Jetset pur im westlichen Mittelmeer

Meine treuen Leser wissen. Ich bin ein Outdoor-Girl. Wanderhose, T-Shirt, Wanderschuhe und rauf geht’s auf den nächsten Berg oder durch den nächsten Wald.
Diesen Sommer wird es aufgrund meiner kaputten Füße leider keine Wandergeschichten geben. Umso besser, dass ich durch meinen Job auch andere Seiten des Reisens kennenlerne.

Ich habe einige Städte der sogenannten „Reichen und Schönen“ in meinem letzten Vertrag kennenlernen dürfen, auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Drei dieser Orte möchte ich euch in diesem Beitrag näher bringen. Weiterlesen

Von Hamburg nach Dubai in knapp 10 Wochen

Eine ganze Zeit schon befinden wir uns nun im Orient und mir fehlt diesen Vertrag schlicht und einfach die Zeit zwischendurch einen Bericht zu schreiben.
Aber einen Versuch ist es ja wert.

Seit dem 10.09. bin ich nun schon wieder am arbeiten und wie immer macht es wirklich Spaß.

Aufgestiegen bin ich dieses Mal in Hamburg und habe seitdem einige Seemeilen zurück gelegt.
Könnt ihr euch vorstellen, dass man 10 Wochen braucht um von Hamburg nach Dubai zu gelangen? Die meisten von euch denken bestimmt „wieso so lange“ – nunja, per Schiff und mit vielen tollen Zielen dazwischen dauert es nunmal eine ganze Zeit lang.

Angefangen hat mein Vertrag diesmal in Hamburg. Etwas ganz Besonderes, in Deutschland aufzusteigen. Im Seemannsheim hatte ich mich eingebucht und habe schon das Einlaufen meines 2. Zuhauses um 5 Uhr Morgens geschaut. Wirklich faszinierend.

Weiter ging es über Zeebrügge nach Le Havre wo ich endlich die Chance hatte das wirklich süße, typische französische Dorf Honfleur kennen und lieben zu lernen sind. Ein typisch französischer Charme.
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In Bilbao durfte ich mir das Hinterland anschauen, was sich wirklich lohnte, bevor es weiter ging nach Lissabon und Cadiz, zwei meiner absoluten Lieblingsstädte.
Vor allem der Donana Nationalpark überraschte mich mit seiner Vielfältigkeit in Cadiz.
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Mir bekannte Ziele waren schon Mallorca, sowie Malta. Vor allem Malta gab mir ein unbeschreibliches Gefühl der Wiesersehensfreude bei meinem inzwischen 25. Anlauf.

Auf Sizilien bekam ich endlich die Alcantara Schlucht zu spüren im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ging im Bodyrafting die Schlucht hinab.

Und schon waren wir im östlichen Mittelmeer angekommen, wo wir uns ein paar Reisen aufhielten.

Piräus wartete mit Sehenswürdigkeiten wie der Akropolis auf, die sich ab besten vom Lycabettushügel bestaunen lässt. Gelernt habe ich hier, dass ich keinen griechischen Frappe trinken sollte, da mein Körper mit so viel Koffein in keinem Fall klar gekommen ist.
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Auf dem Bosporus nach Istanbul. Eine Stadt voller Geschichte und Religion.

Über Antalya ging es unter anderem auch nach Rhodos und Zypern. Zwei Inseln die sich in mein Herz gebrannt haben.
Vor allem Rhodos-Altstadt war mir schon immer in guter Erinnerung geblieben von einem früheren Urlaub. Und auch jetzt konnte ich nichts gegensätzliches feststellen – was natürlich auch an dem guten griechischen Essen gelegen haben könnte.
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Unter Zypern dagegen konnte ich mir nicht viel vorstellen, verliebte mich aber in die Insel schon beim ersten Anlauf.
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Ein Zwischenstopp in Marmaris mit der wunderschönen Hafenpromenade ging es auch nach Santorini – was für eine faszinierende Insel.
Wer kann schon behaupten auf einem Vulkankrater der aus dem Meer ragt spazieren gegangen zu sein? Die weißen Häuser mit dem blauen Kuppeln reihen sich prachtvoll auf der Caldera auf und bieten wunderbare Ausblicke.
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Ephesus ist natürlich das absolute Highlight von Kusadasi, ehemals am Wasser gelegen liegt es aufgrund von Versandungen nun inmitten wunderschöner Landschaft und nennt Kusadasi seinen neuen Hafen.
Mein absolutes Highlight dort waren jedoch andere Ausgrabsungsstätten. Um genau zu sein Milet, Priene und Didyma. Inmitten weißer Baumwollfeldern gelegen beherbergen diese Ruinen ein unglaubliches Ausmaß an Geschichte.
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Zu Ägpyten habe ich schon einen eigenen Bericht geschrieben. Alexandria, Sharm el-Sheikh und Safaga waren dort unsere Häfen.
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Neben den Highlights der Pyramiden und des Tals der Könige war für mich das größte Highlight meines bisherigen Vertrags der Suez-Kanal.
Nachts fuhren wir immer dichter an Port Said heran, das Meer wurde enger und enger.
Von weitem hätte Port Said auch gut und gerne Istanbul sein können mit den Moscheen und den freundlich winkenden Menschen.
Dann jedoch schloss sich der 195km Kanal immer enger um uns. Was bei Nacht schon beeindruckend aussah, war bei Tage noch einmal besser. In einer langen Schiffskolonne ging es durch den teilweise nur 195m breiten Kanal. Ich hatte das Gefühl direkt an Land springen zu können.
Die meiste Zeit umgab uns Wüste immer wieder durchsetzt mit Beduinendörfern und grünen Oasen. Ein wahrer Augenschmaus.
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Jordanien steht sowieso auf meiner Liste der noch zu besuchenden Länder. Nun war ich dort, wenn auch nur für einen Tag und bin mir sicher, dass es nicht mein letzter Besuch war.
Petra habe ich dieses Mal ausgelassen und habe dafür Wadi Rum, ein ausgetrocknetes Flussbett, zu Fuß entdeckt. Eine der schönsten Halbtageswanderungen die ich auf dieser Welt jemals in Anspruch genommen habe. Hier muss ich mal länger hin, die Wüste erwandern und mich mehr mit den unheimlich netten Einheimischen unterhalten.
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Nach 6 Schiffstagen durch den Golf von Aden kamen wir endlich in unserem Winterzielgebiet an.

Khor Fakkan beeindruckt durch schroffe Berge, ebenso wie Khasab, das „Norwegen Arabiens“ mit seinen wunderschönen Fjorden.
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Muscat, die Hauptstadt Omans hat viel zu bieten, wie zum Beispiel den indisch angehauchten Al-Alam Palast oder die große Moschee mit dem zweitgrößten Teppich der Welt. Dazu ein unbeschreiblich schönes Hinterland, ganz anders als andere Teile der arabischen Welt.
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Manama in Bahrain hat kulinarisch so einiges zu bieten.
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Die beiden Städte der Superlative sind jedoch Abu Dhabi und Dubai. So viel Reichtum auf einmal habe ich noch niergendwo auf der Welt gesehen und als ich das Emirates Palace Hotel besichtigen durfte, kam ich mir vor, als sei ich in einem falschen Film. Immerhin ist es noch nicht so lange her, dass ich mich im Matsch gesuhlt habe und jetzt schritt ich durch vergoldete Wände, benutzte eine vergoldete Toilette und aß Kuchen mit Balttgold.
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Die Aussicht vom Burj Khalifa in Dubai ist einfach der Wahnsinn und die Jeeptouren ins Hinterland sind besser als Achterbahnfahren.
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Bis Januar bin ich nun noch hier bis ich in meinen Urlaub gehe und ihr wieder häufiger von mir lest.
Bis dahin bin ich gespannt wie sich der Orient weiterhin mir gegenüber verhalten wird. Aber ich bin da ganz zuversichtlich mich in dieser, komplett anderen Welt, zurecht zu finden.

Ein sandiger Abschluss und ein abendteuerlicher Rückflug

Einen letzten hab ich noch für euch von La Réunion.

L’Ermitage les Bains
Nachdem der erste „Strandschock“ nach den Bergen überwunden war gingen wir noch an dem Abend in einer Strandbar essen. Diesmal gab es kein Cari, sondern endlich einen leckeren Salat. Auch wenn ich kurz davor war mir wirklich noch einmal Cari zu bestellen.
Zurück im Zimmer bekam ich erstmal einen kurzen Schock als ein Gecko die Wand entlang flitze genau neben mir als ich grade das Licht anschaltete. Aber ich liebe diese Tiere, somit durfte er bleiben.
Gewohnt haben wir für die zwei letzten Nächte im Novotel in L’ermitage les Bains in der Nähe von St. Gilles.
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Das 3-Sterne Hotel ist im Halbkreis angeordnet und direkt am Strand gelegen.
Zusätzlich gibt es zwei Schwimmbecken mit einigen Liegestühlen.
Der Frühstückssaal ist halb überdacht und man kann sich aussuchen ob man einen Platz an der Sonne oder lieber im Schatten einnimmt.
Nur ein Zaun trennt das Hotel von dem öffentlichen Strandabschnitt an dem sich vor allem Vormittags Einheimische zum „Picknick“ treffen. Schatten gibt es genügend da viele Filaos Bäume die Promenade säumen.
Hier ist es sicher zu schwimmen, denn es existiert ein vorgelagertes Riff, welches die vielen Haie im indischen Ozean fernhält. Der Sand ist korallensand, deswegen auch sehr hell, aber auch voller abgestorbener Korallen. Vor allem wenn man ins Meer geht ist es besser Schuhe zu tragen um sich nicht die Füße aufzuschneiden.
Dank der vielen Korallen ist es natürlich aber auch ein Schnorchel- und Tauchparadies mit leichter Strömung.
Der Eismann fährt laufend auf und ab und auch Strandbars sind alle paar Meter anzutreffen.
Nach einem sehr ausgedehnten Frühstück stiefelten wir zu sechst los uns den Ort etwas näher anzuschauen.
Es gibt eine kleine Einkaufsstraße mit Souvenirläden und einem Obst- und Gemüsestand. Ein typischer, kleiner Touristenort.
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Auch hier waren alle Menschen wieder sehr sehr freundlich, einige sprachen sogar Deutsch (ein junger Mann verriet uns, dass er mal einen Schüleraustausch nach Berlin gemacht hätte).
Vier unserer kleinen Gruppe verabschiedeten sich zum Strand während eine Mitreisende und ich weiter zu Fuß nach St. Gilles liefen.
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Dieser Ort ist schon um einiges größer mit einem kleinen Hafen und vielen Cafés und Bars.
Wir tranken etwas, schlenderten durch die Geschäfte und liefen am Strand zurück zu unserem Hotel wo wir uns auch in die Sonne legten und den letzten Tag auf der Insel genossen.
Am Abend liefen wir schon wieder nach St. Gilles mit der ganzen Gruppe um dort in einem Fischrestaurant Abend zu essen.
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Gleichzeitig war es auch unser Abschiedsessen, es wurde viel gelacht, gesungen, erzählt und geschenkt.
Ein schöner Abschluss des Urlaubs.

Der Rückflug
So richtig ist der Urlaub ja erst vorbei, wenn man im Flieger sitzt. Dies sollte sich noch als äußerst schwer herausstellen.
Am letzten Morgen saßen wir nichtsahnend am Frühstückstisch als unsere Reiseleiterin auf uns zukam und sagte „Unser Flug wurde annuliert“.
Ich glaube wir hielten es alle zuerst für einen schlechten Scherz, aber es war leider die Wahrheit.
Aufgrund Streiks von AirFrance sollten wir jetzt statt um 21:25Uhr um 0:40Uhr fliegen.
Unsere Reiseleiertin probierte noch unseren Transfer nach hinten zu verlegen, aber das gelang leider nicht. Somit stellten wir uns auf eine lange Nacht ein.
Den Tag verbrachten wir noch mit relaxen, die Seele baumeln lassen und spazieren gehen bis wir um 17:30Uhr abgeholt wurde.
In St. Denis angekommen bekamen wir von AirFrance einen „Snack-Gutschein“, was in anbetracht einer Verspätung von über 3 Stunden relativ wenig ist.
Noch dazu war dieser nur in einem einzigen Café einsetzbar.
Was macht man also 5 Stunden auf La Rèunion am Flughafen? Durch die Geschäfte laufen? Die hatten schon geschlossen, in einer Snackbar sitzen? Davon gab es zwei die total überfüllt waren und die eine machte sogar kurze Zeit später zu. Auf Verspätungen war man hier wohl nicht vorbereitet.
Wir liefen zu dritt sogar aus lauter Langeweile einmal draußen um den Autoparkplatz, damit die Zeit irgendwie vergeht.
Die Besucherterasse war gut gefüllt und um 23:00Uhr landete unsere Maschine.
Sofort kam die Durchsage, dass wir uns durch die Sicherheitskontrolle begeben sollten.
Einmal durch war weiteres warten angesagt, denn letztendlich hoben wir nicht vor 1Uhr ab.
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Ihr erinnert euch vielleicht noch daran, was ich zu den Flügen geschrieben habe? Mit dem Umsteigen von Charles de Gaulle nach Orly und umgekehrt?
Einige Anschlussflüge waren schon umgebucht worden, der von einer Mitreisenden und mir nicht und somit wurde es knapp.
Das Flugzeug war wieder eine sehr alte Maschine, das Personal noch unfreundlicher als auf dem Hinflug – sichtlich selber genervt von der langen Verspätung. Auf die Frage ob wir es in 2 Stunden schaffen würden unser Gepäck zu holen, den Shuttlebus zu nehmen, in CDG wieder einzuchecken und unseren Flieger zu bekommen und ob wir irgendetwas beachten sollten kam als Antwort nur, dass wir es auf jedenfall schaffen werden. Mehr nicht.
K. (Mitreisende) und ich stürmten kaum gelandet in Orly aus dem Flugzeug, durch die Kontrollen und zum Gepäckband. Das Gepäck sollte in 10min kommen. Buh! Wir hatten unser Gepäck als Priority einchecken lassen in St. Denis damit wir es uns nur nehmen brauchten und losrennen konnten.
Die ersten Gepäckstücke waren jedoch keine Priority-Koffer sondern ganz normales Gepäck. Langsam wurde es echt knapp – dann endlich erst K.’s Tasche, dann mein Rucksack und losgerannt.
Beim Shuttlebus hatten wir mehr Glück, denn dieser fuhr genau 2 Minuten nachdem wir einstiegen los und „oh überraschung“, die Straßen waren leer und innerhalb von 40 Minuten kamen wir in Charles de Gaulle an.
Zuerst Terminal A-D. Wir versuchten uns im schlechtesten Französisch zu verständigen ob er auch bei den anderen Terminals halten würde. „Oui“.
Also gut, ich musste zu Terminal F und K. zu Terminal G.
Nur hielt der Bus nicht, er fuhr weiter und der Fahrer telefonierte angeregt. Er könne nicht dort halten und müsste zu Terminal A-D zurückfahren.
Ab hier begann eine Hetzjagdt.
K. ihre Tasche auf einen Wagen, ich meinen schweren Rucksack auf dem Rücken und die Beine in die Hand genommen – immerhin sind Terminal E-F in einem anderen Gebäude und G in einem noch weiter entfehrnt.
Außer Puste kamen wir in Terminal F an. Und kamen nicht weiter. Überall stand Militär und Polizei, schwer bewaffnet (ich weiß bis heute nicht warum. Wegen den Streiks?!) und wir kamen nicht weiter durch.
Ich sprach jemanden an, dass ich aber ans Ende des Terminals müsste und er fragte jemanden vom Flughafenpersonal die mich völlig entgeistert anschaute ob ich denn noch nicht mein Gepäck eingecheckt hätte. NEIN! Wie auch?
Ich verabschiedete mich schnell von K. und folgte der Beschreibung der Dame vom Flughafen, dass ich die Treppe runter und über die Ankunftshalle nach ganz hinten durchlaufen sollte, da könnte ich wieder hoch.
Schade, dass die nächste Treppe weit weg war.
Inzwischen völlig durchgeschwitzt rannte ich durch die Ankunftshalle, bis ich wieder von einem Polizisten gestoppt wurde. Ich könne hier nicht weiter.
In dem Moment waren meine Worte nur noch „I AM LATE – MY FLIGHT WAS DELAYED – I NEED TO GO TO CHECK IN MY LUGGAGE“.
Daraufhin sagte er mir, dass ich doch bitte komplett das Gebäude verlassen sollte und über den Parkplatz nach ganz hinten laufen sollte. Da könnte ich dann wieder rein und hoch.
Also wieder woanders her gerannt und endlich an meinem Schalter angekommen.
Rechts eine mega lange Schlange an den normalen „Gepäckaufgabeschaltern“, links am „schnell Check in“ eine ebenfalls recht lange Schlange.
Ich zeigte mein Ticket vor, wurde ungläubig angeschaut und durch sämtliche Absperrungen nach ganz vorne durchgelassen. Endlich mal Flughafenmitarbeiter die es begriffen hatten, dass es knapp würde.
Mein Glück ging die Sicherheitskontrolle dann ganz schnell und ich war sogar noch einige Minuten vor Bording an meinem Gate.
Völlig erschöpft sank ich in meinen Sitzplatz im Flugzeug und bekam nicht einmal mehr den Start mit da ich dort schon im Traumland verschwunden war.

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Ich kann bis jetzt noch immer nicht glauben, dass ich mir diesen Traum erfüllt habe und dass ich wirklich auf dieser Insel war.
Wenn ich mir die Fotos anschaue, dann kommt es mir vor wie in einem Traum.
Es wird bestimmt noch einige Zeit dauern, bis ich realisiert habe, dass dies alles Reality war.
Ich würde immer wieder mit Wikinger-Reisen reisen. Gut organisiert und ein super Programm.
Das war jetzt auch mein „großer“ Urlaub für dieses Jahr.
Und wohin geht es nächstes Jahr? Ich weiß es noch nicht genau. Vielleicht endlich einmal zum Everest Base Camp? Die Alpenüberquerung steht auch noch aus.
Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Alle La Réunion Berichte auch nochmal hier:
La Réunion? – Wo bist du gewesen?
Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 1
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 2 & Cilaos
Erklimmt die beiden Vulkane!

Erklimmt die beiden Vulkane!

Weiter geht es mit unserem 3-Tages-Trekking. Auch dieses zusammengefasst in einem Beitrag.
Und bevor ihr runter scrollt solltet ihr wissen, dass ganz andere Fotos kommen werden als in den letzten Beiträgen, denn die Insel hat tausend Gesichter. Jedes einzelne anders.

1. Tag von Cilaos bis Caverne Dufour

↑1120hm ↓35hm 7,78km

In Cilaos konnten wir erst einmal einigermaßen ausschlafen und nochmal ein üppiges Frühstücksbuffett genießen.
Dann liefen wir eine wirklich weite Strecke – bis zur Bushaltestelle.
Dort die erste Hürde: Der Bus war schon voll. Unsere Reiseleiterin klärte das und ein paar Minuten später kam ein neuer Bus daher gefahren.
Unser Ausgangspunkt war La Bloc. Von dort starten die meisten die Ersteigung des Piton de Neiges und kommen auch wieder hierher zurück. Für uns sollte es jedoch nur der Ausgangspunkt sein.
Der Weg führte sehr steil bergauf und wir machten sehr schnell sehr viele Höhenmeter. Darüber waren alle sehr überrascht, aber es ging wirklich schnell.
Zwischendurch machten wir etwas abseits des Weges eine kleine Mittagspause bevor wir den restlichen Aufstieg auf den Pass begannen.
Kaum waren wir oben zogen die Wolken zu, wie es der Wetterbericht auch schon vorhergesagt hatte.
Die Hütte konnten wir schon nicht weit vom Kamm entfehrnt erahnen und wir bekamen sogar nochmal einen Nebel-Umrundeten Blick zurück auf Cilaos.
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Die Hütte war voll – sehr voll. Viele möchten den höchsten Punkt La Réunions erklimmen und somit teilten wir uns mit vielen anderen die Nächtigungsmöglichkeit.
Vor dem Essen gab es noch eine kleine Lesestunde von unserer Reiseleiterin. Der Bericht von Manuel Antrak „Hinterher“ wo er mal mit dem Postboten durch Mafate gelaufen ist. Wir haben viel gelacht da wir uns häufig in seinen Erzählungen wiedererkannten.
Zum Essen gab es wieder Cari und dazu starken Schnaps, der mir leider auf dieser Höhe schnell in den Kopf stieg und ich sofort ins Bett ging.

2. Tag On Top of Piton des Neiges und weiter bis Plaine des Cafres

↑863hm ↓1733hm 21,74km

Um 3:45Uhr klingelte der Wecker, denn um 4:15Uhr sollte es losgehen.
Draußen stürmte und regnete es in Strömen. Erfahrungsgemäß ist man am Gipfel jedoch über den Wolken und somit maschierten wir in voller Regenmontur durch die schwarze Nacht. Stetig bergauf durch Lavageröllfelder. Das Wetter war nass und kalt – doch plötzlich tat sich der Himmel über uns auf. Hunderte und Tausende von Sternen und wir darunter. Wir hatten es über die Wolkendecke geschafft.
Und schon begann das Morgenrot.“Oh Nein“ dachten wir, wollten wir doch zum Sonnenaufgang oben sein. Wir waren schließlich in den Tropen und vermuteten, dass es unheimlich schnell gehen würde jetzt und sich der Hüttenwirt bestimmt mit der Zeit vertan hatte.
Überaschenderweise hielt die Röte aber an und an.
Einige hundert Meter vor dem Gipfel signalisierte unsere Reiseleiterin uns, dass wir, wenn wir möchten, vorlaufen können.
Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Zwei meiner Mitreisenden lieferten sich einen regelrechten Wettkampf wer als erstes oben ist, ich hetzte so schnell ich konnte hinterher.
Wir drei schafften es auch bis ganz zum Gipfel (3071m) rauf ca. 2 Minuten vor Sonnenaufgang.
Was für eine Stimmung! Einfach unbeschreiblich. Ein riesiges Wolkenmeer aus dem die Sonne auftaucht und den Berg in rotes Licht hüllt.
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Wir standen oben und brüllten vor Freude, namen uns in den Arm und waren einfach nur überglücklich, dass wir es geschafft hatten.
Zum kleinen Nebengipfel liefen wir natürlich auch noch.
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Es war kalt und windig und da wir so frohren stiegen wir recht bald wieder ab. Recht bald? Ich stellte fest, dass wir mit die letzten waren die hinabstiegen.
Nun konnten wir auch sehen, wie der Weg aussah, alles halb so wild. Im Dunkeln kommts einem immer heftiger vor.
Zurück an der Hütte frühstückten wir erstmal labbriges Toastbrot bevor wir weitergingen – denn heute sollten wir von 4:15Uhr bis 17:30Uhr unterwegs sein und das meiste davon auch noch bergab.
Schon wieder veränderte sich die Landschaft und wir hätten gut irgendwo in Skandinavien in einer Moorlandschaft sein können. Eine richtige Hochebene, Sümpfe, Matsch, Gebüsch, Flechten und Moose.
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Dementsprechend war auch der Weg. Sehr rutschig, matschig und nach nicht langer Zeit sahen wir aus, als hätten wir uns im Dreck gesuhlt. Aber genauso muss man auch nach einer Wanderung aussehen.
Die Wanderung machten wir an einer schönen Wasserhöhle.

Kurz darauf unser nächster Anstieg, denn noch einmal mussten wir hoch hinaus, nur um auf der anderen Seite wieder hinunter zu steigen.
Wir hatten noch Glück. Unsere Reiseleiterin sagte, dass normalerweise es noch viel matschiger ist und es häufig regnet. Wir hatten Sonnenschein – mal wieder. So viel Glück wie wir muss man erstmal mit dem Wetter haben.
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Schon wieder veränderte sich die Natur und wir befanden uns landschaftlich in Östereich auf einer Alm. Kühe, Kuhweiden, im Hintergrund Berge.
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Ich kann einfach nicht aufhören erstaunt über die Vielfältigkeit der Insel zu sein.
Am Parkplatz an der Plaine des Cafres wartete auch schon unser Bus auf uns.
Der Busfahrer war wohl genervt und es folgte die furchtbarste Busfahrt meines Lebens. Er schlitterte um die Kurven rum und rummste durch die Schlaglöcher, dass es selbst mir zeitweise schlecht wurde.
Die Reise ging zu unserer Hütte am Piton de la Fournaise, der Volcano Hütte.
Außer zum kurzen Abendessen und ins Bett fallen war ich auch zu nichts mehr im Stande und schlief die Nacht so gut wie nie zuvor auf dieser Reise.

3. Tag Piton de la Fournaise bis L’ermitage les Bains

↑677hm ↓740m 14,46km

Nach einem guten Frühstück stiefelten wir los. Mal wieder im Regen und in Regenmontur.
Zuerst ging es die Calderawand hinauf. Nur ein kurzes Stück und wir waren oben und sahen: Nichts. Dichter Nebel, irgendwo vor uns musste der Vulkan sein.
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Nichtsdestotrotz entschieden wir uns weiter zu gehen.
Serpentinenartig ging es hinunter über viele Stufen bis wir auf dem Plateau standen.
Ab hier ging es ziemlich grade über Lavaplatten und Stricklava weiter in Richtung Vulkan.
Zwischendurch brach der Himmel immer mal wieder für 2-3 Minuten auf, nur um dann wieder in dichten Nebelschwaden zu verschwinden.
Wir machten einige Stops an denen uns unsere Reiseleiterin die Gesteinsarten und Formen erklärte. Sehr interessant.
Der Weg schlängelte sich nun entlang des Vulkans nach oben. Sehr gute Wegmakierungen machten ein Verfehlen des Weges fast unmöglich. Jeden Meter gibt es einen weißen Punkt, sehr gut zu sehen auf dem dunklen Vulkangestein.
Am Kraterrand angekommen dann die Enttäuschung. Aufgrund des Wetter war keine Sicht in einen der aktivsten Vulkane der Welt möglich.
Wir warteten noch 20min ab und konnten sogar einen sehr kurzen, noch Nebeldurchhangenen Blick hinein werfen.
Dann machten wir uns auf den selben Weg zurück.
Zur Hälfte wieder unten klarte der Himmel plötzlich komplett auf und wir hatten schönstes Sonnenwetter, als wäre nie etwas gewesen.
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Leider hatten wir keine Zeit mehr zurück zu gehen.
Somit genossen wir das Wetter etwas und stiegen weiter hinab bis zur Ebene. Nun konnte man auch Formica Leo sehen. Einen kleinen Nebenkrater, der auf dem Hinweg auch nur im Nebel lag.
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Vom Meer aus stiegen schon wieder Wolken heran und wir wurden hibbelig.
Würden wir es noch schaffen die Calderawand hinauf und das wohl berühmteste Foto La Réunions zu schießen? Der Piton de la Fournaise im Hintergrund mit der Ebene und Formica Leo darin.
Unsere Reiseleiterin sagte wieder zu uns, dass wir gerne vorlaufen könnten, da es ja sowieso nur der eine Weg zurück sei.
Somit namen eine Mitreisende und ich die Beine in die Hand und stiefelten, ja rannten fast, los. Irgendwann auf der Calderawand hing sie mich ab und ich blieb immer wieder stehen um Fotos zu machen solange das Wetter schön war.
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Aber oh wunder, die Wolken lösten sich auf und auch alle zurückgebliebenen konnten noch tolle Fotos machen.
Dafür hatte ich meinen Sport für diesen Tag getan. Puh!
Zurück an der Hütte packen wir unsere Sachen ein und stiegen in den Bus der uns in eine andere Welt bringen sollte: L’Ermitage les Bains an der Küste.
Und was für eine andere Welt das war! Auf einmal waren wir in einem Hotel in einem Touristenort am Strand.
Völlig unwirklich, nachdem man so lange in den Bergen verbracht hatte und nur relativ wenigen Menschen begegnet war.
Wir holten unser DoDo, setzen uns an den Strand und bestaunten den Sonnenuntergang.
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Der Trekkingreisebericht ist hier leider zu Ende.
Ein Bericht von La Réunion wird noch folgen. Strandurlaub und der Rückflug, welcher an sich schon ein ganzes Buch wert wäre.
Lasst euch überraschen.

Die weiteren La Réunion Berichte findet ihr übrigens hier:
La Réunion? – Wo bist du gewesen?
Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 1
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 2 & Cilaos

Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 2 & Cilaos

5. Tag Grand Place Cayenne bis Roche Plate

↑1086hm ↓517hm 15,09km

Unser Weg führte zuerst teilweise bergauf und bergab und durch eine sehr bekannte Siedlung Ilet de Lataniers. Hier wohnt der Briefträger von Mafate. Ein Briefträger in einem Cirque ohne Autos? Natürlich zu Fuß.
Sein Name ist Ivrin Pausé und er ist einer der berühmtesten Briefträger der Welt. In seiner Amtszeit von 40 Jahren ist er ca. 250.000km gelaufen und hat damit 5.5x die Welt umrundet.
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Danach ging es erstmal wieder bergauf bis zur Canalisation. Das ist nicht etwa die Kanalisation für Schmutzwasser, sehr wohl aber ein Wasserrohr von Mafate bis an die Küste zur Versorgung mit Frischwasser.
Wir liefen mit allen Frauen ein kleines Stück diesem Haupt-Fußweg aus dem Talkessel entlang, genoßen die Aussicht und schossen lustige Fotos, während die Männer auf die Rucksäcke aufpassten.
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Der Weg entlang des Flusses führte durch sagenhafte Schluchten, ein paar Mal mussten wir ihn auch überqueren, aber die Szenerie war schon wieder total anders, wunderschön und ließ einen nicht darüber nachdenken, dass man noch einen langen Fußmarsch vor sich hatte.
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Ein kleines Stück bergauf erreichten wir Ilet des Orangers wo wir unsere Mittagspause hielten und die Sonne genoßen vor dem letzten, großen Anstieg für diesen Tag.
Der Weg ging fortan nur noch bergauf in unzähligen Serpentinen.
Doch dieser Aufstieg lohnte sich in jedem Fall, denn die Aussicht vom Kamm war unbezahlbar. Damit hatte niemand gerechnet. Ein komplett anderer Blickwinkel, keine Bäume und somit freie Sicht. Unbeschreiblich.
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Nach einer kurzen Snackpause ging es weiter entlang der Felswand bis wir ein kleines Waldstück erreichten, durch welches wir noch durch mussten bevor wir in Grand Place ankamen.
Da unsere Reiseleiterin den Schlüssel holen musste für unsere Zimmer gönnten wir uns schonmal unser DoDo, bevor wir zur Schlafhütte, Thiburce Juliette (1100m) liefen. Wieder 8-Bett-Zimmer und wir trafen sogar eine andere Wandergruppe wieder, die wir in der Roche Ecrite Hütte das letzte mal gesehen hatten.
Zum Abendessen mussten wir 15 Minuten bis zu Madame Thiburce Küche selber laufen mit Stirnlampen, da sie auf ihrer Veranda für uns servierte. Ein tolles Ambiente und die beste Sauce Rougail die ich während der ganzen Zeit hatte mit frischen Orangenschalen aus ihrem Garten.

6. Tag Grand Place bis Marla

↑1001hm ↓487hm 13,07km

Nach einem weiteren Frühstück bei Madame Thiburce machten wir uns auf den Weg.
Immer an einer steilen Felswand entlang auf der einen Seite und der Schlucht auf der anderen Seite.
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Dabei ging es im Wechsel immer leicht bergauf oder bergab. Jedoch tendentiell erstmal bergab bis wir auf ein Plateau trafen. Hier befanden wir uns bei den „Les Troius Roches“. Ein flaches Felsplateau welches ein Loch in der Mitte hat mit einem tiefen Abgrund.
Es gibt jedes Jahr einige Wanderer, die zu nah an den Abgrund gehen um die Wasserfälle besser zu sehen und dann 60m in die Tiefe stürzen.
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Deswegen blieben wir auch in gebürtigem Abstand stehen und betrachteten diese Naturschönheit von weitem während wir unsere Mittagspause auf dem Felsplateau einnahmen.
Gestärkt ging es erstmal relativ flach weiter entlang des Flussbetts wo unsere Reiseleiterin uns eine kleine „Geologie-Stunde“ gab zu dem Vulkanischen Gestein welches hier zu finden war. Sehr interessant, wo ich mich ja eh so für Vulkane interessiere.
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Der Weg stieg nach verlassen des Flusses wieder etwas an bevor wir uns vor einer Felswand wiederfanden, welche es noch zu bezwingen galt.
In Marla, der am höchsten gelegenen Siedlung von Mafate angekommen, überraschte eine ausgesprochene Kälte.
Wir kehrten zuerst an der Samoussa Bar des Campingplatzes ein um uns einen Snack zu gönnen und das unvermeindliche DoDo, bevor wir die letzten 10 Minuten zu unserer Hütte Fanélle César (1650m) gingen.
Hier war es wirklich kalt. Die 4rer-Zimmer glichen einem Gefrierfach und wenn ich das schon sage, wo ich normalerweise wirklich sehr kälte-resistent bin, dann heißt das schon was.
Der Essensraum dagegen war sehr warm.
Nachts beim schlafen war die Temperatur jedoch relativ angenehm.
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7. Tag von Marla nach Cilaos

↑937hm ↓1401hm 17,01km

Nach einem üppigem Frühstück mussten wir etwas warten und machten uns warm indem wir sangen und tanzten.
Schon ging es los, auf den Weg nach Cilaos im Cirque de Cilaos, raus aus dem Cirque de Mafate.
Das bedeutete natürlich wieder rüber über die Calderawand und erstmal nur hoch, hoch und hoch.
Oben angekommen machten wir eine kurze Pause um uns von Mafate zu verabschieden, einen letzten Blick zurück zu werfen und Cilaos wilkommen zu heißen.
Bye Bye Mafate
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Welcome Cilaos
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Von hier an ging es, laut unserer Reiseleiterin „tendentiell bergab“. Sie hatte wohl vergessen dass es noch eine ganze Zeit lang immer mal wieder runter und wieder bergauf gehen sollte, bis wir irgendwann an dem Parkplatz ankamen (jawohl, die Zivilisation hatte uns wieder, auch wenn wir uns fragten was das für komische 4-rädrige Tiere waren die auf diesem komischen dunklen Asphalt fuhren) wo unsere Tour enden sollte.
Zumindest laut Programm von Wikinger ist hier Schluss und man fährt mit dem Bus weiter nach Cilaos.
So aber nicht mit unserer fitten Gruppe. Wir wollten geschlossen nach Cilaos laufen. Unsere Reiseleiterin war total begeistert, da sie normalerweise nur mit einem Teil der Gruppe läuft, während der Rest wirklich Bus fährt. Wir waren wohl die erste aller ihrer Gruppen die komplett mitlaufen wollte.
Gesagt, getan.
Somit ging es hinunter in eine Schlucht bis zum Fluss Bras Rouge. Ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen, wie wir feststellen konnten. Überall entlang des Flusses wurde gepicknikt, geplanscht und einfach die Sonne genossen.
Wir taten dem gleich und legten eine kleine Erfrischungspause ein während unserer Flussüberquerung um die Füße in kaltes Wasser zu tauchen nach dem erschwerlichen, langen Abstieg.
Auch bestaunten wir einen tollen Wasserfall der in einer Welle aus dem Fels heraus zu springen scheint. Fast etwas surreal.
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Cliaos selber lag nun jedoch noch einige Höhenmeter weiter oben und somit hieß es „Schuhe an und los“.
Diesmal war es ganz und gar nicht steil sondern angenehm sanft ansteigend. Dafür zog sich der Weg.
Immer wieder sahen wir die Kirche wo unser Weg rauskommen sollte und im nächsten Moment war sie wieder verschwunden.
Und doch schafften wir es hinauf nach Cilaos und auch in unser Hotel Tsilaosa.
Hier gingen wir außerhalb etwas Essen und durften uns sogar zwischen verschiedenen Gerichten… ähm Varianten des Caris, entscheiden. Sehr sehr schön.
Die Zimmer waren groß und geräumig mit Brausebadewanne. Das tat natürlich sehr gut.

Cilaos

Den nächsten Tag hatten wir „wanderfrei“.
Zu 4. machten wir uns auf den Weg die Kleinstadt zu erkundschaften.
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Cilaos hat etwa 6000 Einwohner und der Name bedeutet soviel wie „schneebdeckte Bergspitzen“.
Bekannt ist der Ort auch, weil hier der größte Niederschlag eines Tages jemals auf der ganzen Welt gemessen wurde mit 1870 Liter/m² Regen innerhalb 24 Stunden. Im Vergleich: In Deutschland fällt im ganzen Jahr durchschnittlich 700 Liter/m².
Wir schlenderten die Hauptstraße bei schönem Sonnenschein entlang bis zur Touristeninformation wo wir uns mit Postkarten und kleinen Mitbringseln eindeckten. Immerhin hatten wir für diesen einen Tag unser Hauptgepäck wieder und konnten Sachen verstauen.
Weiter ging es zur Kirche L’église Notre-Dame-des-Neiges, welche 1934 im Art Deco Stil erbaut wurde. Der Glockenturm umfasst 48 Glocken und ist damit einer der größten der Welt. (und das alles auf dieser kleinen Insel)
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Zurück im Hotel legten wir die Beine etwas hoch, entspannten und schrieben Postkarten, bevor wir uns auf tolle Crêpes im Hotelcafe trafen.
Immerhin mussten wir gestärkt sein, denn Abends ging es zur wohl bekanntesten Weinprobe La Réunions.
Der Cirque de Cilaos ist bekannt für den Weinanbau.
Allerdings ist der Wein der hier eigentlich wächst teilweise verboten oder bestenfalls einfach nicht gelistet. Früher wurden die Menschen von den Reeben blind.
Heute wird auch „europäischer Wein“ angebaut der anerkannt wird. Verkauft wird aber auch noch der Wein von Cilaos. Zuckersüß und teilweise so genießbar als würde man ein Glas Wasser mit 20 Löffeln Zucker füllen.
In unserem Weinkeller des Hotels wurden wir von Herr Dijoux begrüßt. Ein kleiner Mann mit einem unglaublichen Charme. 9 Flaschen Wein sahen wir vor uns auf dem Tisch stehen – na das konnte ja heiter werden so vor dem Abendessen.
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Aus den 9 Weinen wurden aber ganz schnell 11 oder 12, da der liebe Herr Dijoux immer und immer wieder neue Flaschen aus den Regalen zog.
Wir haben unglaublich viel gelacht und jeder sollte diese Weinprobe einmal mitgemacht haben. Eine der besten, die ich jemals mitgemacht habe – und glaubt mir, ich habe schon viele mitgemacht in vielen Ländern dieser Erde.
Zum Abendessen trokelten gingen wir wieder etwas außerhalb essen, ich verabschiedete mich jedoch sehr schnell da ich schlicht und einfach keinen Alkohol gewöhnt bin und mein Bett sehr laut rufen hörte an diesem Abend.

Am nächsten Tag begann unser nächstes Trekking – aber das ist mal wieder eine andere Geschichte und wird in den nächsten Tagen folgen.

La Reunion Reiseberichte:
La Réunion? – Wo bist du gewesen?
Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel
Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 1

Trekking durch den Talkessel von Mafate Teil 1

Wieso eigentlich Teil 1? Gestern hatte ich noch vor das komplette 7-Tages-Trekking auf einmal zu posten, aber nachdem ich noch nicht mit dem schreiben fertig bin und jetzt schon fast 3000 Wörter habe, dachte ich, dass das eh niemand von euch mehr auf einmal liest und ich es in 2 Teile teilen werde.
Die ersten 4 Tage kommen schon einmal jetzt, die zweite Hälfte folgt dann am Abend.

1. Tag – Hell-Bourg bis Plaine des Chicots

Der Abstieg von Morgens (siehe letzter Artikel) +
↑1094hm ↓318hm 9,94km

Nachdem wir in Hell-Bourg am frühen Morgen die letzten Versorgungen getätigt hatten, fuhr der Bus uns zum Ausgangspunkt des Trekkings.
Von da an ging es erstmal 1000hm bergauf – steil bergauf wohlgemerkt.
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Der Weg ist teilweise so glitschig, mit einigen Klettereinladen und Leitern, dass wir diesen bei Regen nicht gegangen wären. Da es „nur“ bewölkt war begannen wir jedoch den Aufstieg.
Sehr schön war, dass es alle 100hm ein Schild gab, dass wir die nächste Hürde geschafft hatten. Da gab es von uns „vorderen“ natürlich schonmal den ein oder anderen Scherz á la „Wir sind auf 600hm, da kommt ihr in 10min auch noch hin“.
War natürlich ein Scherz, da wir als Gruppe schon ziemlich zusammen waren die meiste Zeit.
Auf 1000hm angekommen zog dichter Nebel auf und wir wollten grade gemütlich unsere Picknickpause einlegen als es auch noch anfing zu regnen.
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Somit wurden die Regensachen schnell übergeworfen und wir beschlossen weiter zu gehen.
Unsere Reiseleiterin hatte uns schon darauf vorbereitet, dass wir beim schlechten Wetter uns den Weg hoch zum Roche Ecrit sparen können, da man da nichts anderes sieht als von dem Felsplateau auf welchem wir standen.
Somit ging es auf direktem Weg zur Hütte. Die Landschaft war total anders als am Vortag oder auch während des Aufstiegs. Steinplatten mit vielen Moosen und Flechten, nur wenigen kleinen Büschen.
Das sah im Nebel natürlich umso besser aus.
Die Sonne kämpfte und wir hatten sogar eine Art farblosen Regenbogen – sehr interessant.
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In der Roche Ecrite Hütte (2270m) angekommen bezogen wir erstmal unser 8-Bett-Zimmer und machten uns etwas frisch (richtig frisch machen ging ja nicht, wir hatten ja kaum Anziehsachen dabei) bevor es zum Abendessen ging. Lecker Cari, was auch sonst und dazu Rum Arrangé.

2. Tag Plaine des Chicots bis Dos d’Ane

↑324hm ↓1172hm 12,44km

Nach einem sehr schlichten Frühstück (Zwieback mit Butter und Marmelade) machten wir uns auf in die nächste Etappe.
Zunächst liefen wir dur einen reinen Märchenwald mit Tamarinden, Moosen und Flechten wohin das Auge blicken konnte.
Ein Aussichtspunkt ließ uns einen ersten Blick in den Talkessel von Mafate und auf das Piton des Neiges Massiv blicken. Und dieser, lasst euch sagen und zeigen, war unbeschreiblich!
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Diesen Talkessel sollten wir also durchqueren – sah gar nicht so weit aus – wenn nicht die ganzen Felsen, Gratwege und Schluchten zwischendrin wären. Und hier sollten Menschen leben? Noch sah man kein einziges Haus.
Straßen gibt es dort nicht. Man sah und hörte nur hier und dort einen Helikopter fliegen.
Nach einem weiteren Stück Märchenwald gelangten wir an einen der äußeren Gratwege von Mafate auf welchem sich unser Weg bis Dos d’Ane befand.
Links und rechts des schmalen Weges gab es nichts außer üppigen Pflanzenwuchs. Man musste aufpassen, dass man nicht neben den Weg trat.
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Immer wieder boten sich grandiose Ausblicke auf Mafate.
Nach mehr als 10x auf und ab (wir haben am Schluss gezählt) kamen wir an unseren Rastplatz schon gegen Ende des Gratweges. Dort legten wir uns in die Sonne und genossen den Nachmittag mit Blick auf Mafate auf der einen und Dos d’Ane auf der anderen Seite.
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Weiter sollte es gehen zum gefährlichsten Part, denn Dos d’Ane liegt noch nicht im Talkessel und besitzt deswegen noch Straßen und Autos. Und auf dem Beton mussten wir bis zu unserer Hütte laufen.
Unterwegs entdeckten wir eine kleine Bar (2 Tage vorher eröffnet, wie wir erfuhren), tranken ein Dodo (bzw. ich einen Tee, weil ich etwas erkältet war) und probierten den Käse der Region.
Die Dos d’Ane Hütte (1400m) war wunderschön mit Blick hinunter zur Küste, die noch ewig entfehrnt schien, gelegen. Hier nutzen wir die Chance mal Unterwäsche und Socken zu waschen, da es viele Wäschenleinen gab.
Was gab es Abends zu essen? Natürlich Cari! Diesmal aber etwas Besonderes. Das Fleisch war diesmal Wachtelfleisch. Das habe ich vorher auch noch nicht gegessen, war aber wirklich lecker.
Als Vorspeise gab es Salat, was nicht zuletzt daran liegt, dass Dos d’Ane Hauptanbaugebiet für Salat auf La Réunion ist und die ganze Insel damit versorgt.
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Die Nacht verbrachten wir in 6 Bett Zimmern.

3. Tag Dos d’Ane bis Ilet a Malheur

↑976hm ↓1126hm 21,86km

Zu Abend gab es Wachtelfleisch was glaubt ihr was es dann zum Frühstück gab? Richtig! Wachteleier! Hatte ich bis dato auch noch nie gegessen. Somit wurde es Zeit und ich muss sagen: Sie schmecken wie ganz normale Eier, nur, dass man 5 davon essen muss um die Größe eines normalen Hühnereis zu erreichen.
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Schon packten wir wieder unsere Sachen und weiter gings.
2 aus unserer Gruppe holten noch Baguettes für das Mittagessen ab, während wir anderen schonmal zum Supermarkt liefen. Dieser bot – rein gar nichts.
Als die anderen dann auch kamen konnte unsere Wanderung beginnen – diesmal richtig in den Talkessel von Mafate hinein.
Das hieß natürlich erstmal bergab, bergab, bergab, da wir hinunter mussten zum Rivière des Galets, einem der Flüsse durch den Talkessel.
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Der Weg dorthin wurde durch viele Klettereinlagen schwierig gestaltet. Immer wieder hatte man eine Leiter oder eine Stelle mit Seil zu überwinden. Dafür hatten wir aber auch unbeschreiblich schöne Blicke in den Talkessel und die Vegetation veränderte sich schon wieder bis wir durch einen Wald gingen der eher an Mangroven erinnerte.
Am Fluss angekommen mussten wir einen Seitenarm auch schon einmal überqueren (Manuel Antrak, Journalist, sagte mal in einem Interview dass er es komisch findet, dass man den Fluss 15x überqueren muss und wieso man sich nicht für eine Seite hätte entscheiden können).
Nach der ersten Überquerung kam auch schon die Mittagspause. Diesmal mit Bademöglichkeit. Es war sehr heiß und die Abkühlung tat richtig gut für die Füße und wir konnten erholt weitergehen.
Ein Schotterweg führte zum letzten Parkplatz in Mafate. Hier kommen nur Pickups und Helikopter hin um sich um die Versorgung der Menschen in Mafate zu kümmern oder um Personen abzuholen die es nötig haben.
Der ganze Platz war vollgepackt mit Lebensmittel, in der prallen Sonne und Menschen, die auf etwas warteten.
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Nach ungezählten weiteren Flussüberquerungen ging es dann auch wieder steil bergauf. Und das in der prallen Sonne. Puh! Ganz schön anstrengend. Der Schweiß lief und mein Wasser war bald, sowie das einiger anderer Mitreisenden zuende.
Gott sei Dank hatte ich Micropur dabei und wir konnten die Flaschen mit Wasser aus einem Rinnsal an der Felswand wieder auffüllen.
Normalerweise ist das Wasser auf La Réunion Trinkwasser. Jedoch weiß man bei Gebirgsbächen nie, was weiter oberhalb des einsehbaren Bereichs liegt.
Wo wir schon einmal oben waren konnten wir auch direkt wieder hinabsteigen zu einer kleinen Schlucht über welche eine kleine Brücke führte.
Noch einmal ein kurzes Stück den Berg hinauf durch einen Laubbaumwald der aussah wie ein Nadelbaumwald voller Filaos Bäume und schon waren wir in Ilet a Malheur.
Das Gästehaus (1400m) lag direkt neben der Kirche und hatte ein 4 und ein 6 Bett Zimmer.
Hier waren sogar einige andere Wanderer untergebracht und wir genossen, genau, Cari zum Abendessen bevor wir hundemüde in unsere Betten flielen.

4. Tag Ilat a Malheur bis Grand Place Cayenne

↑281hm ↓288hm 4km

Die oberen Angaben kommen euch recht wenig vor? Ist auch so, denn an diesem Tag haben wir 2 Wanderungen gemacht und die Angaben oben sind nur die, von der ersten Wanderung.
Diese bot unsere Reiseleiterin uns an zu machen für alle die wollen direkt nach dem Frühstück nach Aurère, einer der ältesten Siedlungen in Mafate.
Zu 5 Frauen inklusive Reiseleiterin brachen wir auf während die anderen sich ausruhten auf der Hütte. Zuerst ging es zurück zur Schlucht vom Vorabend, diesmal jedoch nicht über die Brücke, sondern hinab zum Fluss, welchen wir überqueren mussten.
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Der Weg schlängelte sich immer weiter bergauf und überall hingen die großen Netzspinnen La Réunions, deren Namen mir leider entfallen sind. Faszinierende Geschöpfe deren Netze so stabil sind dass sie nichtmal kaputt gehen wenn man sie anfäßt. Die Spinnen selber lassen sich dadurch auch nicht wirklich erschrecken. Ich glaube das ist auch der Grund wieso mir diese Spinnen nichts ausmachen – die hängen einfach nur ca. 2m oberhalb der Wege in ihren Netzen rum.
In Aurère angekommen bestaunten wir die grandiose Aussicht vom Helikopter Landeplatz aus. Unsere Reiseleiterin sagte uns jedoch, dass wir aufpassen sollten. Wenn ein Heli kommt, sollten wir schauen, dass wir rennen, da sie nur ein begrenztes Zeitfenster haben und landen, egal ob da jemand steht oder nicht.
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Auch das Schulhaus schauten wir uns von außen an. Auch wenn jede Siedlung nur 10-50 Einwohner (die größte 150 Einwohner) hat, gibt es viele Schulen überall verteilt.
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Zurück ging es wieder über den Weg vom Vorabend zur Hütte, wo die anderen schon warteten.
Genau in diesem Moment fing es an zu regnen und wir begannen unsere Hauptwanderung des Tages in Regenklamotten.

↑526hm ↓738hm 10km

Durch zwei Schluchten mussten wir heute gehen und die Wege waren durch den Matsch ziemlich rutschig.
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Dafür legten wir aber auch ein paar Aussichts-Pausen ein.
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Nach der zweiten Schlucht kamen wir in Ilet a Bourse bei Sonnenschein an und machten eine Sonnen- und Trocknungspause auf einer großen Wiese.
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Da unser Weg heute recht kurz war konnten wir es uns erlauben ein paar Pausen einzulegen und so liefen wir weiter zu einem kleinen Shop/Bar in Grand Place, nicht weit von unserer eigentlichen Hütte entfehrnt um schon einmal unser „Ankunfts-DoDo“ zu trinken und uns mit ein paar Sachen einzudecken.
Wirklich jedesmal faszinierend, dass all diese Sachen einfach per Helikopter hergeflogen werden, da es einfach keine andere Möglichkeit gibt.
Und die Menschen sind alle so freundlich und glücklich. Wie die meisten Menschen die nicht in Saus und Braus leben.
Einen kurzen Fußmarsch weiter kamen wir in der Grand Place Cayenne Hütte (1200m) an und bezogen unsere 4-Bett-Zimmer. Es war noch recht früh und somit hatten wir Zeit eine kurze Dusche im, naja nennen wir es netterweise lauwarmen, Wasser zu nehmen.
Das Abendessen muss ich glaube ich nicht weiter beschreiben, ihr wißt was es gab.

Teil 2 des Trekkings folgt heute Abend – die weiteren Reiseberichte von La Reunion folgen in den nächsten Tagen.

Ihr habt die ersten verpasst? Kein Problem, hier sind sie:
La Reunion – Wo bist du gewesen?
Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel

Ankunft und das erste Beschnuppern der Insel

Ich habe lange überlegt in wie viele Teile ich meinen La Réunion Bericht gliedere. Ich glaube ich muss von Tag zu Tag schauen wie ich es am schlausten anstelle.
Hier bekommt ihr aber erstmal die Anreise, die ersten Eindrücke und den Probewandertag.
Als Information für euch: Ich war mit Wikinger-Reisen unterwegs, meine erste so richtige Gruppenreise und ich muss sagen: Es war super organisiert, hat Spaß gemacht und ich würde noch einmal mit diesem Unternehmen eine Tour machen.

Wie unterschiedlich kann Air France sein?
Schon im Januar flog ich mit Air France in die Dominikanische Republik und hatte eine wunderbare Erfahrung, freute mich deswegen auch darauf wieder mit dieser Fluggesellschaft fliegen zu dürfen.
Morgens ging es los von Frankfurt nach Paris Charles de Gaulle. Der Flieger ein A318 war sehr voll, aber das Personal war gewohnt freundlich, es gab etwas zu trinken und ein paar Kekse – völlig ausreichend für einen Flug von einer Stunde.
Dann begann mein Abendteuer. Trotz, dass ich schon unzählige Male geflogen bin in meinem Leben musste ich noch nie den Flughafen wechseln.
Also Gepäck geholt und raus zum Shuttlebus zum Flughafen Paris Orly.
Das Ticket für diesen hatte ich schon in Frankfurt bekommen, aber ich nahm mir trotzdem Zeit, da ich insgesamt 6 Stunden Zeit hatte.
Es standen nur 5 andere Personen an und der Bus fuhr angeblich alle 20 Minuten. Nach 40 Minuten in der prallen Sonne fing ich allerdings so langsam an daran zu zweifeln.
Die Menschenschlage umfasste inzwischen ungefähr 100 Personen und noch immer kein Bus in Sicht.
Nach 50 Minuten kam endlich einer und die hinteren der Schlange wollten direkt vorrennen. Hier ein großes Lob an das Personal dort, die diese aufhielten und uns, vorne in der Schlange, als erstes einstiegen ließen.
Wieso es so lange dauerte fanden wir auch recht bald heraus. Man fuhr nicht zum anderen Flughafen, man schlich!
An einem Werktag wöllte ich nie selber durch Paris fahren. Die Fahrt von normalerweise 45-60min dauerte fast 2 Stunden.
Gott sei Dank hatte ich so viel Zeit zum umsteigen, dachte aber schon an meine Mitreisenden aus Berlin, die sehr viel weniger Zeit hatten.
In Orly hatte ich noch Zeit und gönnte mir erstmal ein Baguette bevor ich meinen Rucksack eincheckte und mich so langsam durch die Kontrolle begab.
Bald war es Zeit zum bording und niemand aus meiner Gruppe war zu sehen. Ein bischen mulmig war mir schon aber als ich mich grade dazu entschloss ins Flugzeug zu steigen sah ich die anderen kommen.
Das Flugzeug, in welchem ich mich die nächsten 11 Stunden aufhalten sollte war sehr alt. Die Bildschirme wackelten, die Sitze hatten Flecken und auch sonst sah es nicht gut aus. Meine Reiseleiterin gerklärte später, dass es normal sei, da es sich um einen „Inlandsflug“ handeln würde.
Das Essen war gewohnt gut (und typisch französisch gab es eine Flasche Rotwein und einen Schnaps dazu), das Personal sah teilweise sehr gestresst aus.
Ich kann im Flugzeug ja schlecht schlafen und so kam ich am nächsten Tag, mit nur 1,5 Stunden Schlaf, in St. Denis, der Hauptstadt La Reunions an.

Der erste Eindruck
Die Gruppe stellte sich als eine bunte Mischung heraus. 6 Frauen, 2 Männer und unsere Reiseleiterin. Eine schöne, kleine Gruppe mit ganz unterschiedlichen, aber sehr interessanten Charakteren.
Unsere Reiseleiterin musste noch kurz etwas abklären, was uns Zeit gab uns schon einmal zu „beschnuppern“ und den Blick vom Flughafen, über St. Denis bis hin zum Piton des Neiges zu bewundern. Da oben würden wir in einigen Tagen bei hoffentlich genauso schönem Wetter stehen.
Ein Bus holte uns ab um uns nach Hell Bourg, unserer ersten Station, zu fahren.
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Hell-Bourg
In Hell-Bourg angekommen bezogen wir unser kleines Hotel „Relais des Cimes“. An der „Hauptstraße“ gelegen, die Zimmer mit eigenem Bad, sonst recht simpel ausgestattet.
Unsere Reiseleiterin schlug uns vor einen Spaziergang durch den Ort zu machen wozu wir natürlich alle trotz Müdigkeit nicht nein sagen konnten.
Hell-Bourg ist ein Dorf in dem Talkessen Salazi, 930m über dem Meeresspiegel gelegen.
Bekannt wurde Hell-Bourg in den 1830er Jahren, als Europäer heiße Thermalquellen entdeckten, diese ausbauten und das Dorf zum Kurort machten.
Leider kam es 1948 zu einem Erdrutsch, ausgelöst durch einen Zyklon, welcher die Quellen verschüttete. Es wurde versucht durch Sprengungen noch einiges zu retten, jedoch wurde es dadurch nur noch viel schlimmer und das Dorf verlor den Status als Kurort.
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Dafür gehört es heute zu den Les Plus Beaux Villages de France („Die schönsten Dörfer Frankreichs“) als einziger Teil La Réunions.
Das liegt wohl nicht zuletzt an den wunderschöne kreolischen Villen von denen 26 neu restauriert wurden und die sich durch den ganzen Ort ziehen.
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Auch sehenswert ist der bunte Friedhof mit einem unglaublich schönen Ausblick über den Cirque de Salazi, sowie auf den Roche Ecrit.
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Nach einem kleinen Snack zur Mittagszeit hieß es Tourenbesprechung und packen, bevor es zum Abendessen kam, wo wir das erste Mal das traditionelle „Cari“ (Reis, Linsen/Bohnen, Fleisch/Wurst, Sauce Rougail) probieren durften.

Man muss es einmal ausprobieren – die erste Wanderung

↑940hm ↓369hm 18,47km

Da wir ein langes Trekking vor uns hatten gab es einen „Probetag“.
Wir packen unsere Rucksäcke für die nächsten 8 Tage, obwohl wir am nächsten Tag noch einmal an unser Hauptgepäck kommen sollten. Aber wir mussten schauen, dass wir unsere Kilos selber tragen können.
Nach einer Lagebesprechung liefen wir los, ein kurzes Stück durch Hell-Bourg und dann eine Steilwand hinauf.
Noch am Vortag konnte sich niemand von uns vorstellen, dass es auf diese Steilwand einen Weg gibt, aber den gab es. In Serpentinen nach oben schlängelnd bis hinauf zur Hütte auf 1500hm. Unterwegs gab es eine Seilbahn, die durch einen der Zyklone mal zerstört wurde und nie wieder aufgebaut wurde.
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Viele Jogger kamen uns entgegen oder überholten uns, die für den berühmtesten Lauf, den Grand Raid am trainieren waren.
Nach einer Pause an der Belouve Hütte durften wir unser Gepäck nicht absetzen, da es weiter ging.
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Diesmal durch den ursprünglichsten Wald der Insel. Ein wilder Höhentamarindenwald mit gut ausgebauten Waldwegen, auf denen es sehr bequem war zu laufen.
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Zwischendurch machten wir einen Abstecher zu einer der ältesten Tamarinden. Wirklich beeindruckend und weiter zum Aussichtspunkt „Le Trour de Fer“ wo uns leider erstemal Nebel überraschte.
Kurz klarte es auf für wenige Sekunden und somit liefen wir nach einer kurzen Snackpause wieder zurück zur Hütte.
Dort tranken wir erstmal unser „Ankunfst-Dodo“, das heimische Bier.
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Anscheinend noch nicht müde und zur Belustigung anderer Wanderer machten wir zuerst Dehnübungen, die schnell in Tanz, Gesang und Kraftübungen übergingen.

Die Belouve Hütte besteht aus Drei Gebäuden. Wir schliefen auf dem Dachboden, welcher aus einem Matratzenlager bestand. Dusche (mit warmen Wasser) und WCs befanden sich im gegenüberliegenden Gebäude und zum Abendessen (mhmm lecker Cari) mussten wir ca. 2min zu einem weiteren Gebäude laufen.
Schon hier bemerkten wir, dass es Gang und gebe war, dass auch noch ein Schnaps (Rum Arrangé) zum Essen getrunken wird – oder 2 oder 3.
Schon war die Überlegung da „Wie ich auf La Réunion zum Alkoholiker wurde“ als Buch zu verfassen.

↑23hm ↓579hm 4,43km

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Nach der ersten Nacht, wo sich schon herausstellte, wer schnarchte oder andere Angewohnheiten hatte, ging es nach einem ausgiebigen Frühstück zurück auf die Steilwand nach Hell-Bourg hinunter um ein letztes Mal fehlende Sachen einzukaufen oder ein paar Sachen aus dem Rucksack raus zu schmeissen, die wir doch nicht benötigten und/oder tragen mochten.
Der Bus holte uns ab um uns zu unserem Ausgangspunkt für unser Trekking, unterhalb des Roche Ecrits, abzuholen.

Aber das wird die nächste Geschichte.

Meinen allgemeinen Artikel über La Réunion findest du hier:
La Reunion – Wo bist du gewesen?

La Réunion? – Wo bist du gewesen?

Oft wurde ich nur komisch angeschaut, wenn ich sagte, dass ich nach „La Réunion“ fliege. Die meisten haben noch nie von dieser Insel auch nur gehört.
Bevor ich mit meinem Reisebericht starte, dachte ich mir, dass es angebracht wäre, euch etwas über La Réunion, mein Wunschreiseziel seit so langer Zeit, zu berichten.
Einfach damit ihr euch das alles ein wenig besser vorstellen könnt, denn eigentlich kann man diese wunderbare Insel nicht mir Worten beschreiben, da sie mit nichts vergleichbar ist.

Allgemein
La Réunion ist ein Übersee-Departement von Frankreich, nur erreichbar mit einem Flug über Paris.
Air France hat sämtliche Rechte ihre kleine Insel anzufliegen.
Früher hieß die Insel „Ile de Bourbon“, wurde aber umbenannt in „Ile de la Réunion“, was soviel heißt wie „Insel der Zusammenkunft“
Flächenmäßig etwa mit dem Saarland gleich zu setzen liegt Reunion im indischen Ozean, gehörig zu der Inselgruppe der Maskerenen zu denen noch Mauritius, Madagaskar und Rodriguez gehören.
Entstanden ist die Insel durch die Erhebung des bereits erloschenen Vulkans Piton des Neiges, vor ca. 3 Millionen Jahren.
Die ersten dauerhaften Siedler ließen sich um 1665 nieder.

Landschaft
Neben dem Piton des Neiges hat sich vor ca. 380.000 Jahren der Piton de la Fournaise aus dem Meer erhoben.
Letztere ist einer der aktivsten Vulkane der Welt mit einer Höhe von 2631m im Südosten der Insel.
Der höchste Punkt jedoch bleibt der Piton des Neiges relativ mittig gelegen und von 3 Talkesseln umgeben. Den sogenannten Cirques: Salazi, Mafate und Cilaos.
Ursprünglich gab es noch einen vierten Talkessel der heute der Forêt de Bélouve ist da dieser mit Lava aufgefüllt wurde.
Salazi und Cilaos sind größtenteils per Auto befahrbar und gut bewohnt.
Im Cirque Mafate sieht das ganze schon anders aus. Hier gibt es keine Straßen, nur steile Wanderwege. Einen Pfad, der länger als 5m geradeaus geht gibt es hier nicht.
An den Küsten ist La Reunion ziemlich flach, es gibt einige Städte, Touristenorte, Strände und eine Hauptstraße, die um die Insel herumführt.
Jedoch wird gesagt, dass man nur La Reunion gesehen hat, wenn man in den Cirques wandern war. (dazu dann auch noch mehr in den Reiseberichten)

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Klima, Flora und Fauna
Die Insel befindet sich in den Tropen, was nicht bedeutet, dass es nicht auch mal Nachts unter 10 Grad werden kann, sowie auf dem Piton des Neiges Minusgrade hat.
Es gibt unzählige Mikroklimen, was die Insel sehr abwechslungsreich macht. Auch ist das Vulkangestein ein sehr reichhaltiger Boden.
Leider gibt es auch immer wieder Zyklonen, die Teile der Insel zerstören.
Es gibt über 800 Endemiten unter den Pflazen. Darunter zum Beispiel die Höhentamarinde.
Auch die Vogel- und Tierwelt hat etwas für sich. Da gibt es zum Beispiel den Tenrek, eine Igelart mit nur wenigen Stacheln, die man moistens nur selten zu sehen bekommt.
Oder auch den Tec Tec, eine Schwarzkehlchen Art, welche die Wanderer begleitet. Es ist unheimlich süß, die kleinen Vögel verfolgen einen meistens und sind sehr zutreulich.

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Menschen, Sprache und Essen
Die Hauptsprache ist natürlich Französisch, jedoch findet sich im Hinterland auch noch häufig die ursprüngliche Kreol-Sprache.
Diese Sprache basiert auf dem Französischen, hat jedoch auch Einflügge des Magadasy, Hindi, Portugisisch und einigen mehr.
Die Menschen sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Im Gegensatz zu den “Metros”, wie die Franzosen des Festlandes dort genannt werden, sind sie sehr interessiert, sprechen häufig auch ein paar Worte Englisch oder Deutsch und bemühen sich notfalls auch mit Händen und Füßen.
Interessiert sind sie auch an allem.
Das Nationalgericht nennt sich “Cari”. Das ist Reis mit Bohnen oder Linsen, dazu ein scharfes Wurstgulasch oder eine andere Fleischart (einfach kleingehackt mit Knochen) und ganz wichtig Sauche Rougail.
Letztere wird mit Piments (sehr scharfen, kleinen Chilis) hergestellt in Verbindung mit z.B. Orangenschalen, Tomaten oder Gurken. Sehr scharf, aber auch sehr lecker.
Getrunken wird dazu Rum Arrangé. Rum mit eingelegten Früchten, meistens Ananas, Orangen, Geranium und vielen anderen.

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Anreise, Geld und anderes
Die Anreise erfolgt über Paris. Zur Zeit muss man noch bis Charles de Gaulle fliegen und einen Transfer nach Orly nehmen. Jedoch wird es ab nächstem Jahr auch Direktflüge von Charles de Gaulle geben.
Die Flugzeit beträgt ca. 11 Stunden und die Zeitverschiebung zu Deutschland +2 Stunden im Sommer, sowie +3 Stunden im Winter.
Die Währung ist EURO.
Von den Preisen ist La Reunion mit Frankreich zu vergleichen und somit im Gegensatz zu unseren Preisen recht teuer.

Ich hoffe, ich konnte euch schonmal eine kleine Übersicht bieten. Die Reiseberichte folgen in den nächsten Tagen – auf jedenfall war es ein guter Traum und sehr schön ihn zu verwirklichen.
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Die etwas andere Anreise nach Deutschland

Wie schafft man es 14 Tage von Mallorca nach Hamburg zu brauchen?
Richtig – man fährt mit einem Kreuzfahrtschiff und macht zwischendurch Halt an wundervollen Häfen.
Schon vor einigen Jahren hatte ich das Glück eine solche Reise unternehmen zu dürfen. Das war jedoch noch als Gast. Diesmal durfte ich die Reise arbeitend erleben.

Lissabon war wie immer eine Augenweide. Sie ist eine sehr saubere Stadt, voller Leben, vor allem vor einem Fußballspiel, welches ein Wochenende später dort stattfand.
Das Ozeanarium im Expogelände ist ein Besuch besonders wert. Aufgebaut wie ein Zoo ist es etwas für Jung und Alt. In der Mitte befindet sich ein Tank mit Wasser, welches 5 Olympia-Schwimmbecken füllen könnte. Dort leben alle Fische friedlich miteinander zusammen.
Außenrum gibt es 4 Ecken, die die 4 Weltmeere darstellen. Passend dazu immer typische Tiere, sei es ein paar unglaublich goldige Biber, ein paar Puffins oder Pinguine.
Die Becken sind riesig und man sieht, dass es den Tieren dort sehr gut geht.
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Der nächste Hafen brachte uns ganz in die Nähe des Jakobsweges. Nach La Coruna.
Ich wollte jedoch nicht nach Santiago de Compostela machen, da der Jakobsweg noch auf meiner Bucket-List steht und ich gerne Compostela erst sehen möchte, wenn ich vorher mehrere 100km gewandert bin.
Somit blieb in in La Coruna, welche sich als süße, kleine Stadt zeigte mit einem wunderbaren Archäologischen Museum.
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In Bilbao war grade der Tag der Museen und somit durfte ein Besuch im Guggenheim Museum nicht fehlen. Dazu muss ich jedoch sagen, dass mir moderne Kunst nicht sonderlich liegt.
Faszinierend fand ich jedoch das Videoprjekt „The Clock“.
Hierbei durchsuchte der Kunstler sämtliche Videodatenbanken und suchte sich Filmszenen zusammen, welche mit der Zeit zu tun haben. Wo man eine Uhr im Hintergrund sieht, oder aber über die Uhrzeit gesprochen wird.
Diese Szenen schnitt er zusammen und schon war sein Videoprojekt vollkommen und während man es schaut wird immer die aktuelle Uhrzeit angezeigt – Ja es funktioniert, wie ich feststellen durfte.
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Unser nächster Anlaufhafen war La Pallice, der Hafen von La Rochelle, eine süße, kleine, französische Hafenstadt.
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Le Havre hat mich etwas aus dem Ruder gebracht.
Nein, nicht Le Havre selber, aber Rouen. Ich habe mich neu verliebt – in diese Stadt. Frankreich ist normalerweise gar nicht mein Land – Rouen jedoch zeigte mir, dass es auch anders geht. Es regnete – nein – es schüttete in Strömen! Und doch ließ der Todesort von Jeanne D’Arc mein Herz höher schlagen. Viele kleine, bunte, Fachwerkhäuser, nicht eins wie ein anderes. Architektonische Meisterwerke wie sie im Bilderbuch stehen.
Auch Giverny, Monets Garten und Wohnhaus, sah trotz Regen einfach wunderbar aus.
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Brügge ist eine Stadt der Superlative. Sehr touristisch, aber ein Ort voller geschichtsträchtiger Bauten.
Nicht zu vergessen ist natürlich die Belgische Schokolade, die das Land natürlich ausmacht.
Zu Fuß ist Brügge wunderbar zu erwandern, alles ist nah beieinander und man erkundschaftet immer wieder neue, kleine Gäschen.
Was als Zusatz nicht fehlen darf ist dann natürlich eine Fahrt auf einer der Grachten mit einem offenen Boot. Teilweise geht es unter kleinen Brücken hindurch und fast glaubt man, dass es besser wäre den Kopf einzuziehen.
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Schon erkundschafteten wir das nächste Land. Um genauer zu sein, Amsterdam.
Die Stadt der Freiheit. Wieso Freiheit? Hier gibt es eine weiße, erlaubte Seite, eine schwarze, verbotene Seite und eine riesige Grauzone zwischendrinnen.
Wie sonst wäre es möglich, dass die Coffeeshops ganz legal Haschisch verkaufen dürfen, es jedoch in der Grauzone liegt ob sie neues einkaufen dürfen?
Wie kann es sein, dass ein Künstler einfach Kopfsteinpflaster aus dem Boden reißt, seinen eigenen Kunststein einbaut und niemand etwas dazu sagt?
Nur so was passiert in Amsterdam. Hier toleriert man so ziemlich alles und diese Lockerheit ist in der ganzen Stadt zu spüren.
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Das Einlaufen in Hamburg war etwas ganz Besonderes – etwas anderes.
Noch nie bin ich mit einem Schiff in einem deutschen Hafen angekommen und somit stand ich schon ziemlich früh auf um das Einlaufen schauen zu können. Und das bei einem wundervollen Sonnenaufgang – sehr emotional.
Schon beim Anlegen stand eine Freundin an der Pier um uns zu winken und als wir endlich das Schiff verlassen konnten war auch meine Mutter nicht mehr weit.
Es war ein komisches Gefühl wieder deutschen Boden unter den Füßen zu spüren. Vor allem weil ich in den Cafes alle auf Englisch ansprechen wollte.
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An dieses Gefühl müssen wir uns jetzt gewöhnen, denn unser Wechselhafen für den Sommer wird ein deutscher Hafen bleiben, auch wenn wir jetzt erstmal das Nordland, die Ostsee und den Baltikum erkundschaften.
Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt freue ich mich darauf am meisten, denn der Norden ist wie ein Zuhause für mich.

Wo fühlt ihr euch zu Hause?

Zurück daheim – ein kleiner Rückblick

Es ist November. Was bedeutet das? Genau, worldwhisperer ist erstmal wieder zurück.
Es war eine wunderbare Zeit, 6 Monate, 7 Tage die Woche in einer großen Familie zu arbeiten, durch dick und dünn zu gehen und eine menge Spaß gehabt zu haben, sowie viele tolle Orte gesehen zu haben.

Es war mein erster Vertrag, aber sicher nicht der letzte. Ab Januar bin ich dann wieder weg für 6 Monate 🙂
Bis dahin heißt es natürlich: Worlwhisperer ist zurück!
In meinem Urlaub hier werde ich diverse Sachen unternehmen, wie z.B. zusammen mit einer Arbeitskollegin, die zu einer super Freundin geworden ist, mein Auto, sowie meine restlichen Sachen aus Schweden zu holen und einen Roadtrip hinunter nach Deutschland zu machen für was wir uns ca. 3 Wochen Zeit nehmen wollen 🙂
Ein Entspannungsurlaub darf natürlich auch nicht fehlen und mal schauen was mir sonst noch so einfällt.

Verändert hat mich das ganze auch ziemlich stark. Zum ersten mal in meinem Leben besitze ich Schmuck welcher tatsächlich auch zueinander passt, ich weiß, wie man sich schminkt und ich habe das erste mal mit ein paar Kollegen Spaß daran gehabt Schuhe zu kaufen.
Als neuen Sport habe ich PowerPlate und PowerTower für mich entdeckt und werde dies wohl auch weiterführen, da ich gemerkt habe,dass ich, was den Ausdauersport angeht zwar fit bin, Muskelmäßig, grade im Rumpfbereich, dort aber noch einiges fehlt.
Eine neue Frisur habe ich auch. Noch nie hatte ich kurze Haare. Tja, was soll ich sagen, die Haare sind ab. Natürlich nicht gaaaanz kurz, aber einen Zopf kann ich mir nicht mehr machen 😉 Dazu sind sie von blonden Strähnen auch wieder auf braun-rot gewechselt.

Gesehen habe ich so viel in den letzten 6 Monaten, dass ich darüber gar nicht alles schreiben kann.
Folgende Häfen durfte ich bewundern:
Antalya – Kusadasi – Athen – Valletta – Monte Carlo – Ajaccio – Civitavecchia – Catania – Dubrovnik – Kotor – Bari – Korfu – Cagliari – La Goulette – Barcelona – Valencia – Malaga – Cadiz und Lissabon
Demzufolge war ich in folgenden Ländern unterwegs:
Türkei – Griechenland – Monaco – Frankreich – Italien – Malta – Kroatien – Montenegro – Tunesien – Spanien – Portugal

Damit ich euch wenigstens ein paar Fotos auch zeigen kann, habe ich Schröder natürlich immer mit dabei gehabt und fleissig fotografiert.
Ich hoffe ihr bekommt einen kleinen Eindruck dessen, was ich so in letzter Zeit erlebt habe.

Kusadasi
201305Kusadasi

Korsika – Prunelli Schlucht

201306Korsika

Alberobello

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Auf dem Ätna

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Valetta / Malta

20130922Malta

Dubrovnik / Berg Srdj

20130924Dubrovnik

Kotor

20130925Kotor

Paleokastritsa / Korfu

20130927Korfu

Monaco

20131001MonteCarlo

Rom / Vatikan / Petersplatz

20131003Rom

Küstenwanderung Sardinien

20131022Cagliari

Quadtour Tunesien

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Barcelona

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Valencia

20131026Valencia

Mijas

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Tarifa

20131029Tarifa

Der größte Entdecker von allen / Lissabon

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westlichster Punkt Europas / Portugal

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