Vom wandern in den Bergen – Tag 6 +7 – Herausforderungen hier und dort

Schon ziemlich früh sagten wir, dass wir gerne zur Kürsinger Hütte gehen würden.
Auf Fotos so wunderbar in der Landschaft und auch erreichbar.
Somit sollte dies unsere letzte Wanderung in Österreich werden.
Die Wettervorhersage sagte zwar nicht wirklich „top“, aber das schreckt uns ja bekanntlich nicht ab.

Wir fuhren wieder zum Parkplatz Hopffeldboden von wo aus wir bereits die Wanderung zum Seebachsee begonnen hatten.
Diesmal ging es jedoch nicht zu Fuß los, da es hier erstmal ca. 15km per Taxi bis zur Materialseilbahnstation geht.
Von hier an geht der Weg über Steine und durch kleine Flüsse bis auf ein Plateau von wo an der Weg immer steiler wird und man schon die Steilwand sieht an welcher es alsbald entlang gehen soll.
DSCN5679
Langsam aber stetig stieg der Nebel aus dem Tal immer weiter empor. Es sah aus wie ein riesiger Drache, welcher auf den Berg zugekrochen kommt. Wirklich fantastisch.
An der Steilwand führte ein ziemlich normaler Weg, was ganz gut war, da wir inzwischen so vom Nebel umhüllt waren, dass man nur noch eine Sicht von wenigen Metern hatte.
DSCN5681
Dann kam DIE Herausforderung. Die Nacht zuvor hatte es stark geregnet und ein vermutlich kleiner Wasserfall war zu einem sehr großen, starken, strömenden geworden.
Hier mussten wir durch. Ohne Absperrung, ohne Möglichkeit sich irgendwo fest zu halten.
Mir ging die Pumpe sage ich euch. Ein falscher Schritt und das wäre es gewesen.
Klitschnass schafften wir es hinüber und fragten uns, wie wir später wieder zurück kommen sollten.
Weiter ging es über Felsplatten, die teilweise sehr lose waren und dann einen steilen Stieg hinauf wo wir teilweise 2x überlegen mussten wo wir unsere Füße platzieren sollten.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Endlich sahen wir die Materialseilbahn und direkt unter ihr? Einen Gletscher. Was für eine Überraschung.
Okay, also gingen wir auch noch über den kleinen Gletscher und konnten die Hütte inzwischen schon ausmachen.

Nach 2 Stunden endlich angekommen genoßen wir erstmal die Aussicht, bevor wir es uns drinnen bequem machten, eine Kleinigkeit aßen und etwas durchschnauften.
DSCN5695

DSCN5693

Der Weg runter zur Materialseilbahn war anstrengend, aber wir nahmen uns Zeit, damit wir es sicher nach unten schafften.
Wir hatten uns schon vorgenommen bis zur Postalm zurück zu laufen und von dort das Taxi zu nehmen, anstatt direkt von der Materialseilbahn.
Da wir grade dabei waren liefen wir auch direkt weiter bis zur Berndlalm.
Von dort wollten wir dann wirklich, komplett durchnäßt wie wir waren das Taxi benutzen.
Der Wirt sagte uns, dass das noch etwa eine Stunde dauern wird, bis das nächste fährt und wir beschlossen komplett zurück zu laufen die 15km ab Materialseilbahn + den Abstieg von der Kürsingerhütte.
Puh! Wir waren fix und alle und wollten nur noch zurück ins Hotel.
DSCN5707

__________________________________
Für diese Wanderung muss man extrem trittsicher sein und eine gute Kondition mitbringen.
Die Wegweiser sagen 1,5 Stunden von der Materialseilbahn, in allen Flyern zu der Wanderung steht jedoch 2 Stunden, was weitaus realistischer ist.
Alles in allem eine wunderschöne Wanderung und eigentlich Ausgangspunkt für die Besteigung des Großvenedigers, welche ich bestimmt als nächstes Mal machen werde, wenn ich noch einmal da unten bin.

Abends organisierte unser „Hüttenpapa“ Sepp noch für alle die wollten eine Fahrt nach Krimml rein zu den Krimmler Wasserspielen. Zu Mozarts Klängen sprühen die Fontänen ihr Wasser wunderschön empor mit verschiedenen Farben beschienen für ungefähr 15min.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Im Anschluss ging es dann noch bei Nacht zu den Wasserfällen hinein, einfach um die Ruhe ganz alleine dort zu sein zu genießen und die elektrisch geladenen Partikel einzuatmen. Eine ganz andere, ganz besondere, Stimmung.

______________________________________

Die Rückfahrt am nächsten Tag war um einiges länger, als geplant.
Das lag daran, das ganz Bayern auf dem Weg in die Ferien nach Norddeutschland war. Wir fuhren mehr Stop and go als dass wir wirklich weiter kamen. Kaum waren wir aus dem einen Stau raus, kamen wir in den nächsten Stau hinein.
Dafür hielt sich das Wetter erstaunlich lange und erst kurz vor der Heimat mussten wir mit dem Auto auf der Autobahn schwimmen.

Der Urlaub war super gelungen und jetzt sitze ich hier, zu Hause mit halbgepacktem Rucksack, denn Übermorgen geht es schon wieder weiter, die Nr. 1 auf meiner Bucketliste abarbeiten: La Reunion, 17 Tage, Trekking. YEY …. nein, ich bin gaaaaaaar nicht aufgeregt 😉

Vom Wandern in den Bergen – Tag 5 – Gesunder Genuss

Um auch einmal eine etwas leichtere Wanderung einzubauen standen heute die Krimmler Wasserfälle an.
Habt ihr schon einmal von den Wasserfällen gehört? Die meisten bestimmt schon.
Diese Wasserfälle beinhalten elektrisch gelandene Teilchen die Asthmatikern und Allergikern besonders gut tun. Einige Krankenkassen bezahlen sogar eine Kur in Krimml da es wissenschaftlich bewiesen wurde, dass Patienten nach 3 Wochen an den Krimmler Wasserfällen als gesund entlassen werden konnten.
In Krimml gibt es sehr viele kostenpflichtige Parkplätze, aber wenn man sucht, oder etwas rumfragt kann man auch kostenlos parken. So bekamen wir mal wieder von unserem „Hotelpapa“ einen guten Tipp – oder besser gesagt viele gute Tipps.

Der Hauptweg an den 3 Wasserfällen rauf kostet 3€ pro Person, wir folgten jedoch den weisen Worten von Sepp und gingen den alten Tauernweg, einen alten Römerweg, hinauf. Mit diesem Weg umgeht man einerseits die Gebühr und andererseits ist er von den Beschaffenheiten um einiges genialer!
So gingen wir durch dichten Wald über Stock und Stein und beschlossen schon hier, dass wir diesen Weg nicht bergab gehen werden. Die Steine waren, aufgrund des Regenwetters, so rutschig, dass wir bergauf schon immer wieder abrutschten. Die Schönheit des Weges tat dies aber nichts im geringsten. Links und rechts des Weges war der ganze Wald moosbewachsen und wir marschierten teilweise durch hohe Gras- und Buschfelder.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Immer wieder konnte man auch an die Wasserfälle heranwandern auf einem „normalen“ Weg.
Ein weiterer „Pro-Grund“ für diese Alternative: Außer ganz am Anfang trafen wir auf keine Menschenseele auf diesem Weg und konnten die Ruhe, abgesehen vom Wasserrauschen, genießen.
Am oberen Wasserfall angekommen, hörte der Tauernweg auf und mischte sich mit dem touristischen Wanderweg.
Wir beschlossen noch bis zur Hölzlahneralm weiter zu gehen um dort zur Jausen Zeit einen Snack zu uns zu nehmen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die ganze Zeit regnete es, mal mehr, mal weniger, aber wir liefen wunderschön an dem Fluss entlang durch das enge Tal hindurch und sahen auch schon bald unser Ziel vor Augen.
Die Alm war sehr gut besucht und die Hüttenwirtin gestresst. Das Essen war jedoch sehr gut, ebenso wie die Getränke.
Gestärkt gingen wir den touristischen Weg wieder hinunter. Hier trafen wir auf reinen „Massentourismus“ – zumindest wenn es um Wanderungen in den Bergen geht. Der Weg war gut ausgebaut und dann und wann gab es ein Kiosk oder ein Cafe zum einkehren, was wir aber selbstverständlich nicht nutzen.
Schön war, dass man sehr nah an die Wasserfälle heran kam und noch einmal so richtig die Kraft des Wassers spüren konnte. Einfach gigantisch was für eine Power dahinter steckt.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

________________________
Der Tag und die Wanderung waren, trotz des Regenwetters, sehr schön.
Rauf brauchten wir ca. 2 Stunden, machten aber viele Pausen um den Wasserfall zu genießen.
Den alten Tauernweg würde ich nur empfehlen, wenn ihr sehr trittsicher seid und eine gute Grundfitness mitbringt.
Den touristischen Weg kann so ziemlich jeder laufen der gerne auch einmal spazieren geht. Ihr müsst euch nur darauf einstellen, dass ihr diesen Weg nicht für euch alleine habt, sondern mit hunderten anderen teilen müsst. Natürlich geht es auch hier bergauf und später wieder bergab, somit sollte eine gesunde Grundfitness vorhanden sein.
Es war ein guter, ruhiger, Tag, nicht so schwer wie die letzten Tage und super zum entspannen.
Für die Radfahrer unter euch: Der touristische Weg ist auch ein ausgeschriebener Radweg und viele waren auch dort unterwegs.

Am Abend spielte der TMK-Neukirchen noch ein Platzkonzert auf dem Dorfplatz. Leider regnete es in Strömen, aber die Atmosphäre war schön und die Stimmung war super.
DSCN5674

Die anderen Tage findet ihr hier:
Tag 1-3
Tag 4

Vom Wandern in den Bergen – Tag 1 bis 3

Jeden Urlaub versuchen meine Mutter und ich auch mindestens 1x zusammen etwas zu unternehmen.
In meinem letzten Urlaub war es Bremen und Umgebung, dieses Mal ist es Österreich zum wandern.
Wir sind unterschiedliche Wanderer versuchen aber trotzdem zusammen zu wandern. Ich kann auch mal warten zwischendurch.

1. Tag Anreise
Die Anreise war lang und anstrengend. Um 5.30Uhr ging es los mit dem Auto über die Autobahnen und gefühlten 100 Baustellen und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 100 km/h.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
2 Pausen, 4x Stop and go und 9 Stunden später kamen wir in Österreich an.
Wo genau eigentlich?
In Neukirchen am Großklockner in einem wunderbaren Hotel, dem Hotel Steiger.

Direkt bei Ankunft schon mal eine schlechte Nachricht für mich: Die Wanderung, für welche ich mich Donnerstags angemeldet hatte auf den Larmkogel wurde abgesagt. Schade auch, wollte ich noch etwas Bergtraining bekommen, bevor es nächste Woche für 17 Tage nach La Reunion geht.

Nach einem bereits langen Tag schauten wir uns den Ort zu Fuß an, kauften ein paar Müsliriegel für den nächsten Tag und gingen wieder zurück zum Hotel um früh schlafen zu gehen um am nächsten Tag auch wirklich ausgeschlafen zu sein.

2. Tag – So war das nicht geplant
Schon in der Nacht bekam ich starke Magenkrämpfe, die auch am nächsten Morgen nicht aufhörten. Ich schwitzte, bekam Kreislaufprobleme und konnte mich vor Schmerzen kaum bewegen. Also ab zum Arzt.
Der hätte mich am liebsten direkt in die Notaufnahme genommen, jedoch gab er mir erstmal ein paar Medikamente mit.
Für mich hieß das „ab ins Bett – nix mit wandern“ – obwohl es draußen wunderschönes Wetter war.
Meine Mutter ging somit alleine los und ich blieb im Bett liegen und nahm meine Medizin.
Gut für mich – am Abend ging es mir schon viel besser.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA


3. Tag – Endlich die Bergwelt erkunden

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Mir ging es wieder sehr viel besser und es konnte endlich losgehen.
Zuerst fuhren wir über eine alte, sehr serpentinenreiche Straße nach Gerlos, genaugenommen zum Gasthof Finkau auf 1420m.
Von hier startete unsere Wanderung zur Zittauer Hütte auf 2328m.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Angegeben war die Wanderung mit 3 Stunden rauf zu unserem Ziel.
Zuerst startete der Weg sehr steil, auf Schotterwegen, durch ein Waldstück bevor sich vor uns ein riesiges Tal öffnete.
Nicht mehr ganz so steil und begleitet von vielen Kühen ging es an einem Gletscherfluss entlang stetig leicht bergauf. Links und rechts des Weges zeigten sich immer mehr Wasserfälle, welche von den Gletschern auf den höheren Bergen mit Wasser gespeißt werden.
Meine Mutter sagte noch, dass sie sehr gerne Murmeltiere sehen würde und was sahen wir? Eine ganze Murmeltierfamilie. Eine Mama und 4 Kleine die alle ausgelassen miteinander spielten und sich erst von uns stören ließen, als wir ganz nah waren, da der Weg an ihnen vorbei lief.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Auf 1880m veränderten sich die Begebenheiten drastisch. Die Schotterpiste hörte auf und der Weg – war kein Weg mehr. Über Stock und Stein, über Wasserläufe und felsige Stufen hinauf. Teilweise mit Seilen zum festhalten an der Seite, teilweise ging es aber auch einfach nur neben dem Weg direkt steil bergab.
Nach 2 Stunden 58min kamen wir, inklusive 2 Pausen und vielen Fotomomenten, an der Zittauer Hütte an.
Die Hütte liegt wunderschön an einem See gelegen mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Umgebung.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Der Hüttenwirt ist sehr bemüht und so tranken und aßen wir oben erstmal um uns wieder zu stärken.
Ursprünglich wollte ich noch eine Etappe weiter laufen, jedoch sagte man uns, dass es zwischen 15-16Uhr gewittern soll und das war mir dann doch zu heikel. Immerhin geht mir meine Gesundheit und mein Leben vor und wir beschlossen nach einer Stunde Pause wieder mit dem Abstieg zu beginnen.
Für die, die mich noch nicht kennen: Ich LIEBE bergauf-wandern, bergab ist dagegen nicht wirklich meine Stärke. Vor allem nicht über Geröll, welches es dort in Hülle und Fülle gab.
Diesmal ging alles gut und nach ca. 2 Stunden waren wir wieder unten, wo wir uns noch einen Almdudler gönnten und zurück zu unserem Hotel fuhren.

____________________________
Die Wanderung würde ich als medium – anspruchsvoll einstufen, da man wirklich trittsicher sein muss und teilweise schwindelfrei sein sollte. Grade an heißen Tagen gibt es kein Entkommen von der Sonne.
Die Gehzeit hinauf ist mit 3 Stunden gut beschrieben inklusive kleinen Pausen zum Landschaft genießen und fotografieren.
Insgesamt eine wirklich umwerfend tolle Wanderung die ich nur weiterempfehlen kann!
OLYMPUS DIGITAL CAMERA