Die Letzte und Beste

Wie ihr ja sicherlich gelesen habt, habe ich in den letzten 6 Monaten viel erlebt.
Trotzdem schulde ich euch noch einen Bericht von der letzten Route, welche auch gleichzeitig die schönste war.

Bergen kannte ich schon von der Nordkap-Route. Diesmal betrachtete ich die gemütliche Kleinstadt nicht aus der Vogelperspektive, sondern vom Boden aus. Auch hier hat die Stadt einiges zu bieten, auch wenn ein großer Schiffsbrand vor vielen Jahren einige Teile der Stadt niedergebrannt hat.
Die kleinen Gässchen im Stadtteil Bryggen lassen die Zeit stillstehen und man findet sich zu den Zeiten wieder wo in den Geschäften noch Lagerhallen waren und keine Souvenirgeschäfte wie heut zutage.
Das Wetter spielte diesmal nicht wirklich mit, was der Schönheit der Stadt jedoch keinen Abbruch tat.
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Als nächstes ging es nach Olden.
Auf der Nordkap-Route waren wir ja schon einmal in Geiranger – also ziemlich im selben Gebiet.
Auch wenn ich in Geiranger damals nicht wirklich raus kam durfte ich hier umso mehr die Natur genießen.
Dazu zählt auf jedenfall der atemberaubende See Oldevatnet, welcher sich wunderbar in die Berg- und Wasserfall Kulisse Südnorwegens einfügt. Sehr idyllisch.
Das eigentliche Ziel war jedoch der Briksdal-Gletscher.
Am Fuße des Wanderwegs gibt es Toiletten, Souvenirgeschäfte und Cafes und ab dort beginnt die Wanderung. – Okay, als Wanderung kann man es nicht unbedingt bezeichnen.
Die Wege sind gut ausgebaut, meistens geht man über geteerte Straßen. Der Grund dazu ist schnell gefunden, denn wer nicht laufen möchte, kann alternativ auch mit einem Trollwagen bis nahe an den Gletscher heran fahren. Trollwagen sind große Quads, Monkeys, auf denen mehrere Personen Platz nehmen können.
Der, ich nenne ihn mal weiterhin Wanderweg, geht über ein paar Stufen vorbei an eindrucksvollen Wasserfällen, bis zum Fuße des Gletschers.
Aufpassen muss man hier selber, dass man nicht zu nah heran geht. Aber auch von unten hat man eine super Sicht.
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Nach 2 Schifftagen während denen uns die See zeigte, was sie als Wellengang eigentlich so drauf hat kamen wir endlich in meinem geliebten Island an.
Für alle die mich noch nicht so lange kennen: Ich habe 6 Monate in Island gearbeitet und mich in das Land verliebt. Seitdem war ich nie wieder dort und somit war ich aufgeregt, wie es wohl werden würde.
Akureyri war – regnerisch. Sehr regnerisch, aber trotzdem habe ich mich direkt zu Hause gefühlt mit den ganzen „Herzampeln“ und Supermärkten in denen man Skyr kaufen kann.
Auch die Region um den Godafoss und Myvatn waren mir schon bekannt und ich genoß schon gesehenes noch mal ganz anders aufzunehmen.
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Isafjördur am nächsten Tag war mir weitaus unbekannt. Zwar bin ich während meines Island-Aufenthaltes auch schon einmal per Auto durch die Westfjorde gefahren, jedoch hatten wir damals nur 2 Tage Zeit für allen und die Erinnerung ist entsprechend gering.
Was für eine WUNDERBARE Stadt – Städtchen. Eingebettet in einen hohen Fjord, welcher durch die Eiszeit geformt wurde, umgeben von kleinen Wasserfällen hat Isafjördur seinen eigenen Charme.
Der Spaziergang auf den Trollsitz ist ein Muss um die Aussicht zu genießen. Hier soll der Sage nach ein großer Troll gesessen und die Berge, sowie die Landschaft geformt haben. Und wirklich sieht das Stück im Berg wie ein riesengroßer Sitz aus.
Der Weg ist mit 500m kurz, aber sehr steil. Oben gibt es ein Buch wo man sich eintragen kann, sowie einen Stempel.
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Reykjavik war mein persönliches Highlight. Allein schon deswegen da ich die 6 Monate in Hveragerdi, ganz in der Nähe, gearbeitet habe.
Mein Guide sagte auch direkt „I know you! You’ve been working around here, right?“… Faszinierend, dass er sich noch daran erinnern konnte, nur weil er damals Gäste in das Gästehaus brachte wo ich mal gearbeitet habe.
Ich bekam nichts von der selber mit, dafür aber vom Umland umso mehr.
Ein Höhelnabendteuer der besonderen Art, ganz abgelegen, heiße Quellen in Krysuvik und der Spaziergang auf einem Vulkankrater. All das gehörte zu meinem Tag.
So schön das auch alles war, etwas war noch schöner: Dass ich weiß, wo ich mal leben möchte. Kaum sah ich alles bekannte wieder, hätte ich weinen können vor Freude. Hier fühle ich mich zu Hause, hier will ich sein, genau hier werde ich mal sesshaft.
Es ist schön so etwas zu fühlen und genau zu wissen wie es in ein paar Jahren einmal sein wird. Ich habe jetzt ein Ziel und es fühlt sich gut an.
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Den meisten völlig unbekannt sind die Färöer Inseln. Viele wissen wo sich diese Inselgruppe aus 14 Inselgruppen, gehörig zu Dänemark, befindet, die wenigsten waren jemals selber dort.
Schade – wie ich feststellen durfte, denn diese kleinen Inselchen entpuppten sich als eins der größten Highlight der gesamten Reise.
Eine Natur, dazu eine Ruhe und freundliche Menschen, wie sie im Buche stehen.
Der Nebel in den Fjorden passte in das Bild von welchem man dachte ein Maler hätte Papier und Pinsel in die Hand genommen und das schönste Bild gezeichnet was ihm jemals möglich war.
Es war wie in einem Märchen, nur noch viel schöner! Zu schön um es in Worten auszudrücken.
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Der letzte Hafen war wieder in Norwegen, Stavanger. Viel von gehört, viel von geschwärmt worden und dank der kurzen Busfahrt konnte ich auch einen schnellen Einblick in dieses wunderschöne Städtchen bekommen.
Jedoch lag mein Ziel des Tages noch eine Fährfahrt, eine weitere Busfahrt und einen anstrengenden Fußmarsch entfehrnt.
Der Preikestolen. Dieses Wort steht für Predigerstuhl übersetzt und kommt aus dem Norwegischen.
604m hoch drohnt diese Felsplatte über den Lysefjord und bietet Ausblicke auf den türkisblauen Fjord und die umliegende Berglandschaft.
Der Aufstieg geht stetig steil bergauf über unterschiedlich große Steinstufen und weitläufige Plateaus.
Tausende Wandere beschreiten in den Sommermonaten diesen Weg, viele übernehmen sich, einige drehen nach der Hälfte wieder um – und doch war die Kanzel an diesem Tag brechend voll.
Ca. 2 Stunden sind für den Aufstieg vorgesehen, ich war nach 1,5 Stunden oben und konnte umso länger die Aussicht genießen.
Ein erfolgreicher Abschluss von 6 wunderbaren Monaten an Bord.
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Bis September habt ihr mich jetzt wieder in der Bloggerwelt – mehr oder weniger, denn nächste Woche geht es erstmal nach Österreich und danach die Woche für 2,5 Wochen nach La Reunion.

Vom Schnee im Sommer

Das ich ein absolutes Schneekind bin, brauche ich glaub ich niemandem zu erzählen, das ist allgemein bekannt. Dass es mich aber sogar freut im Sommer Schnee zu sehen, das können die wenigsten verstehen.

Aber ganz von vorne. Nach fast 3 Jahren in Finnland und 1 Jahr in Schweden fehlte mir nur noch Norwegen als Land zu erkundschaften.
Das wurde vor ein paar Wochen Wirklichkeit.

Schon in Bergen war ich verliebt. Im Nachhinein auch: Ich BIN in Bergen verliebt. Eine Küstenstadt wie sie schöner fast nicht sein könnte. Umgeben von 7 Bergen in einer zerklüfteten Küstenlandschaft gelegen, durchsetzt mit vielen Wanderwegen durch Wald und Wiesen wirkt es richtig idyllisch.
Aber auch Geschichte kann man wiederfinden. Vor allem im ältesten Stadtteil Bryggen wo die alten Lagerhäuser heute noch genauso schief aussehen wie früher, jedoch heute Souvenirläden und Cafes beinhalten.
Die alte Festung am Ende des Stadtteils wurde wieder neu aufgebaut, nachdem eine Explosion eines Bootes im Hafen diese fast komplett zerstörrte.
Die Menschen sind alle wirklich freundlich und herzlich.
Hier könnte ich mir durchaus vorstellen zu leben. Und das sage ich nicht sehr häufig.
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Geiranger. Was soll ich sagen. Leider war es mir nicht möglich die Aussicht von der Adlerkehre oder von Dalsniba genießen zu dürfen, da ich an diesem Tag andere Aufgaben hatte.
Die Schönheit des Fjords lässt sich jedoch nicht in Worte fassen. Die 7 Schwestern entfalteten sich in ihrer vollen Pracht und die Sonne brannte vom Himmel und es fühlte sich an, als sei man in ein Märchen hineingeboren worden.
Perfekter ging es wirklich nicht.
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Dann kam endlich etwas lang ersehntes: Honningsvag.
Die meisten werden jetzt denken „Honningsvag? Noch nie von gehört!“.
Dann will ich es euch leichter machen: Das Nordkap.
Ursprünglich wollte ich zum wirklich nördlichsten Punkt, welches nicht das Nordkap ist, Europas wandern. Jedoch empfing uns ein ganz spezielles Wetter dort oben: Schneesturm.
Somit fuhr ich spontan mit zum Nordkap mit einem Wetter, welches alle paar Minuten zu wechseln schien. Sonne, Wolken, Schneesturm, Schneeregen.
Aber genau das machte die Stimmung dort oben aus. Genauso sollte es sein. Sonnig kann jeder, aber im Norden sollte es Schnee haben und so war es auch.
Die Plattform selber ist genau wie es sich jeder von euch bestimmt schon einmal vorgestellt hat: Weltkugel, Cafe und Souvenirshop. Aber es lohnt sich wirklich.
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Als nächstes stand Alta auf dem Plan.
Die Stadt selber hat sich noch nicht auf Tourismus eingestellt, was man wirklich merkte. Hier gab es nicht viel zu entdecken wenn man in der Stadt blieb.
Der Staudamm bot da eine viel schönere Kulisse. Selbst bei Regenwetter beeindruckte der Altacanyon mit seiner Größer.
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Tromso ist im Gegensatz zu Alta voll und ganz auf Tourismus eingestellt.
Auf der einen Seite der Storsteinen, welcher eine wunderbare Aussicht auf die umliegende Berglandschaft bietet, auf der anderen Seite eine wunderschöne Altstadt die Shoppingherzen höher schlagen lässt.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist dann natürlich die Eismeerkathedrale, welche nach dem Vorbild von Eisschollen gebaut wurde.
Von innen eher wie einer normale Kirche, aber von außen schon faszinierend anzusehen.
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Alesund war eine gemütliche, kleine Stadt mit besonderem Flair mit seinen vielen Inseln die alle irgendwie unterirdisch miteinander verbunden sind.
Auch hier bietet der Hausberg Aksla einen wunderbaren Rundumblick über die Umgebung.
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Alles in allem hat mir Norwegen sehr gut gefallen, die Norweger sind allesamt sehr nett, einladend und ich verstehe sie aufgrund meiner Kenntnisse der schwedischen Sprache.
Ob ich dort leben könnte? Ich denke ja. Alles ist zwar sehr, sehr teuer, aber selbst die Reiseleiter vor Ort erzählten, dass man gut verdient und sich deswegen den Lebenstil dort leisten kann.
Irgendwann, sollte ich jemals sesshaft werden, ist somit meine Liste der Länder in denen ich leben könnte um eins erweitert worden und umfasst nun: Island, Neuseeland, Kanada, Schweden und Norwegen.

Eine Übersicht über meine letzten 6 Monate findest du hier: Coming home coming home – tell the world that I’m coming home