Ich bin dann (mal wieder) weg

Hat jemand von euch die letzten 2 Monate gesehen? Wo sind sie hin frage ich mich immer und immer wieder, denn, wie es bei Urlauben meist der Fall ist, geht die Zeit viel zu schnell vorbei.

Tatsächlich habe ich es geschafft zwei Monate lang mein Heimatland Deutschland nicht zu verlassen. Wie untypisch von mir.
Wenig erlebt habe ich deswegen jedoch ganz und gar nicht. Vor allem habe ich endlich nochmal einen Urlaub gehabt in welchem ich viele Freunde getroffen habe und hier in der Umgebung unterwegs war. Weiterlesen

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Schlittenhunderennen so nah und doch so fern

Die meisten von euch wissen, dass ich 4 Jahre als Schlittenhundeguide gearbeitet habe. Drei Jahre habe ich in Finnland gearbeitet und ein Jahr in Schweden.

Noch heute sage ich, dass das mein absoluter Traumjob ist. Leider auch einer, den ich nicht mein ganzes Leben lang machen möchte. Ich bin ein Mensch der Abwechslung braucht in den beruflichen Tätigkeiten und nach 4 Jahren war es genug, ich brauchte Sonne und andere Länder.

Während ihr vor dem TV sitzt und vielleicht ein Fußballtunier verfolgt oder ein Formel 1 Rennen, sitze ich im Winter vor dem Internet und verfolge das Idiarod, das Yukon Quest und viele andere Schlittenhunderennen.
Live war ich noch nie bei einem dabei – bis jetzt. Weiterlesen

Kangos 15.11. – 18.11.

Morgen geht unser Roadtrip dann richtig los und bis dahin erzähle ich euch, was so alles in Kangos passiert ist.

Passiert ist eigentlich nichts, zumindest nichts negatives.
Nach meinem letzten Beitrag sind wir wirklich schlafen gegangen, wurden kurze Zeit später jedoch schon wieder geweckt. Martin rief an und informierte uns, dass es draußen Nordlichter geben würde.
Das waren einige der größten Nordlichter, die ich jemals gesehen hatte und für Annika fand ich es natürlich auch umso schöner, dass sie ihre ersten Nordlichter sehen konnte und dann auch noch in DIESEM Umfang.
Fast alle standen draußen und staunten. Einfach wunderbar.
Leider habe ich ja (noch) keine sooo gute Kamera und somit sind meine Fotos auch eher bescheiden ausgefallen.
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Am nächsten Morgen dann direkt nach nächste Highlight. Wir durften mit auf eine kuzr 14km Tour mit Martin kommen. Ich habe mir ja schon gewünscht, dass ich nochmal auf dem Schlitten stehen darf, aber dass es wirklich geklappt hat, war super. 🙂
Es war eine schöne, kleine Tour, von der ich, zumindest einige Meter vom Trail, auch noch gar nicht kannte.
Die Hunde sind in einer wirklich super Verfassung 🙂

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Dann war es Zeit für unseren „Deal“. Wir holen den neuen Guide vom Flughafen ab und haben somit einen Firmenwagen um unser Gepäck abzuholen.
Auf dem Weg dorthin muss ich sagen, dass die Leute vom Flughafen völlig unenspannt waren. Die haben 2x unterwegs angerufen wann wir denn kommen würden um unser Gepäck abzuholen. Echt ziemlich nervtötend.
NAtürlich kamen wir auch 5min zu spät zum Flughafen, weil wir so lange an einer Baustellenampel standen.

Zurück in Kangos fing ich an mein Auto auszumisten, während Annika etwas auf dem Zimmer blieb.
Ich plauschte ein wenig mit den neuen Guides und mit Martin und zu guter letzt spielten Annika, Martin und ich noch ein paar Runden das Kartenspiel „Shithead“

Heute ging es dann in die nächste Runde Schlitten fahren. Diesmal 50km und größtenteils… okay eigentlich bis auf eine Abzweigung, Trails die ich auch schon kannte. Einige mit neuen „Abendteuerkurven“ und Stöcken die ja ganz normal sind beim Training.
Die Schneeanker halten natürlich auch noch nicht überall, aber irgendwie ging das schon alles gut und wir hatten schon wieder suuuuperwetter 🙂
Einfach herrlich wieder durch den Schnee zu gleiten.
Ich werde es echt vermissen diesen Winter und morgen, wenn wir unseren Roadtrip starten, wird mir das Herz bluten – das weiß ich schon jetzt.
Aber hier an dieser Stelle nochmal: DANKE – an Martin, dass er uns mitgenommen hat 🙂

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Nachdem ich nochmal mitgeholfen hatte „Scheiße zu kratzen“ ging es dann wirklich mal ans Auto-aufräumen. Meine Winterreifen abtauen, Schnee wegschaufeln vom Auto und umpacken/ausmisten.
Ich hoffe unsere Sachen, die wir jetzt mitgenommen haben, passen auch noch hinein und dann kann es morgen früh auch schon losgehen.
Gleich hole ich mal noch meine Gitarre bei Anders und es wird eine weitere lustige Runde „Shithead“ gespielt.

Alles in allem eine wunderbare Zeit hier oben und ich weiß, dass mein Herz noch immer hier oben hängt, im Schnee, bei den Hunden, in der ruhigen Natur.

Wie die Puppies trainiert werden….

Eine Email die meine facebookseite erreichte brachte mich auf eine Idee und ich war selber überrascht bis jetzt moch nichts darüber geschrieben zu haben: wie trainiert man den Hunden das „ziehen“ an.

Alaskan Huskies haben etwas, dass sich „will to go“ nennt. Dies ist ihnen natürlich angeboren.

Trotzdem muss man die jungen Hunde noch an Geschirr und Halsband gewöhnen.

Ein Halsband zieht man ihnen erstmal einfach an und schaut wie sie reagieren.

Danach spannt man ein Stake-out (eine Kette an welcher die Hunde auch im Winter an den Hütten übernachten) und setzt die Junghunde nur für eine kurze Zeit an diese dran.

Als Ablenkung gibtman ihnen etwas leckeres zu fressen und redet ihnen gut zu.

So lernen sie, dass es nichts schlimmes ist wenn es etwas am Hals zieht.

Mit dem Geschirr sieht es etwas anders aus. Diese ziehe wir den Hunden in aller Ruhe an damit sie sich drangewöhnen, dass e nichts schlimmes ist.

dann kenne ich zwei Variante, die ich beide gut finde.

Am alten Ort in Finnland sind wir jeweils zu zweit raus. Einer den zu trainierenden Hund mit dem Bauchgurt, der andere mit Futter vorran.

Hier haben wir auch den Bauchgurt, lassen aber andere Hunde einfach vorlaufen

anach werden die Hunde vor den Schlitten gespannt. Erst neben ruhige, alte Hunde, damit sie lernen können ruhig zu stehen… schon nach einiger Zeit kann man die Junghunde aber an jeglicher Position vor dem Schlitten ausprobieren könen.

Materialkunde

Heute möchte ich euch ein wenig über das Material erzählen, welche wir im Moment verwenden.

Sobald wir auf die Schlitten gehen gibt es dann nochmal ein update.

wir fahren zur Zeit mit drei Quads, auch ATVs gennant. An diesen sind eine Art Abschleppseile angebracht und an diesen ein grosser Karabiner an welchem die eigentlichen Zugseile hängen.

Diese wären da:

Gangline: eine mit draht durchzogene Leine etwas über 1m lang die das Quad eigentlich zieht. Rechts und Links von dieser verlaufen die jeweils anderen Seite und zu jeder Seite läuft ein Hund

Tugline: Hiermit zieht der Hund. Es ist mit dem Geschirr des Hundes fest verbunden bzw mit dessen Geschirr. An den Tuglines sieht man ob und wie viel ein Hund zieht. Hängen diese durch zieht ein Hunde nicht mehr.

Neckline: Eine kurze, wieder mit Draht durchzogene Leine, welche mit dem Halsband des Hundes verbunden ist und nur dafür da ist, dass der Hund vorne gehalten wird und nicht z.B. einem Rentier in den Wald hinterherläuft. Diese haben aber natürlich eine Schwachstelle, sollte doch mal irgendetwas sein und der Hund MUSS sich losreizen. Hier sind es Plastik-Karabiner, welche schnell reissen wenn ein Hund zu kräftig zieht.

So viel zu den Leinen, aber die sind natürlich nicht alles. Ganz wichtig sind die Geschirre.
Da gibt es auch die unterschiedlichsten. Am alten Ort gab es welche, die nur zur Seite ziehen. Heisst ein Hund konnte immer nur auf einer Seite laufen, wollte der Hund lieber auf der anderen Seite laufen, musste man diesen komplett umspannen.

Hier gibt es die gängisten Geschirre, die über den ganzen Rücken ziehen was besser für die Hunde ist (darüber streiten sich natürlich die Meinungen). Auch da gibt es verschiedene.
Welche die ein H-Geflecht am Rücken haben, aber auch welche die auf dem Rücken gekreuzt sind, wie die, die wir hauptsächlich benutzen. Diese haben hinten nochmal einen Bändel und an diesem entweder einen Eskimo-Haken, welchen man in die Tugline einhängt oder einen Karabiner… wobei glaub ich das langfristige Ziel ist alle mit Eskimohaken zu haben – sehr praktisch.

Eskimohaken

Das erstmal zum ersten Teil der Materialkunde 🙂 Wenn euch mehr von dem Material interessiert was wir im Moment benutzen schreib es in die Kommentare.

Training – 10 km – 4 Leute

Da wir ja erst vor zwei Wochen mit dem Training angefangen haben fahren wir im Moment noch 10km. So starten die Hunde wieder in die Trainings Saison bevor es dann auf 15km, 25km und schliesslich auf die Schlitten geht.

Als Martin und ich noch alleine trainiert haben sind wir noch zu zweit auf dem monkey mit 16 Hunden vor gefahren. Jetzt sind wir zu viert und fahren mit 32 Hunden gleichzeitig raus. Dass heisst zwei fahren mit dem monkey und zwei fahren jeweils auf einem unmotorisiertem quad mit 8 Hunden davor.

8 Hunde, das ist auch etwas anderes wie ich es kenne. In Finnland die letzten 3 Jahre waren es 9-11 Hunde vor noch leichteren quads. Hier ist 8 die absolute Obergrenze… und ich kann euch sagen, die haben eine Power, unbeschreiblich!

Erst hatten wir eine 10km strecke durch Wald und kleinen waldwegen, seit dieser Woche ist aber jagdsaison und wir fahren nur noch auf größeren forstrassen bis wir unseren neuen alternativail befahren können. Da warten wir eigentlich nur noch auf Material die Brücke die wir dafür brauchen fertig zu bauen.

Das Training im herbst ist immer eine harte zeit, körperlich. Während man im Winter eher mental arbeitet mit Gästen etc ist es im Moment an der zeit körperlich abzuhärten. Bei Temperaturen um die Null Grad und viel regen bin ich damals in meiner ersten Saison noch an meine grenzen gegangen während ich es jetzt mit Selbstverständlichkeit hin nehme. Schon faszinierend wie sich der Körper an Gegebenheiten anpasst.

Endlich wieder Training

Nachdem schon seit ein paar Tagen die Temperaturen in einen angenehmen Bereich gefallen sind, war es gestern endlich so weit.
Am Morgen versorgte ich die Hunde und bereitete die Halsbaender vor. M. bereitete in der Zeit die Gangline vor unserem „Monkey“ (eine Art ATV) vor.
Am Nachmittag, als unser Chef zurueck zum Camp kam ging es dann los. Das erste mal fuer diese Saison „Training“ mit den Hunden. 🙂
Man merkte – die Hunde waren mega aufgeregt und auch wir Menschen konnten es kaum erwarten unsere 4-Beiningen Freunde wieder ziehen zu sehen, wie sie gluecklich sie vor dem Quad ziehen.
Die erste Runde fuhren wir zusammen mit unserem Chef um den momentanen Trail kennen zu lernen – ab morgen trainieren wir dann alleine wenn es das Wetter zulaesst 🙂 Fun times!

Alaskan Husky

Die am haeufigst gestellte Frage als Huskyguide ist: „Sind das ueberhaupt Huskies? Die sehen ja ganz anders aus – wie normale Haushunde“

Viele kennen nur die eine Sorte Husky: Sibirian Husky. Einige kennen dazu auch noch Malamuten
Hier, sowie an meinem alten Arbeitsplatz in Finnland haben wir Alaskan Huskies… oder, as simple as it gets – Schlittenhunde.

Der Alaskan Husky ist kein reinrassiger Hund sondern eine gezuechtete Rasse seit Anfang des 20. Jahrhunders. Waehrend z.B. Sibirian Huskies sehr stark sind, werden sie niemals so schnell und ausdauernt wie Alaskan Huskies sein.
Anfangs war es noch verpoehnt Alaskan Huskies bei Rennen vor den Schlitten zu spannen. Heute sehen diejenigen meist alt aus, die noch reinrassige Sibirian Huskies nehmen anstatt sich dem Trend anzupassen.

Die Hunde haben meistens spitze Ohren und einen flauschigen Schwanz. Die Augenfarbe kann variieren, von braun, ueber blau bis gruen oder grau. Einige Hunde haben auch zweifarbige Augen. Das restliche Aussehen kommt ganz darauf an welche Blutlinien vermischt werden (die bekanntesten sind u.A. die Attla Linie oder die Aurora Linie).

Zwei weitere Besonderheiten sind die ausgesprochene Zuneigung zu Menschen sowie der sogenannte „Will to go“.
Ersteres macht die Tiere besonders vorteilhaft fuer den Tourismus mit den Hunden. Gaeste, die auf eine Huskyfarm kommen und Angst vor Hunden haben sind meist diejenigen die mit Traenen in den Augen auf dem Weg zum Fughafen sind, weil sie Hunde so schrecklich vermissen. Sie bekommen einfach nicht genug davon zu kuscheln und die volle Aufmerksamkeit zu bekommen.
Zweiteres, der „will to go“ ist das natuerliche Verlangen danach zu rennen und zu ziehen. Bei 99% der Hunde braucht man nicht grossartg zu zeigen, was es heisst etwas zu ziehen. Es ist in ihrem Blut und sie leben nur dafuer, dass sie laufen, laufen und laufen koennen.

Die Groesse sowie das Gewicht der Hunde variiert ebenfalls entsprechend der hineingezuechteten Rassen. Die meisten Hunde sind jedoch 17-35kg schwer.
Waehrend es im Sommer zu warm fuer sie ist und sie lieber auf der faulen Haut liegen, rennen sie, nach entsprechendem Training bis zu 70km am Tag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 11-15km/h, bei grossen Rennen sogar noch mehr und noch schneller.

Diese meist gestellte Frage der Touristen, man beantwortet sie bis zu 5x pro Woche im Winter, jedoch nicht in dieser Ausfuehrlichkeit. Ich finde diese Frage eine durchaus berechtigte Frage und habe nichts dagegen sie noch 300x zu beantworten. Einige andere Fragen dagegen sind einfach, wie soll ich mich ausdruecken, laecherlich. Diesen Winter werde ich mal probieren „die duemmsten Gaestefragen“ zu sammeln und am Ende der Saison zu posten – aber das ist noch lange hin.

Sommergaeste

Nachdem ich die letzten 3 Jahre in Finnland immer nur im Winter Gaeste hatte, war es diesen Sommer auch einmal schoen zu sehen wie es mit den Sommergaesten so ablaeuft.

Auch fuer Explore The North war es der erste Sommer mit Gaesten. Als Guides waren Anders und ich zur Stelle. Ich fuer die meisten Hundesachen, er fuer den Rest.

Eine typische Woche sah fuer die, meist belgischen Gaeste, so aus:

Montag: Ankunft

Dienstag: Begruessung, Kenneltour und kennenlernen der Hunde, Wildernessskills walk, Sauna & Hot Tube

Mittwoch: Fischen und Tippi Dinner (den gefangenen Fisch natuerlich)

Donnerstag – Freitag: Kanu – Uebernachtungstour

Samstag: Moosefarm

Sonntag: Dogday – Mithelfen im Kennel, Puppywalk, ein Video ueber das Iditarod und dann eine ATV Safari

Meine Aufgaben waren die Kenneltour und der Dogday. Es hat wirklich Spass gemacht zu sehen wie interessiert die Gaeste an den Hunden sind und wie gerne, gerade die Kinder, mithelfen. Auch faszinierend fand ich wie die Hunde hier auf die Kinder reagiert haben, naemlich gar nicht. Es wurde niemand angesprungen oder angegriffen wie man es sonst haeufig hoert… nein, die Hunde lieben es von den Kindern gestreichelt zu werden. Hier ist einfach ein Familienbetrieb.

Jetzt sind die letzten Wochengaeste fuer den Sommer weg und wir warten sehnsuechtig auf kaeltere Temperaturen um mit dem Herbsttraining  beginnen zu koennen. Offiziell ist es am 01.09. soweit, aber man weiss ja nie was das Wetter einem bring.