Obernautalsperre Silvesterlauf 2018

Als ich im April 2018 das erste mal seit vielen Jahren wieder auf ein Laufband stieg und kurze 5 Minuten lief um direkt im Anschluss 5 Minuten zu gehen, hätte ich nie gedacht, dass ich schon einige Monate später meinen ersten Halbmarathon laufen würde – und das in einer sehr guten Zeit für das erste Mal.

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Im Hochtal der Eder – Circuli

Ursprünglich wollten wir in Frankfurt auf die Buchmesse am 13. Oktober. Aber bei diesem Herbstwetter des Jahres 2018 konnten wir uns beide nicht vorstellen in Messehallen rum zu laufen, wenn wir die Zeit auch genauso gut draußen verbringen können.

Letztes Jahr sind wir ja schon einmal zusammen am Siegsteig gewandert. Dieses Mal sollte es ins Sauerland gehen. Weiterlesen

Die Aussicht genießen

Auf unserem Planeten Erde gibt es so viel zu sehen und jeder schreibt von seinen Erlebnissen in fernen Ländern oder auch einfach auf der anderen Seite von Deutschland. Von extremen Wanderungen, von Kreuzfahrten, von Erlebnissen mit fremden Kulturen.

Dabei liegt das schöne doch meist so nah. Nämlich in der unmittelbaren Nachbarschaft.
Ich habe das große Glück in einem kleinen Dorf mitten im Wald zu leben und gehe somit fast täglich Fahrradfahren, Walken oder auch Wandern.
Meistens ohne Ziel, einfach Zick-Zack um ein wenig Sport zu machen. Manchmal aber auch mit einem Ziel.

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal über eine Wanderung zum Druidenstein geschrieben.
Es gibt aber noch ein paar andere Ziele in unseren Wäldern, welche ich im letzten Sommer mal wieder ausführlich auskundschaftete. Weiterlesen

Nacht der 1000 Lichter

Jedes Jahr im Sommer gibt es in Siegen, wie in jeder größerer Stadt ein Sommerfestival.
Früher als ich noch klein war, war es eher schlicht gehalten. Es gab ein paar kleine Konzerte, Theateraufführungen, Kabaretisten und Artisten.
Aber was es immer gab war die „Nacht der 1000 Lichter“.

Auch diesmal, zum 26. Siegener Sommerfestival war es wieder so weit und es ergab sich, dass ich sogar zu Hause war.
Wir haben zwei Schlösser in Siegen (Unteres Schloss und Oberes Schloss – sehr orginell ich weiß) und das „Obere Schloss“ hat einen wunderschönen Schlosspark in dem sich vor allem im Sommer gut verweilen lässt.
Früher haben hier die Erzbischöfe von Köln und die Grafen von Nassau gehaust.
Heute beherbergt das Schloss das Siegerlandmuseum mit einer Ausstellungen von Peter Paul Ruben.

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Zur „Nacht der 1000 Lichter“ sieht dort aber alles ganz anders aus.
Wir liefen zuerst etwas durch die Stadt und schon dort war die Fußgängerzone komplett mit Fackeln an den Seiten ausgeleuchtet.
An der Nikolaikirche, einem der Wahrzeichen Siegens, waren aufwendige Lichtspiele aufgebaut und ein paar Schwedenfeuer hielten die Leute warm in diesem kalten Sommer.

Vor dem Schloss eine lange Schlange, aber das kannte ich ja schon von den letzten Malen wo ich noch jünger war.
Recht zügig und pünktlich zur Dunkelheit waren wir auch drin.
Alle Wege rund ums Schloss und durch den Park waren mit Teelichtern bestückt.
Früher gab es nicht viel mehr als das, 1-2 Shows und hier und da einen Feuerspucker. Jetzt, nach einigen Jahren meiner Abwesenheit muss ich sagen es hat sich einiges geändert – zum positiven natürlich.
Es gab ein Labyrinth aus Lichtern auf der großen Wiese und ein Zelt, wo man sich aufwärmen konnte.
Weiterhin war das Ensembler der Firedancer vor Ort, die den Abend wirklich perfekt machten.
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Auf der Zeltwiese gab es zu jeder vollen Stunde eine Show. Hier musste man schon sehr früh da sein um überhaupt etwas sehen zu können. Sehr abwechslungsreich. Teilweise mit live-Musik, dann wieder eine „Clown-Show“, alles rund um das Thema Feuer und Licht. Man merkte den Künstlern an, dass sie wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben.
Doch nicht nur auf der Bühne war die Gruppe zu finden. Überall auf dem Gelände wurde jongliert, POI gespielt und vieles mehr. Auch die Musik blieb nicht auf der Bühne. Immer wieder hörte man die Live-Töne von einem anderen Ort spielen.
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Aber das war noch nicht alles. Überall waren Lichtinstallation an den Bäumen, teilweise wirklich simpel gemacht mit einer unglaublichen Wirkung.
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Eins der großen Highlight war jedoch auch der Sandmaler. Es fasziniert mich immer wieder wie diese Sandbilder entstehen und hier wurde es mit passender Musik und Lichtern auf eine große Leinwand produziert.
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In den Pausen zwischen den Bildern durften die Kinder auch gerne mal mitmalen, wie mir ein Bekannter später erzählte.

Alles in allem ein gelungener Abend, sehr abwechslungsreich und auf jedenfall ein Besuch wert.

Rocky Horror Picture Show – Spätvorstellung im Apollo

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Es gibt nur eine Show wo man so bepackt hingeht. (ich habe wohl vergessen den Reis, der natürlich mit Gepäck war hochzuhalten)

Silvester habe ich schon länger nicht mehr wirklich gefeiert, da ich in Schweden/Finnland meistens irgendwo in einer Wildnisshütte verbracht habe, oder aber den nächsten Tag so früh arbeiten musste, dass ich nicht bis 24Uhr wachbleiben konnte.
Mein letztes Silvester, welches ich gefeiert habe, war 2007/2008 in Sydney… und das war grandios!

Meine Mutter geht immer in unser Stadttheater. Entweder mit Freunden oder alleine und fragte ob ich diesmal nicht mit wöllte. Ich wäre bei allem mitgegangen, aber da es sich um die „Rocky Horror Picture Show“ handelte gab es nichtmal ein zögern, als ich „ja“ sagte.

Vor ungefähr 10-11 Jahren habe ich diese Show das letzte mal in unserem Konzertsaal, der Siegerlandhalle, gesehen und das war damals schon einfach gigantisch. Ich war dort mit 2 Freundinnen, ganz vorne in der ersten Reihe und wir hatten einfach unheimlich viel Spaß.

Dieses Mal sprechen wir hier von den „Siegerländern“, die eigentlich ein gehobenes Programm im Apollo-Theater erwarten und eigentlich als ziemlich verklemmt bekannt sind.
Wer die Story kennt, zum Beispiel die DVD von RHPS kennt, weiß, dass es bei der Geschichte nicht zimperlich zugeht.
Da wird gestrippt, sich „geliebt“ und mit derben Sprüchen um sich geworfen.
Das Musical ist sogar teilweise noch heftiger als der Film selber – man darf also nicht prüde sein.

Zur Show gehören ein paar spezielle Sachen:

Man zieht sich der Show entsprechend an. Sprich, Männer verkleiden sich als Transvestiten, Frauen auch. Viele kommen in Netzstrumpfhosen oder total ausgeflippten, bunten Kostümen.
Ich passe leider in meine ganzen alten Klamotten nicht mehr rein und somit mussten hochhackige Schuhe (ich dachte, ich muss sterben!), Netzstrumpfhose, Minirock und ein etwas alternatives schwarz-weißes Oberteil, sowie knatschgrüner Lidschatten bei mir reichen.
Und Anfangs war ich echt die einzige, die überhaupt irgendwie etwas anderes anhatte als wie Galaklamotten oder Jeans & T-Shirt.
Nach einiger Zeit kamen dann aber doch auch einige eingefleischte Fans, die wirklich genial verkleidet waren. Was für ein Spaß! Es gibt also doch noch lockere Siegerländer!

Die weiteren Traditionen sind, das man folgende Utensilien dabei haben sollte:
Reis / Konfetti -> Wird bei der Hochzeit von Brad & Janet geworfen
Wasserpistolen -> Das Gewitter muss natürlich auch im Zuschauersaal stattfinden
Zeitungspapier -> um sich den Kopf bei all dem Regen zu bedecken
Leuchtstab/Taschenlampe -> bei dem Lied „There’s a light“
Klopapier -> Wenn Rocky ausgewickelt wird
Toast -> Wenn Rank n Furter einen Toast ausspricht
Hier muss ich sagen, dass das Publikum wirklich super mitgemacht hat. Erst hatte ich da meine Zweifel, aber dank der verkauften „Starter Kits“ im Theater, konnten auch alle „Firsttimer“ mitmachen. Eine Anleitung gab es inklusive dazu – und das Toast aufgemalt auf Bierdeckeln.

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Auch darf man reinrufen ins Geschehen. Alles kannte ich auch nicht, aber um ein paar Beispiele zu nennen:
Wenn der Erzähler auf die Bühne kommt -> „BORING“ „LANGWEILIG“ rufen oder laut gähnen
Frank n Furter sagt „It’s not easy having a good time“ -> „Try disney land“ rufen
und viele mehr.
Hier riefen wirklich nur die eingefleischten Fans rein. Auch ich kannte nur das Boring und das „Slut“ nach „Janet“. Trotzdem haben viele mitgemacht.

Das einzige enttäuschende war, dass beim „Time Warp“ nur ungefähr 20 Leute aufstanden und mittanzten (inklusive meiner Mutter und mir). Wirklich schade, da es so einfach ist einen „jump to the left“ und einen „step to the right“ zu machen.

Die Cast war vom Westfälischen Landestheater war wirklich klasse. Die Stimmen stimmten und schauspielerisch war es auch 1. Sahne.
Selbst wenn die Technik nicht mitspielt wusste man zu improvisieren.
So fing gegen Ende der Show das Mikrofon des Frank N. Furter an zu knistern und zu rauschen. Er machte weiter, als sei nichts gewesen und kurze Zeit später wurde ihm schnell durch einen Bühnentechniker ein Handmikrofon ausgehändigt.
Wirklich klasse wie reibungslos das ganze ablief.
Auch die Band war super und spielte die Lieder 1A.

Um 23.54Uhr war diese grandiose Show zu Ende und der Leiter des Apollo-Theater in Siegen kam auf die Bühne.
Gleichzeitig wurde eine große Leinwand runter gefahren und eine große Uhr erschien.
Der Leiter des Theaters sagte ein paar Worte und meinte ihm käme es komisch vor, dass er „ganz ohne Strapse“ auf der Bühne stände, voraufhin eine der Darstellerinnen ihm wenigstens etwas Kopfschmuck gab.

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Sehr gut war, dass man seinen eigenen Sekt mit in den Theatersaal nehmen durfte.
So konnten wir alle gemeinsam um 24Uhr anstoßen, nachdem wir runtergezählt hatten.
Draußen, mitten in Siegens Innenstadt, hörte man schon die Raketen knallen und so gesellten wir uns auch hinaus und sahen ein, für Siegen, großes Feuerwerk.
Überall knallte es und ich ärgerte mich etwas meine große Kamera nicht dabei zu haben (aber die darf man ja leider in Theatern nicht immer mit rein nehmen und so hatte ich nur meine „Knipse“ dabei).

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Drinnen im Theater legte ein DJ noch Musik zum tanzen auf. Doch sooo viel war das mit dem tanzen nicht – denn es war sooo voll, dass man nach dem tanzen sagen konnte „Heute habe ich mich an fremder Haut gerieben“.
Wir blieben noch ca. 1 Stunde, bevor meine Füße entgültig sagten, dass sie nicht mehr auf hohen Schuhen laufen können und fuhren dann noch auf 2 andere Silvesterfeiern (in anderen Schuhen).

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Ein wirklich klasse Musical – welches ich hoffentlich nicht zum letzten Mal gesehen habe.

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Nachtwächterführung in Siegen

Schon oft habe ich von „Nachtwächterführungen“ gelesen oder gehört. Einige habe ich auch bei Besuchen diverser Städte gesehen. Aber mitgemacht habe ich bis jetzt noch keine. Bis gestern.

Für alle, denen das vielleicht neu ist: Eine Nachtwächterführung ist eine Stadtführung der anderen Art.
Am Abend, wenn alles dunkel ist, beginnt eine solche Führung durch die Altstädte dieser Welt, zusammen mit einem Nachtwächter, welcher mit Hellebarde und Laterne ausgestattet ist.
Erzählt wird nicht in einem trockenen „blabla“, sondern interessante und gar gruselige Geschichten aus dem Mittelalter werden erzählt und der ein oder andere wird direkt mit ins Geschehen eingebunden.

Gestern war es also soweit, ich habe endlich mal in Siegen bei einer Nachtwächterführung beigewohnt, dank meiner Mutter, welche diese grandiose Idee hatte.
Begrüßt wurden wir an Siegens Wahrzeichen, der Nikolaikirche, von Balthasar III.

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Er stellte sich uns vor und wir mussten uns ihm danach vorstellen.
Zu jedem hatte er das passende zu sagen, ich war zum Beispiel „die kleine Melanie“. Daraufhin habe ich mich erstmal als „Vagabund auf hoher See“ zu erkennen gegeben.
Er erzählte uns viel zur Nikolaikirche, bevor wir immer weiter gingen.
Oft machten wir Halt und bekamen wundersame Stories zu hören, wie z.B. auch beim Rathaus, wo 2 der anderen „Gäste“ als die Rubensfamilie dargestellt wurden.

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Schon an der nächsten Station bekamen weitere Passanten ihre Rollen zugeteilt.
So musste einer für den Rest des Abends die Hellebarde tragen und unser einzigstes kleines Kind musste den „Armleuchter“ spielen und mit der Laterne voraus laufen.
Dann ging es um die „Waschweiber von früher und wie diese bestraft wurden, wenn sie Streit auszutragen hatten. Das ganze sah dann früher so aus:

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Im Mittelalter durften die Frauen dann von allen anderen mit faulen Eiern und allem anderen beschmissen werden. LEIDER hatte niemand von uns faule Eier dabei 🙂

Schon ging es weiter in die Altstadt hinein und ich war verwundert, habe ich es doch in fast 29 Jahren nicht einmal geschafft in die Altstadt von Siegen zu gehen.
Zu sehen gibt es bei Tage wohl nicht so viel, jedoch sind dort wirklich wunderschöne, alte Fachwerkhäuser und das ein oder andere nette Restaurant.
Durch die Geschichten des Nachtwächters wurden die Straßen jedoch lebendig und die Geschichten zogen alle in ihren Bann.

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Zum aufwärmen gab es dann noch gegen Ende einen kleinen Snaps für jeden und schon ging es weiter zu einer der Kirchen in Siegen.
Dort musste ich mal wieder herhalten und ihm sagen, ob ich die Kirche dort sehe. Ich natürlich nur „ja“ – TJA, falsch, im Mittelalter stand die ja noch gar nicht 😉

An der Nikolaikirche endete auch schon wieder die Führung und wir verabschiedeten uns. Allen von uns Gästen, die so fleissig mitgemacht haben, wurde nochmal gedankt und wir gingen unserer Wege.

Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen eine solche Führung mitzumachen. Es gibt sie in fast jeder Deutschen Stadt und man sollte sich diese wirklich nicht entgehen lassen.