Fuerteventura – viel mehr als eine Strandinsel

Woran denkt ihr als erstes wenn ihr an die Kanaren denkt? Bei manchen würdet ihr jetzt sicherlich sagen „Wanderurlaub„, „Delfine und Wale beobachten“ oder „Cesar Manrique als Künstler„. Bei Fuerteventura, der zweitgrößten Insel der Inselgruppe denkt aber jeder von euch sicherlich als erstes an eines: Die tollen Sandstrände.

Im Norden liegt die Touristenhochburg Corralejo mit den berühmten Sanddünen und dem Hafen um zur Nachbarinsel „Los Lobos“ hinüber zu fahren.
Im Süden wiederum liegt Jandia, eine noch größere Touristenhochburg mit wahrhaften Traumstränden. Dieser ist gesäumt von einer langen Strandpromenade mit Souvenirläden, Cafés und Nachtbars. Hier tobt das Leben und Millionen Touristen aus Deutschland, England, Russland und skandinavischen Ländern lassen sich hier die Sonne auf den Bauch brutzeln.

Von der Inselmitte spricht kaum jemand. Vielleicht hat der ein oder andere ja schon einmal von den vielen Aloe Vera Farmen gehört, die ebenfalls prägend für das Inselbild sind. Sonst wissen die meisten nur, dass das Inselinnere von Fuerteventura sehr karg ist und es sich nicht unbedingt lohnt dieses zu erkundschaften. Weiterlesen

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Reisen und damit Geld verdienen – Teil 4 – WWOOF

Lange habe ich überlegt ob ich einen Bericht über WWOOF in meine Reihe „Reisen und damit Geld verdienen“ aufnehmen soll. Denn eigentlich verdient ihr hier kein Geld. Dafür bekommt ihr etwas viel wertvolleres: Menschen, Natur und Kultur.

WWOOF – das heißt übersetzt WorldWide Opportunities on Organic Farms.
Die beste Möglichkeit um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und von ihnen zu lernen.
Pro Tag sind normalerweise 4-6 Stunden Arbeit fällig. Dafür bekommt ihr freie Kost & Logis. Ein fairer Austausch und eine unbezahlbare Erfahrung.

In über 50 Ländern weltweit könnt ihr so ganz entspannt arbeiten, die Natur und die Kultur verstehen. Weiterlesen

Geocaching

Schon damals, als noch kaum jemand geocaching kannte und der Hype noch nicht so groß war, hörte ich das erste etwas über Geocaching. Ich fand es eine unheimlich gute Idee, aber da ich damals weder ein GPS besaß, noch wirklich Zeit dazu hatte, dachte ich nicht mehr so viel darüber nach.

In den letzten Jahren wollte ich es immer wieder versuchen – leider habe ich aber nie wirklich Zeit dazu gefunden oder habe es mich nicht alleine getraut anzufangen, da ich ja überhaup keine Ahnung davon hatte.

Als wir jetzt in Stockholm waren, nahm Maria Annika und mich mal mit um einen Cache zu finden. Es war wirkich total einfach und machte zudem noch Spaß, auch wenn wir nur einen in der Stadt gesucht und gefunden hatten.
Das Fieber wurde noch verstärkt als Annika und ich nach Ulm reisten und dort ein wunderbares Geocachinggeschäft (cache-inn) entdeckten, wo wir uns direkt auch über eine Stunde aufhielten und uns mit diversen, total nette, Cachern unterhielten.
Somit war klar: Ich will das auch machen.

Kaum daheim wurde also mein GPS ausgepackt und losgezogen. Erstmal 2 Caches hier in der Gegend rausgesucht und gesucht, gesucht und gesucht und nichts gefunden. Was für eine Enttäuschung.
Ein paar Tage später war ich eh auf einem Spaziergang mit meiner Mutter und hatte mein GPS dabei und schwuuuups die ersten 2 Geocaches gefunden 🙂

Wieder ein paar Tage später war ich mit meiner Mum im Wald laufen. Joggen/Walken konnten wir nicht wirklich weil es ganz schön glatt war, aber immerhin spazieren gehen. Wieder mit GPS im Gepäck und diesmal auch mit Kamera um ein paar schöne Fotos dahin zu zaubern 🙂

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Inzwischen habe ich auch die beiden Geocaches vom Anfang gefunden und habe leider jetzt die Zeit verloren nach weiteren zu suchen.
Ich muss allerdings sagen, dass es wirklich Spaß macht – solange man etwas findet.

Einen Cache, den ich auch gesucht habe, habe ich bestimmt 30min lang gesucht, haben mir Hinweise geholt und weiß eigentlich auch ganz genau wo er sein müsste – da ist er aber nicht. Also bin ich entweder total blind, oder aber der Cache ist weg 😦

Gerne würde ich mich auch mal an schwerere Caches trauen – jedoch am liebsten mit ein paar anderen Leuten zusammen.
Vielleicht habe ich ihm Sommer ja etwas mehr Zeit dafür, da ich leider auch nur wenige Leute kenne, die geocachen.

Alles in allem finde ich es ein wunderbares Hobby – draußen in der Natur, durch den Wald, übers Feld oder auch in der Stadt.
Man entdeckt neue Sachen, teilweise an Orten wo man fast 29 Jahre gelebt hat und noch nie da war. Einfach wunderschön und allemal besser als den ganzen Tag drinnen zu hocken und nichts zu tun!

Wandern auf dem Rothaarsteig

Jedes Jahr veranstaltet meine Mutter mit ihrem Reisebüro einen Wandertag.
Vor 3 Jahren ging ich schon das erste Mal mit auf dem Westerwald, was wirklich eine schöne Wanderung war.

Dieses Mal ging die Reise ins Sauerland.
Zuerst nach Bad Berleburg, wo wir eine Schlossbesichtigung mit machten.
Leider durfte man, wie in fast jedem Schloss, nicht fotografieren und somit bekommt ihr nur Aufnahmen von außen.

Das Besondere am Schloss Berleburg ist, dass es noch voll bewohnt ist. Der älteste Teil des Schlosses ist ein Museum aber in allen anderen Bereichen wohnen heute noch Leute.
Leute, das sind die Familie zu Seyn-Wittgenstein-Berleburg mit ihrem „Oberhaupt“ Richard-Casimir Karl August Robert Konstantin Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Was für ein langer Name.
Er ist verheiratet mit der Schwester der dänischen Königin und sie haben zusammen, ich glaube es waren 3, Kinder. Alle zusammen leben noch in diesem Schloss.
Es wirkt wirklich einladend und nicht so kühl wie manch andere Schlösser.
Jedes Jahr werden Veranstaltungen und Konzerte dort abgehalten für jedermann, sowie werden 1x im Jahr alle „älteren Semester“ zum Kaffee eingeladen. Sehr sozial.

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Weiter gings nach Kühude, wo wir auf unsere Wanderführerin trafen.
Da wir einen Tisch um 1Uhr in der Skihütte in Schanze reserviert hatten, gingen wir auf mehr oder weniger direktem Weg dorthin.
Das Wetter spielte mit, es blieb trocken, wenn auch bewölkt, aber die Stimmung in der Gruppe war ausgelassen und froh.
Zwischendurch gab es immer mal wieder etwas zu sehen, wie z.B. viele Steinmännchen und einen kleinen „Waldgeist“ der wohl oft sein Aussehen verändert, denn mancher Wanderer zieht ihm schonmal einen Rock aus Ästen an oder gibt ihm eine neue Frisur.

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Dann kehrten wir pünktlich in der Skihütte ein. Ein wirklich uriges Plätzchen und nur zu empfehlen. Sehr rustikale Küche, aber sehr sehr leckeres Essen und vor allem RIESEN Portionen.
Das nächste Mal weiss ich, dass ich eine Kinderportion nehme. Obwohl – so lecker wie es war, wurde es auch aufgegessen.
Sehr genial fand ich auch, dass sie alle möglichen Sachen von der Decke baumeln haben und wirklich jeden Kitsch an der Wand hängen haben.
Der Besitzer ist ein ganz lustiges Kerlchen der die ganze Zeit in Lederhosen rumläuft. Wirklich herrlich.

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Weiter ging es auf dem Kyrill Pfad.
Erinnert ihr euch noch an Kyrill? Den riesigen Sturm Anfang 2007? Wenn nicht könnt ihr hier nochmal nachlesen und dabei feststellen, dass der größte Waldschaden hier im Sieger- und Sauerland war.
Einerseits natürlich wirklich schlecht, andererseits gut, denn seitdem gibt es gute Aussichtspunkte überall.
Der Kyrill Pfad wurde errichtet als Andenken an den Orkan. Hier wurde alles genau so belassen, wie man es vorgefunden hatte nach dem Sturm. Keine Aufräumarbeiten wurden getätigt.
Man klettert über Bäume, duckt sich unter Wurzel durch und balanciert über umgestürzte Bäume. Wirklich ein klasse Weg für welchen man festes Schuhwerk benötigt.

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Ein Gruppenfoto durfte natürlich nicht fehlen.
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Weiter ging es auf ein Stück des Skupturenweges.
Zuerst gingen wir zur SKuptur namens Krummstab, den ich allerdings nicht wirklich umwerfend fand.
Weiter liefen wir zum Stück „Kein leichtes Spiel“, welches den (früheren) Konflikt zwischen dem Sauerland und dem Wittgensteinerland deutlich machen sollte und soll dazu auffordern Grenzen zu durchschreiten, was man symbolisch tun kann indem man durch die Türme durchläuft.
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Danach sahen wir uns noch eine Skulptur namens „Steinzeitmensch“ Man, der wie ein Tempel mittem im Wald wirkt und einen 150t schweren Stein zur Mitte hat.

Auch auslassen durften wir nicht die berühmte Hängebrücke, welche 40m lang ist und wirklich Spass bringt wenn man mit vielen Leuten drauf steht und schaukelt.
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Alles in allem ein wirklich wunderschöner Tag mit netten Leuten und gutem Wetter.
Und endlich konnte ich mal wirklich schlafen, seit ich in Deutschland angekommen bin.
Heute in einer Woche fliege ich schon nach Antalya 🙂 WOW – wie die Zeit vergeht.

Die Jagd – und ihre Hunde

Schon seit Anfang September ist Jagdsaison auf Elche, Rentiere und Bären. Das ist vollkommen normal hier oben.

Ein interessanter Fakt zur Bärenjagd ist, dass ich vor nicht allzulanger Zeit in einer deutschen Zeitung gelesen habe, dass es in ganz Lappland nur noch 24 Braunbären gäbe – absoluter Quatsch sage ich da.
Allein hier in dem Jagdgebiet gibt es jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Bären die geschossen werden müssen/dürfen. Ich weiss leider die genaue Zahl nicht mehr, aber ich meine es wären um die 10 gewesen.
Dabei gibt es sogar ein Gesetz wie so ein Bär geschossen werden muss – hält man sich nicht dran drohen hohe Strafen.

Die Jagd hat auch einen Effect auf unser Training da wir bestimmte Strecken nur zwischen 10 und 16 uhr fahren dürfen, sowie am ganzen Wochenende nicht trainieren, da die Hunde sonst das ganze Wild vereiben würden.

Wieso ich aber eigentlich auf die Idee mit dem Jagdbeisg gekommen bin ist, dass Martin und ich heute, wie an jedem freien Tag mit seiner Hündin, Abby, auf einem Joggingtrail spazieren waren, als plötzlich von hinten etwas angerannt kam – ein kleiner Jagdhund mit GPS um den Hals.
Da Abby gerade läufig ist war der kleine natürlich nicht erpischt darauf von uns weg zu gehen und folgte uns weiter.
Wir riefen Anders an und beschrieben den Hund. Er sagte uns, dass er wüsste wem er gehört und ihn anrufen würde… natürlich hatte aber wohl der Jäger sein Handy aus und Anders erreichte ihn nicht, sagte aber zu uns, dass wir den Hund einfach machen lassen sollen, denn immerhin hat er ja ein Gps um den Hals.
Auf der Strasse war uns dann doch etwas mulmich, da wir Angst hatten er würde überfahren – anpacken und anleinen liess er sich jedoch auch nicht.
Da wir eh noch kurz einkaufen mussten fragten wir auch do was wir machen sollten – ohne Erfolg.
Zurück zu Hause lief er dann noch etwas hinter uns her bevor er verschwand… hoffentlich zu seinem Herrchen der sich bestimmt die ganze Zeit gefragt hat, wieso sein Hund im Dorf jagen geht 😉

Hier ein paar Impressionen vom Spaziergang

und der kleine mann der uns gefolgt ist

Materialkunde

Heute möchte ich euch ein wenig über das Material erzählen, welche wir im Moment verwenden.

Sobald wir auf die Schlitten gehen gibt es dann nochmal ein update.

wir fahren zur Zeit mit drei Quads, auch ATVs gennant. An diesen sind eine Art Abschleppseile angebracht und an diesen ein grosser Karabiner an welchem die eigentlichen Zugseile hängen.

Diese wären da:

Gangline: eine mit draht durchzogene Leine etwas über 1m lang die das Quad eigentlich zieht. Rechts und Links von dieser verlaufen die jeweils anderen Seite und zu jeder Seite läuft ein Hund

Tugline: Hiermit zieht der Hund. Es ist mit dem Geschirr des Hundes fest verbunden bzw mit dessen Geschirr. An den Tuglines sieht man ob und wie viel ein Hund zieht. Hängen diese durch zieht ein Hunde nicht mehr.

Neckline: Eine kurze, wieder mit Draht durchzogene Leine, welche mit dem Halsband des Hundes verbunden ist und nur dafür da ist, dass der Hund vorne gehalten wird und nicht z.B. einem Rentier in den Wald hinterherläuft. Diese haben aber natürlich eine Schwachstelle, sollte doch mal irgendetwas sein und der Hund MUSS sich losreizen. Hier sind es Plastik-Karabiner, welche schnell reissen wenn ein Hund zu kräftig zieht.

So viel zu den Leinen, aber die sind natürlich nicht alles. Ganz wichtig sind die Geschirre.
Da gibt es auch die unterschiedlichsten. Am alten Ort gab es welche, die nur zur Seite ziehen. Heisst ein Hund konnte immer nur auf einer Seite laufen, wollte der Hund lieber auf der anderen Seite laufen, musste man diesen komplett umspannen.

Hier gibt es die gängisten Geschirre, die über den ganzen Rücken ziehen was besser für die Hunde ist (darüber streiten sich natürlich die Meinungen). Auch da gibt es verschiedene.
Welche die ein H-Geflecht am Rücken haben, aber auch welche die auf dem Rücken gekreuzt sind, wie die, die wir hauptsächlich benutzen. Diese haben hinten nochmal einen Bändel und an diesem entweder einen Eskimo-Haken, welchen man in die Tugline einhängt oder einen Karabiner… wobei glaub ich das langfristige Ziel ist alle mit Eskimohaken zu haben – sehr praktisch.

Eskimohaken

Das erstmal zum ersten Teil der Materialkunde 🙂 Wenn euch mehr von dem Material interessiert was wir im Moment benutzen schreib es in die Kommentare.

Training – 10 km – 4 Leute

Da wir ja erst vor zwei Wochen mit dem Training angefangen haben fahren wir im Moment noch 10km. So starten die Hunde wieder in die Trainings Saison bevor es dann auf 15km, 25km und schliesslich auf die Schlitten geht.

Als Martin und ich noch alleine trainiert haben sind wir noch zu zweit auf dem monkey mit 16 Hunden vor gefahren. Jetzt sind wir zu viert und fahren mit 32 Hunden gleichzeitig raus. Dass heisst zwei fahren mit dem monkey und zwei fahren jeweils auf einem unmotorisiertem quad mit 8 Hunden davor.

8 Hunde, das ist auch etwas anderes wie ich es kenne. In Finnland die letzten 3 Jahre waren es 9-11 Hunde vor noch leichteren quads. Hier ist 8 die absolute Obergrenze… und ich kann euch sagen, die haben eine Power, unbeschreiblich!

Erst hatten wir eine 10km strecke durch Wald und kleinen waldwegen, seit dieser Woche ist aber jagdsaison und wir fahren nur noch auf größeren forstrassen bis wir unseren neuen alternativail befahren können. Da warten wir eigentlich nur noch auf Material die Brücke die wir dafür brauchen fertig zu bauen.

Das Training im herbst ist immer eine harte zeit, körperlich. Während man im Winter eher mental arbeitet mit Gästen etc ist es im Moment an der zeit körperlich abzuhärten. Bei Temperaturen um die Null Grad und viel regen bin ich damals in meiner ersten Saison noch an meine grenzen gegangen während ich es jetzt mit Selbstverständlichkeit hin nehme. Schon faszinierend wie sich der Körper an Gegebenheiten anpasst.

Endlich wieder Training

Nachdem schon seit ein paar Tagen die Temperaturen in einen angenehmen Bereich gefallen sind, war es gestern endlich so weit.
Am Morgen versorgte ich die Hunde und bereitete die Halsbaender vor. M. bereitete in der Zeit die Gangline vor unserem „Monkey“ (eine Art ATV) vor.
Am Nachmittag, als unser Chef zurueck zum Camp kam ging es dann los. Das erste mal fuer diese Saison „Training“ mit den Hunden. 🙂
Man merkte – die Hunde waren mega aufgeregt und auch wir Menschen konnten es kaum erwarten unsere 4-Beiningen Freunde wieder ziehen zu sehen, wie sie gluecklich sie vor dem Quad ziehen.
Die erste Runde fuhren wir zusammen mit unserem Chef um den momentanen Trail kennen zu lernen – ab morgen trainieren wir dann alleine wenn es das Wetter zulaesst 🙂 Fun times!