Materialkunde

Heute möchte ich euch ein wenig über das Material erzählen, welche wir im Moment verwenden.

Sobald wir auf die Schlitten gehen gibt es dann nochmal ein update.

wir fahren zur Zeit mit drei Quads, auch ATVs gennant. An diesen sind eine Art Abschleppseile angebracht und an diesen ein grosser Karabiner an welchem die eigentlichen Zugseile hängen.

Diese wären da:

Gangline: eine mit draht durchzogene Leine etwas über 1m lang die das Quad eigentlich zieht. Rechts und Links von dieser verlaufen die jeweils anderen Seite und zu jeder Seite läuft ein Hund

Tugline: Hiermit zieht der Hund. Es ist mit dem Geschirr des Hundes fest verbunden bzw mit dessen Geschirr. An den Tuglines sieht man ob und wie viel ein Hund zieht. Hängen diese durch zieht ein Hunde nicht mehr.

Neckline: Eine kurze, wieder mit Draht durchzogene Leine, welche mit dem Halsband des Hundes verbunden ist und nur dafür da ist, dass der Hund vorne gehalten wird und nicht z.B. einem Rentier in den Wald hinterherläuft. Diese haben aber natürlich eine Schwachstelle, sollte doch mal irgendetwas sein und der Hund MUSS sich losreizen. Hier sind es Plastik-Karabiner, welche schnell reissen wenn ein Hund zu kräftig zieht.

So viel zu den Leinen, aber die sind natürlich nicht alles. Ganz wichtig sind die Geschirre.
Da gibt es auch die unterschiedlichsten. Am alten Ort gab es welche, die nur zur Seite ziehen. Heisst ein Hund konnte immer nur auf einer Seite laufen, wollte der Hund lieber auf der anderen Seite laufen, musste man diesen komplett umspannen.

Hier gibt es die gängisten Geschirre, die über den ganzen Rücken ziehen was besser für die Hunde ist (darüber streiten sich natürlich die Meinungen). Auch da gibt es verschiedene.
Welche die ein H-Geflecht am Rücken haben, aber auch welche die auf dem Rücken gekreuzt sind, wie die, die wir hauptsächlich benutzen. Diese haben hinten nochmal einen Bändel und an diesem entweder einen Eskimo-Haken, welchen man in die Tugline einhängt oder einen Karabiner… wobei glaub ich das langfristige Ziel ist alle mit Eskimohaken zu haben – sehr praktisch.

Eskimohaken

Das erstmal zum ersten Teil der Materialkunde 🙂 Wenn euch mehr von dem Material interessiert was wir im Moment benutzen schreib es in die Kommentare.

Training – 10 km – 4 Leute

Da wir ja erst vor zwei Wochen mit dem Training angefangen haben fahren wir im Moment noch 10km. So starten die Hunde wieder in die Trainings Saison bevor es dann auf 15km, 25km und schliesslich auf die Schlitten geht.

Als Martin und ich noch alleine trainiert haben sind wir noch zu zweit auf dem monkey mit 16 Hunden vor gefahren. Jetzt sind wir zu viert und fahren mit 32 Hunden gleichzeitig raus. Dass heisst zwei fahren mit dem monkey und zwei fahren jeweils auf einem unmotorisiertem quad mit 8 Hunden davor.

8 Hunde, das ist auch etwas anderes wie ich es kenne. In Finnland die letzten 3 Jahre waren es 9-11 Hunde vor noch leichteren quads. Hier ist 8 die absolute Obergrenze… und ich kann euch sagen, die haben eine Power, unbeschreiblich!

Erst hatten wir eine 10km strecke durch Wald und kleinen waldwegen, seit dieser Woche ist aber jagdsaison und wir fahren nur noch auf größeren forstrassen bis wir unseren neuen alternativail befahren können. Da warten wir eigentlich nur noch auf Material die Brücke die wir dafür brauchen fertig zu bauen.

Das Training im herbst ist immer eine harte zeit, körperlich. Während man im Winter eher mental arbeitet mit Gästen etc ist es im Moment an der zeit körperlich abzuhärten. Bei Temperaturen um die Null Grad und viel regen bin ich damals in meiner ersten Saison noch an meine grenzen gegangen während ich es jetzt mit Selbstverständlichkeit hin nehme. Schon faszinierend wie sich der Körper an Gegebenheiten anpasst.

Blau – und Moltebeerenzeit

Seit 2 Wochen ist es wieder soweit. Die Zeit der Beeren ist angebrochen. Es fing damit an, dass auf den Plaetzen, die am meisten von der Sonne beschienen wurden die ersten Blaubeeren anfingen an den Streuchern zu spriessen. Noch waren sie klein und eher Lila statt blau.

Inzwischen spriessen die Blaubeeren nur so und wir koennten stundenlang im Wald gebueckt umherlaufen und tonnenweise Blaubeeren pfluecken. Jedoch beschraenken wir uns auf alle paar Tage mal eine Stunde oder kuerzer um genug fuer ein frisches Fruehstueck zu haben.

Frische Blaubeeren sollen eher abfuehrend wirken, waehrend getrocknete oder gekochte Blaubeeren gegen Durchfall helfen sollen – schon faszinierend wie ein und dieselbe Beere eine so gegensetzliche Wirkung haben kann.

Die Moltebeere (engl. Cloudberry, finn. Lakka) ist das Wahrzeichen Lapplands und ist u.A. auch auf der Finnischen 2-Euro-Muenze zu finden.

Sie ist seltener und nur in Sumpfgebieten zu finden und auch schwerer zu picken, da die Beeren nur einzeln an den Streuchern wachsen. Wir haben hier jedoch das Glueck ein Sumpfgebiet fast direkt hinter dem Haus zu haben (was uns leider auch Millionen von Muecken beschert) und wir koennen auch hier fleissig sammeln gehen.

Die Moltebeere wird in Schweden meist gesuesst gegessen oder zur Essigbereitung verwendet. In Finnland isst man sie zusammen mit dem sogenannten finnischen „Brotkaese“.

Zu guter Letzt ein Foto von ca. 10-15min sammeln vor 2 Tagen. 🙂

Eine Wildnisshuette im Sommer

Gestern hatten M und ich eigentlich frei, aber unser Chef fragte uns ob wir nicht mit wollen wuerden eine ihrer Winterhuetten sauber machen und danach grillen. Nur fuer einen halben Tag und wir durften uns die Zeit als Arbeitszeit aufschreiben. Also sagten wir uns „okay solange es nur dieses eine mal ist kommen wir mit obwohl wir eigentlich frei haben“…

Somit ging es gestern los zu der Huette von Explore the North die direkt an einem Fluss liegt. Weiterlesen