge um dem Muskelkater vorzubeugen.
Ob das funktioniert hat? Das wird sich morgen zeigen.

Die ersten paar Tage in Österreich findest du hier:
Tag 1-3

Die Letzte und Beste

Wie ihr ja sicherlich gelesen habt, habe ich in den letzten 6 Monaten viel erlebt.
Trotzdem schulde ich euch noch einen Bericht von der letzten Route, welche auch gleichzeitig die schönste war.

Bergen kannte ich schon von der Nordkap-Route. Diesmal betrachtete ich die gemütliche Kleinstadt nicht aus der Vogelperspektive, sondern vom Boden aus. Auch hier hat die Stadt einiges zu bieten, auch wenn ein großer Schiffsbrand vor vielen Jahren einige Teile der Stadt niedergebrannt hat.
Die kleinen Gässchen im Stadtteil Bryggen lassen die Zeit stillstehen und man findet sich zu den Zeiten wieder wo in den Geschäften noch Lagerhallen waren und keine Souvenirgeschäfte wie heut zutage.
Das Wetter spielte diesmal nicht wirklich mit, was der Schönheit der Stadt jedoch keinen Abbruch tat.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Als nächstes ging es nach Olden.
Auf der Nordkap-Route waren wir ja schon einmal in Geiranger – also ziemlich im selben Gebiet.
Auch wenn ich in Geiranger damals nicht wirklich raus kam durfte ich hier umso mehr die Natur genießen.
Dazu zählt auf jedenfall der atemberaubende See Oldevatnet, welcher sich wunderbar in die Berg- und Wasserfall Kulisse Südnorwegens einfügt. Sehr idyllisch.
Das eigentliche Ziel war jedoch der Briksdal-Gletscher.
Am Fuße des Wanderwegs gibt es Toiletten, Souvenirgeschäfte und Cafes und ab dort beginnt die Wanderung. – Okay, als Wanderung kann man es nicht unbedingt bezeichnen.
Die Wege sind gut ausgebaut, meistens geht man über geteerte Straßen. Der Grund dazu ist schnell gefunden, denn wer nicht laufen möchte, kann alternativ auch mit einem Trollwagen bis nahe an den Gletscher heran fahren. Trollwagen sind große Quads, Monkeys, auf denen mehrere Personen Platz nehmen können.
Der, ich nenne ihn mal weiterhin Wanderweg, geht über ein paar Stufen vorbei an eindrucksvollen Wasserfällen, bis zum Fuße des Gletschers.
Aufpassen muss man hier selber, dass man nicht zu nah heran geht. Aber auch von unten hat man eine super Sicht.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nach 2 Schifftagen während denen uns die See zeigte, was sie als Wellengang eigentlich so drauf hat kamen wir endlich in meinem geliebten Island an.
Für alle die mich noch nicht so lange kennen: Ich habe 6 Monate in Island gearbeitet und mich in das Land verliebt. Seitdem war ich nie wieder dort und somit war ich aufgeregt, wie es wohl werden würde.
Akureyri war – regnerisch. Sehr regnerisch, aber trotzdem habe ich mich direkt zu Hause gefühlt mit den ganzen „Herzampeln“ und Supermärkten in denen man Skyr kaufen kann.
Auch die Region um den Godafoss und Myvatn waren mir schon bekannt und ich genoß schon gesehenes noch mal ganz anders aufzunehmen.
DSCN5596

Isafjördur am nächsten Tag war mir weitaus unbekannt. Zwar bin ich während meines Island-Aufenthaltes auch schon einmal per Auto durch die Westfjorde gefahren, jedoch hatten wir damals nur 2 Tage Zeit für allen und die Erinnerung ist entsprechend gering.
Was für eine WUNDERBARE Stadt – Städtchen. Eingebettet in einen hohen Fjord, welcher durch die Eiszeit geformt wurde, umgeben von kleinen Wasserfällen hat Isafjördur seinen eigenen Charme.
Der Spaziergang auf den Trollsitz ist ein Muss um die Aussicht zu genießen. Hier soll der Sage nach ein großer Troll gesessen und die Berge, sowie die Landschaft geformt haben. Und wirklich sieht das Stück im Berg wie ein riesengroßer Sitz aus.
Der Weg ist mit 500m kurz, aber sehr steil. Oben gibt es ein Buch wo man sich eintragen kann, sowie einen Stempel.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Reykjavik war mein persönliches Highlight. Allein schon deswegen da ich die 6 Monate in Hveragerdi, ganz in der Nähe, gearbeitet habe.
Mein Guide sagte auch direkt „I know you! You’ve been working around here, right?“… Faszinierend, dass er sich noch daran erinnern konnte, nur weil er damals Gäste in das Gästehaus brachte wo ich mal gearbeitet habe.
Ich bekam nichts von der selber mit, dafür aber vom Umland umso mehr.
Ein Höhelnabendteuer der besonderen Art, ganz abgelegen, heiße Quellen in Krysuvik und der Spaziergang auf einem Vulkankrater. All das gehörte zu meinem Tag.
So schön das auch alles war, etwas war noch schöner: Dass ich weiß, wo ich mal leben möchte. Kaum sah ich alles bekannte wieder, hätte ich weinen können vor Freude. Hier fühle ich mich zu Hause, hier will ich sein, genau hier werde ich mal sesshaft.
Es ist schön so etwas zu fühlen und genau zu wissen wie es in ein paar Jahren einmal sein wird. Ich habe jetzt ein Ziel und es fühlt sich gut an.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Den meisten völlig unbekannt sind die Färöer Inseln. Viele wissen wo sich diese Inselgruppe aus 14 Inselgruppen, gehörig zu Dänemark, befindet, die wenigsten waren jemals selber dort.
Schade – wie ich feststellen durfte, denn diese kleinen Inselchen entpuppten sich als eins der größten Highlight der gesamten Reise.
Eine Natur, dazu eine Ruhe und freundliche Menschen, wie sie im Buche stehen.
Der Nebel in den Fjorden passte in das Bild von welchem man dachte ein Maler hätte Papier und Pinsel in die Hand genommen und das schönste Bild gezeichnet was ihm jemals möglich war.
Es war wie in einem Märchen, nur noch viel schöner! Zu schön um es in Worten auszudrücken.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der letzte Hafen war wieder in Norwegen, Stavanger. Viel von gehört, viel von geschwärmt worden und dank der kurzen Busfahrt konnte ich auch einen schnellen Einblick in dieses wunderschöne Städtchen bekommen.
Jedoch lag mein Ziel des Tages noch eine Fährfahrt, eine weitere Busfahrt und einen anstrengenden Fußmarsch entfehrnt.
Der Preikestolen. Dieses Wort steht für Predigerstuhl übersetzt und kommt aus dem Norwegischen.
604m hoch drohnt diese Felsplatte über den Lysefjord und bietet Ausblicke auf den türkisblauen Fjord und die umliegende Berglandschaft.
Der Aufstieg geht stetig steil bergauf über unterschiedlich große Steinstufen und weitläufige Plateaus.
Tausende Wandere beschreiten in den Sommermonaten diesen Weg, viele übernehmen sich, einige drehen nach der Hälfte wieder um – und doch war die Kanzel an diesem Tag brechend voll.
Ca. 2 Stunden sind für den Aufstieg vorgesehen, ich war nach 1,5 Stunden oben und konnte umso länger die Aussicht genießen.
Ein erfolgreicher Abschluss von 6 wunderbaren Monaten an Bord.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Bis September habt ihr mich jetzt wieder in der Bloggerwelt – mehr oder weniger, denn nächste Woche geht es erstmal nach Österreich und danach die Woche für 2,5 Wochen nach La Reunion.

Wanderung zum Druidenstein – Flaschen im Wald?!

Es ist jetzt schon etwas her, aber am 31.12. hatten wir ja erst Abends etwas vor.

Da es einer der wenigen Tage war, wo das Wetter ankündigte sonnig zu werden, beschlossen wir zum Druidenstein zu laufen.

Der Druidenstein ist ein Basaltkegel von ca. 20m oberhalb der „Stadt“ Kirchen/Sieg. Er ist ca. 25 Millionen Jahre alt.
Viele Wanderwege führen an ihm vorbei und im Sommer gibt es dort sogar ein kleines Kaffee wo man den Durst löschen kann oder einen kleinen Happen essen kann, bevor man gestärkt weitergeht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Da es bei mir ja nie langweilig wird musste aber natürlich direkt zu Anfang etwas passieren.
Früher sind wir oft mit dem Fahrrad und auch zu Fuß zum Druidenstein gefahren/gegangen. Aber immer über denselben Weg. Einmal hoch zu Kreuzeiche, dann rechts und fast immer gradeaus, bis man Schildern folgen kann.
Meine Mutter meinte, sie sei das letzte Mal anders gegangen und wir könnten so ja auch hin gehen.
Blöd nur, wenn man die Abzweigung verpasst und falsch läuft.
Somit machten wir mal schnell einen Umweg von ca. 3km und gingen letztendlich doch so, wie ich den Weg dann auch kannte.
Was man nicht weiß, wenn man nicht hier wohnt: Wir sind umgeben von Wald und Bergen (und wunderschönen Wanderwegen) und wir sind einfach mal diese 3km erst den Berg rauf, dann wieder fast komplett runter und dann wieder rauf gelaufen. Aber egal.

Wir wußten wieder wo wir sind und auch einige Schilder zeigten uns den Weg.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir trafen erstaunlich wenige Menschen im Wald, aber diejenigen die wir trafen waren alle total gut drauf. Das liebe ich hier an unserer Gegend. Jeder redet einfach mit jedem, egal ob man sich kennt oder nicht.

Beim Druidenstein angekommen vollzog ich meinen ersten „Earthcache„, ein Geocache bei dem es darauf ankommt Fragen zur Natur zu beantworten und ein Foto von einem selbst vor etwas bestimmten zu machen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Um den Druidenstein rum gibt es viele Informationstafeln und auch gibt es von nächstgelegen Ort einen Kreuzweg durch den Wald, einmal um den Stein herum und wieder zurück.
Für Gläubige wirklich schön auch einen Kreuzweg durch den Wald zu haben und dabei auch anderes zu entdecken.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf dem Rückweg wollten wir ursprünglich noch am Ottoturm vorbeiwandern, aber dank unserem ungewollten Umweg auf dem Hinweg hatten wir keine Lust mehr die 5km mehr zu gehen. Außerdem wollten wir nach Hause kommen bevor es dunkel wurde.

Auf dem Weg zurück entdeckten wir etwas, das uns auf dem Hinweg irgendwie übersehen hatten.
Flaschen an den Bäumen – mitten im Wald. Überall hingen Sektflaschen. Kleine, große, grüne und durchsichtige.
Auf meiner Facebook-Seite habe ich schon einmal danach gefragt was das sein könnte, aber niemand wußte eine Antwort. Vielleicht weiß es ja jemand von euch?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Fast zurück daheim fanden wir dann auch die Stelle, wo wir auf dem Hinweg falsch abgebogen waren. 🙂 Haben wir beide nicht aufgepasst 😉

Insgesamt sind wir 16,5km gelaufen und haben dafür inklusive endloser Foto-Pausen ca. 4 Stunden gebraucht.