Nachtwächterführung in Siegen

Schon oft habe ich von „Nachtwächterführungen“ gelesen oder gehört. Einige habe ich auch bei Besuchen diverser Städte gesehen. Aber mitgemacht habe ich bis jetzt noch keine. Bis gestern.

Für alle, denen das vielleicht neu ist: Eine Nachtwächterführung ist eine Stadtführung der anderen Art.
Am Abend, wenn alles dunkel ist, beginnt eine solche Führung durch die Altstädte dieser Welt, zusammen mit einem Nachtwächter, welcher mit Hellebarde und Laterne ausgestattet ist.
Erzählt wird nicht in einem trockenen „blabla“, sondern interessante und gar gruselige Geschichten aus dem Mittelalter werden erzählt und der ein oder andere wird direkt mit ins Geschehen eingebunden.

Gestern war es also soweit, ich habe endlich mal in Siegen bei einer Nachtwächterführung beigewohnt, dank meiner Mutter, welche diese grandiose Idee hatte.
Begrüßt wurden wir an Siegens Wahrzeichen, der Nikolaikirche, von Balthasar III.

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Er stellte sich uns vor und wir mussten uns ihm danach vorstellen.
Zu jedem hatte er das passende zu sagen, ich war zum Beispiel „die kleine Melanie“. Daraufhin habe ich mich erstmal als „Vagabund auf hoher See“ zu erkennen gegeben.
Er erzählte uns viel zur Nikolaikirche, bevor wir immer weiter gingen.
Oft machten wir Halt und bekamen wundersame Stories zu hören, wie z.B. auch beim Rathaus, wo 2 der anderen „Gäste“ als die Rubensfamilie dargestellt wurden.

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Schon an der nächsten Station bekamen weitere Passanten ihre Rollen zugeteilt.
So musste einer für den Rest des Abends die Hellebarde tragen und unser einzigstes kleines Kind musste den „Armleuchter“ spielen und mit der Laterne voraus laufen.
Dann ging es um die „Waschweiber von früher und wie diese bestraft wurden, wenn sie Streit auszutragen hatten. Das ganze sah dann früher so aus:

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Im Mittelalter durften die Frauen dann von allen anderen mit faulen Eiern und allem anderen beschmissen werden. LEIDER hatte niemand von uns faule Eier dabei 🙂

Schon ging es weiter in die Altstadt hinein und ich war verwundert, habe ich es doch in fast 29 Jahren nicht einmal geschafft in die Altstadt von Siegen zu gehen.
Zu sehen gibt es bei Tage wohl nicht so viel, jedoch sind dort wirklich wunderschöne, alte Fachwerkhäuser und das ein oder andere nette Restaurant.
Durch die Geschichten des Nachtwächters wurden die Straßen jedoch lebendig und die Geschichten zogen alle in ihren Bann.

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Zum aufwärmen gab es dann noch gegen Ende einen kleinen Snaps für jeden und schon ging es weiter zu einer der Kirchen in Siegen.
Dort musste ich mal wieder herhalten und ihm sagen, ob ich die Kirche dort sehe. Ich natürlich nur „ja“ – TJA, falsch, im Mittelalter stand die ja noch gar nicht 😉

An der Nikolaikirche endete auch schon wieder die Führung und wir verabschiedeten uns. Allen von uns Gästen, die so fleissig mitgemacht haben, wurde nochmal gedankt und wir gingen unserer Wege.

Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen eine solche Führung mitzumachen. Es gibt sie in fast jeder Deutschen Stadt und man sollte sich diese wirklich nicht entgehen lassen.

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Leipzig 27.11.-28.11.2013

Ursprünglich wollten wir nach Stuttgart zu Annika durchfahren. Kurzfristig entschieden wir, dass das eindeutig eine zu lange Zeit ist und wir einen Zwischenstop einlegen sollten.
Ein kurzer Blick auf die Karte verriet uns, dass wir noch nie in Leipzip waren und uns das ja mal anschauen könnten.
Leider hatten die Couchsurfer, die wir anschrieben, alle keine Zeit.
Kurzfristig schrieb ich bei Claudia noch in eine Emergency Gruppe und hatte keine 30min später eine Antwort von einem Couchsurfer aus Leipzip.
Wir sagten natürlich zu, nachdem wir sein Profil studiert hatten und somit ging es am letzten Tag von Berlin weiter nach Leipzip.
Das war natürlich kein wirklich langer weg, mein Navi machte auch keine Zicken und wir waren schon am frühen Nachmittag dort.

Daniel begrüßte uns direkt und wir tranken erstmal alle Tee zusammen, bevor er noch mal zur UNI musste und Annika und ich ins Stadtzentrum liefen und uns die Weihnachtsmärkte von Leipzip etwas anschauten.
Wirklich schöne Märkte gab es dort.
Zum Beispiel einen Märchenwald, wo diverse Märchen aus Puppen gefertigt dargestellt wurden. Jedoch wurde in jedem Märchen ein Fehler versteckt. Ziemlich offensichtlich, aber für Kinder wirklich schön gemacht.

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Ein weiterer war ein historischer Markt, wo wir aber nur kurz drüber gingen, weil wir noch zusammen Abendessen kochen wollten.

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Also MarschMarsch zurück, eingekauft und die Kochlöffel geschwungen.
Nach dem Essen überlegten wir erst, ob wir noch mal auf nem Drink raus gehen… blieben jedoch letztendlich den ganzen Abend drinnen, da wir uns irgendwie mit Karten (Shithead) festspielten, bevor wir ins Bett gingen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns, ohne Frühstück und gingen in Richtung Innenstadt.
Dort machten wir uns zurerst auf zur Touristeninfo und besorgten uns einen Stadtplan.
Von dort ging es weiter zur Thomaskirche, wo Bach gespielt hat und auch sein Grab seit 1950 liegt.
Diese besichtigten wir auch von innen. Eine wirklich schöne Kirche.

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Weiter ging es zum Burgplatz und zum Rathaus.

Schon war es Zeit für die Weihnachtsmärkte, wo wir natürlich zu Mittag aßen, ich eine heiße Schoki trank und wir einfach ein wenig bummelten.
Auf dem Weg zurück zum Auto legten wir dann noch einen Stopp ein in der Nikolaikirche, um diese auch mal gesehen zu haben.
Ich persönlich fand sie jetzt nicht so prickelnd mit ihrem „pinken“ Inneren, aber es war mal etwas anderes.

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Wir liefen also zurück zu Auto um weiter zu Annika nach Hause zu fahren. Aber auch das ist wieder eine andere Geschichte.

Ein gemütliches Wochenende in Kiruna

Einfach mal ein paar Tage weg von allem, bevor wir uns 6 Monate nicht sehen, das war unser Vorhaben und so fuhren wir am Samstag Spätnachmittag nach Kiruna.

Im Hotel, Scandic Ferrum, angekommen, checkten wir ein und gingen ein wenig durch das kleine Städtchen spazieren. Zu sehen gab es nicht viel und an einem Samstag Abend war alles schon geschlossen.
Somit verbrachten wir einfach einen schönen Abend im Hotel mit einer ATEMBERAUBENDEN Aussicht von unserem Zimmerfenster auf die Mine.

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Am nächsten Morgen, nach einem riesigen und leckerem Frühstücksbuffet, vertraten wir uns die Beine ein wenig und schauten, was die kleine Stadt so alles zu bieten hat.

Wir schafften es sogar zum Rathaus und zur Kirche. Das Rathaus selber hat mich nicht umgehauen. Der Kirche schenkten wir schon etwas mehr Beachtung. Sie zählt zu den schönsten Kirchen Schwedens und wurde zwischen 1903 und 1912 erbaut. Der Baustil vereinigt amerikanischen Holzstil mit norwegischem Stabkirchen und samischen Koten.

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Danach gingen wir noch zu einem Park von wo aus man einen schönen Blick auf die Mine hatte – auch wenn das Wetter nicht das schönste war.

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Um 15Uhr war es dann soweit und wir  taten etwas, was wirklich typisch touristisch ist und machten eine Tour in die Mine mit.

Es handelt sich hierbei um die grösste natürliche Eisenerzader der Welt. Sie ist 80m breit, 4km lang und mindestens 2km tief (weiter hat man noch nicht geforscht). Seit den Anfängen wurde mehr als 1 Billionen Tonnen Eisenerz abgebaut und der momentane Level liegt bei 1365m.

Zudem zählt sie zu einer der sichersten Minen der Erde.

Wir fuhren mit dem Bus unter Tage, denn unter dem Berg Kiirunavaara (Schneehuhnberg), gibt es ein richtig ausgebautes Strassennetz, damit die Arbeiter gut zur und von der Arbeit weg kommen.

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Wir stoppten auf der Besucheretage und unser Guide gab uns zuallererst Helme, die wir die ganze Zeit tragen mussten und gab uns eine kurze Einführung, bevor wir umhergingen und alles haargenau erklärt bekamen. Vom Abbau, über die Verarbeitung und Verschiffung.

Dazu sahen wir einen Film über LKAB (die Firma der Mine) und es gab etwas Kaffee und Kuchen bevor wir noch etwas Zeit hatten das Museum auf eigene Faust zu erkundschaften.

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Schröder war auch mit dabei und ich habe sogar mal dran gedacht ein Foto von ihm zu machen.

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Ein weiterer interessanter Fakt zu der Mine ist, dass Kiruna in den nächsten 10 Jahren komplett umziehen muss. Wieso? Weil es sonst im Erdboden versinkt. LKAB wird dafür sämtliche Kosten übernehmen und die Leute können sich sogar aussuchen ob sie lieber ihr altes Haus mitnehmen wollen oder ein komplett neues wollen. Wirklich faszinierend.

Wieso es im Erdboden versinken würde? Die Seite von der Erzader in welcher nicht gearbeitet wird rutscht immer weiter nach unten, da Eisenerz abgebaut wird und Geröll nachrutscht um den Berg stabil zu halten. Und da ist Kiruna leider im Weg je tiefer man kommt.

 

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Abends gönnten wir uns etwas feines. Ein Essen in „Mommas Steakhouse“, direkt neben unserem Hotel. Das war ein Gaumengenuss der Extraklasse. Ich habe in den letzten Jahren nie ein Steak gegessen welches soooooo lecker war. Nur zu empfehlen.

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Alles in allem war es ein super Wochenende und ein schöner Abschluss, bevor wir morgen und übermorgen dann ausziehen und ich am Donnerstag nach Hause fliege.

Martin hat jetzt übrigens auch ein weblog. abbythesleddog  schaut doch mal vorbei 🙂