Der Jahresrückblick 2016

Überall höre ich „2016 war ein furchtbares Jahr“. Der eine oder andere hatte vielleicht wirklich ein schreckliches Jahr, andere sagen es nur, weil sie vielleicht immer noch nicht die große Liebe gefunden haben oder vielleicht nicht so viel abgenommen haben wie sie vorgehabt haben.
Aber ich kann euch sagen: Das Leben geht trotzdem weiter.

Andere haben vielleicht wirklich ein schlimmes Jahr in dem viel negatives passiert ist. Aber hier und da habe ich auch sehr gute und positive Jahresrückblicke gelesen.

War 2016 für mich ein gutes Jahr? Lasst es uns herausfinden!

Bereiste Länder: 35
Davon neue Länder für mich: 7 (Antarktis, Gibraltar, Litauen, Luxemburg, Algerien, Western Samoa, Fidji)
Angelaufene Häfen: 100
Davon neue Häfen für mich: 41
Kreuzfahrtschiffe: 5
Neues dazu gelernt: Aufgeben
Der schönste Zeit des Jahres: Ein Traum wurde wahr: Antarktis

Nach diesen vielen Fakten, schauen wir doch mal, was bei mir in den verschiedenen Monaten los war.

Januar – Februar

Im Januar beendete ich den ersten Vertrag auf einem, für mich neuen, Schiff – wenn auch bei der gleichen Reederei. Es war mein 5. und einer der besten Verträge, die ich jemals auf einem Kreuzfahrtschiff absolviert habe.

Auf Brown Bluff war es sogar für die Antarktis sehr warm

In der Antarktis wurde mein größter Lebenstraum wahr

Ende Januar war es dann soweit: Mein größter Lebenstraum ging in Erfüllung – mit der MS Fram in die Antarktis.
Und nicht gesponsort – NEIN – von hart erkämpftem Geld selber bezahlt.
Wenn ich an diese Wochen zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass es nur ein Traum war – ein wunderschöner Traum. Dann schaue ich mir die Fotos an und denke: „WOW – du bist wirklich dort gewesen“

Außerdem ging ich zu Besuch eine Woche auf das Schiff wo ich eigentlich auch arbeitete und genoß einmal die „Gäste-Seite“ der Kreuzfahrt.

März – Juli

Der Weg durch das Barranco

Der Weg durch das Barranco

Ein weiterer, mein 6. Vertrag für meine erste Reederei.
Während der vorangegangene Vertrag einer der schönsten war, galt das leider nicht für diesen. Es gab Zeiten in denen ich mich nicht mehr wieder erkannt habe.
Arbeitstechnisch war alles wie immer, alles lief gut, ich machte einen guten Job der mir auch an sich Spaß machte – aber irgendwie fehlte mir etwas. Es gab nichts neues mehr für mich und einiges außerhalb des Jobs lief auch schief.
Der Wunsch nach etwas neuem wurde so groß, dass ich beschloss der Firma den Rücken zu kehren und verließ nach 6 wunderbaren Verträgen diese Reederei.

Trotzdem nahm ich freiwillig am STCW – dem Sicherheitstraining für Kreuzfahrer, teil und habe dabei viel fürs Leben gelernt.

AugustSeptember

Die Salutkanonen der Oberen Barakka Gärten haben schon so manchen Touristen erschreck

Im August dachte ich noch, dass es bei meinen 28x Malta bleibt – inzwischen war ich 29x dort

Meinen Sommerurlaub verbrachte ich auf dem Schiff, auf welchem damals alles angefangen hat, auf welchem ich meine ersten 4 Verträge gefahren bin. Es war eine tolle Zeit mit ganz vielen, tollen, lieben Menschen und viel Entspannung.

Während meiner Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau, habe ich damals nahe der Luxemburgische Grenze gewohnt. Und habe es nie geschafft hinüber zu fahren.
Somit wurde auch das in diesem Sommer nachgeholt, mit ein paar tollen Wandertagen im Müllerthal.

Auch hier auf dem Müllerthal Trail sind die Wege gut ausgeschildert

1000 Wege – führen durchts Müllerthal

Kurztrips schiebe ich ja immer wieder zwischendurch ein und somit ging es natürlich wieder in einen Kletterpark – dieses Mal in Freudenberg. Auch im
heimischen Wald habe ich einige kleinere Ausflüge unternommen und mein (fast) täglicher Sport durfte natürlich auch nicht fehlen.

Ende September startete ich meinen Job bei einer amerikanischen Reederei. Einem kleineren Schiff mit internationalen Gästen und einem höheren Standart.
Noch dazu in einer anderen Position um mal etwas ganz neues auszuprobieren.

Alaska per Kreuzfahrtschiff war gigantisch

Alaska per Kreuzfahrtschiff war gigantisch

Oktober

Ihr habt sicherlich gemerkt, dass es sehr ruhig um mich geworden ist.
Liegt es daran, dass ich so viel mit dem Kreuzfahrtschiff dieser amerikanischen Reederei unterwegs bin? Nein – ganz im Gegenteil.

Im Oktober diesen Jahres habe ich etwas gelernt. Etwas, dass einem dickköpfigen Steinbock wie mir absolut nicht leicht gefallen ist. Ich würde sogar sagen, dass es eins der schwierigsten Dinge war, die ich jemals gemacht habe.
Ich habe eingesehen, dass mir der Job bei der neuen Reederei nicht gut tat. Die Gründe dafür waren viele verschiedene, welche zusammen gekommen sind.
Ausgeschrieben würde ich einfach sagen: Ich habe mich in meiner neuen Position nicht wohl gefühlt, habe das erste mal in meinem Leben einen Job gekündigt und bin von der Südsee auf eigene Kosten nach Hause geflogen.
Noch nie hat sich eine Entscheidung so richtig angefühlt!

Zu Hause hieß es dann Bewerbungen schreiben. Jedoch ist das leichter gesagt als getan. Im Außendienst (der einzige „normale Job“ der mir gefallen würde) braucht man jahrelange Erfahrung und alle Hafenagenturen die ich anschrieb, meldeten sich nicht bei mir.

Somit fing ich erst einmal wieder an im Reisebüro zu arbeiten, wenn auch nur ein paar Tage die Woche – aber besser als nichts.

NovemberDezember

Mittelmeer im Winter? Gar kein Problem!

Mittelmeer im Winter? Gar kein Problem!

Ende November bekam ich einen unerwarteten Anruf einer anderen deutschen Reederei und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Ich sage euch: SO habe ich mich noch nie auf einen Interviewtermin vorbereitet. Ich habe mich von oben bis unten rausgeputzt, war vorher nochmal bei der Massage und habe Kataloge auswendig gelernt. So sehr wollte ich diesen Job haben.
Schon eine Woche später, wurde ich zum Probearbeiten auf eines der Schiffe geschickt.
Kaum setze ich einen Fuß aus dem Flughafen-Transfer-Bus fühlte ich mich „zu Hause“.
Die kurze Zeit verging wie im Fluge, denn ich wäre am liebsten direkt auf dem Schiff geblieben. Es fühlte sich so richtig an dort zu sein wie noch nie zuvor. Ich wußte – und weiß – dass DIES der Job ist, dem ich für lange lange lange Zeit nachgehen möchte.
Nun bin ich natürlich nicht die einzige, die auf Probereise geschickt wurde und es heißt abwarten bis alle durch sind und hoffen, dass sie sich für mich entscheiden. Bitte, drückt mir die Daumen!

Andere Bewerbungen laufen natürlich auch – aber fest etwas Neues lässt noch auf sich warten.

Ansonsten mache ich zur Zeit einiges mit meinen Freunden und Familie und bin das erste mal seit langem wieder zu Hause über Weihnachten und Silvester. Das volle Programm mit Geburtstagen, Familienfeiern zu Weihnachten und 3-Stunden-Geschenke-Einpacken.

Wie ihr seht, passiert bei mir momentan nicht so viel, über das ich bloggen könnte. Natürlich habe ich noch ein paar Ideen, aber diese müssen erst einmal umgesetzt werden.

Kommen wir jetzt zum Fazit von 2016:
Im allgemeinen mochte ich das Jahr ebenfalls nicht. 2016 war wirklich ein blödes Jahr wenn ich es als ganzes betrachte.
Aber es gab natürlich auch tolle Zeiten.
Die tollsten Wochen, sogar meines Lebens, waren die Wochen in der Antarktis – DEFINITIV!
Der schönste Job des Jahres: Genau die 2 Wochen, die ich Probearbeiten durfte.
Die schönste Wanderung: Müllerthal-Trail in Luxemburg

Natürlich bin ich auch traurig darüber, dass es der Welt momentan überall so weh tut. Und durch das Internet habe ich das Gefühl, dass Angst und Schrecken noch mehr verbreitet werden als durch die reinen Medien wie TV oder Zeitung.
Trotzdem war ich dieses Jahr in Tunesien und auch in Algerien – und ich lebe noch. Die Menschen war unsagbar freundlich und ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt.
Aber leider gibt es ja immer 1000 Vorurteile, sobald etwas passiert. Aber ich habe schon immer gesagt, und sage es immer wieder: Lasst euch keine Angst machen, in jeder Nation gibt es „Bekloppte“, aber die Mehrheit jeder Religion, Nation, Hautfarbe, Kultur ist und bleibt ein friedliches und fröhliches Volk.

Ich bin gespannt was 2017 alles passiert – zumindest arbeitstechnisch bleibt es erst einmal sehr spannend.

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11 Gedanken zu “Der Jahresrückblick 2016

  1. connywr schreibt:

    Eigentlich fand ich 2016 auch nicht so berauschend. Aber ich werde deine Anregung aufgreifen und mal zusammenstellen was es so an Positivem gab. Vielleicht verändert das dann meine Einstellungen.

    • World Whisperer schreibt:

      Liebe Conny,

      vielen Dank für deinen Kommentar 😀
      Ja, irgendwie findet man immer doch nochmal etwas positives wenn man sich mal versucht nur an das Positive zurück zu erinnern 😀

      Liebe Grüße und guten Rutsch
      Mel

  2. Claudia und Maya in Schweden schreibt:

    Ich drück Dir ganz fest die Daumen dass es klappt mit dem Job!!!
    Für mich war 2016 auch nicht gerade ein berauschendes Jahr und ich hoffe sehr, dass 2017 besser wird.

    Der letzte Absatz in deinem Bericht gefällt mir besonders, denn genau so ist es. Idioten gibt es überall, aber deswegen darf man nicht ein ganzes Volk, eine ganze Religion etc. verurteilen.

    Guten Rutsch und alles Gute für 2017!
    LG Claudia

    • World Whisperer schreibt:

      Hey Claudia (Und Maya natürlich)

      oh ich glaube da sind wir wirklich nicht alleine mit dem „Hoffen dass 2017 besser wird“. Aber eigentlich kann es nur besser werden.
      Ich finde es schön, dass du das auch so siehst mit den Nationen. Wenn es nach „Bekloppten Weltweit“ geht, dürfte man gar nicht mehr das eigene Zimmer verlassen.

      Einen guten Rutsch wünsche ich dir und deiner Familie
      Mel

  3. Beate Franke schreibt:

    Liebe Mel,
    Leider haben wir uns im Sommer gerade verpasst ….
    Ich drück dir die Daumen für dein neuen Job.
    Ein guten Rutsch und viel Spaß im neuen Jahr

    LG Beate

    • World Whisperer schreibt:

      Oh dankeschön liebe Beate 😀

      Ja hab schon auf deinen Fotos gesehen dass wir uns echt nur knapp verpasst haben. Aber man sieht sich immer mal irgendwo wieder auf der Welt – auch wenn wir nicht mehr für den gleichen Arbeitgeber arbeiten 😀

      LG und guten Rutsch Mel

  4. martinazuengel schreibt:

    Liebe Mel,
    ich drücke Dir die Daumen, dass es mit dem neuen Job klappen wird. Und vielleicht klappt es 2017 ja auch mal wieder mit einer gemeinsamen Wanderung. Ich habe mir den Westerwaldsteig für 2017 vorgenommen. Vielleicht klappt es ja mit einer gemeinsamen Etappe.
    Guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches 2017
    Martina

    • World Whisperer schreibt:

      Liebe Martina,

      oh, das würde mich sehr freuen, wenn wir das im neuen Jahr nochmal schaffen werden. Allerdings weiß ich tatsächlich ja noch gar nicht, wann ich wieder auf Tour bin und kann somit nicht genau sagen, wann ich wo bin. Sobald ich da aber genaueres weiß können wir ja mal was ausmachen. Vom Westerwaldsteig kenne ich bis jetzt auch noch nicht so viel. Da komme ich gerne mal mit.

      Danke fürs Daumen drücken.

      Einen guten Rutsch wünsche ich dir, deinem Ehegatten und natürlich deinen 2 wundervollen Hundis 😀

      Mel

  5. Simone Betz schreibt:

    Ich drück alle Duamen und Zehen ❤ Wunderschöne letzte Worte. Ich mag da immer gerne Henry Dunant (den Gründer der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellsschaften) zitieren: "Tutti fratelli" – Alle sind wir Brüder ❤ Auf dass unser 2017 besser wird! Ich wünsch dir alles, alles Liebe!!!

    • World Whisperer schreibt:

      Oh danke meine liebe Simone,

      ja das stimmt – wir sind alle Brüder und Schwestern 😀 Ich zitiere da auch gerne Schandmaul „Narren sind bunt und nicht braun“

      Drück dich und ich hoffe man sieht sich mal wieder
      Mel

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