Die Aussicht genießen

Auf unserem Planeten Erde gibt es so viel zu sehen und jeder schreibt von seinen Erlebnissen in fernen Ländern oder auch einfach auf der anderen Seite von Deutschland. Von extremen Wanderungen, von Kreuzfahrten, von Erlebnissen mit fremden Kulturen.

Dabei liegt das schöne doch meist so nah. Nämlich in der unmittelbaren Nachbarschaft.
Ich habe das große Glück in einem kleinen Dorf mitten im Wald zu leben und gehe somit fast täglich Fahrradfahren, Walken oder auch Wandern.
Meistens ohne Ziel, einfach Zick-Zack um ein wenig Sport zu machen. Manchmal aber auch mit einem Ziel.

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal über eine Wanderung zum Druidenstein geschrieben.
Es gibt aber noch ein paar andere Ziele in unseren Wäldern, welche ich im letzten Sommer mal wieder ausführlich auskundschaftete.

Vorstellen möchte ich euch heute 2 Aussichtstürme, die es wissen sich gut zu verstecken, jedoch tolle Aussichten auf die Natur und teilweise sogar auf einige Orte zu geben.

Pfannenbergtum

Der Pfannenbergturm von unten

Der Pfannenbergturm von unten

Fakten
Der Turm steht auf dem Pfannenberg, der mit 499,2m der höchste Berg Siegens im Stadtteil Eiserfeld ist.
Von oben habt ihr einen Blick in Richtung Siegen, ebenso aber in Richtung Westerwald und wenn ihr Glück habt bei gutem Wetter sogar aufs Siebengebirge.
Ursprünglich handelt es sich hier um einen alten Bergwerks-Förderturm der Grube „Pfannenberger Einigkeit“ in Salchendorf.
Anfang des 20. Jahrhunderts brach der Alte Schacht zusammen und der Förderturm wurde im Jahr 1933 als Aussichtsturm auf dem Pfannenberg aufgestellt.
Seit 1993 steht der Turm unter Denkmalschutz und wurde zuletzt 1999 renoviert.
Eine Tafel am Fuße der Treppen erzählt die Geschichte und Auskunftstafeln auf der Aussichtsplattform sagen euch wo ihr gerade hin schaut.

Aussicht vom Pfannenbergturm

Aussicht vom Pfannenbergturm

Wie komme ich dort hin?
Da der Turm wirklich mitten im Wald steht ist er von vielen Seiten begehbar.
Von Salchendorf kommend geht vom Altersheim erst leicht links und dann immer weiter geradeaus hoch. An manchen Kreuzungen sind auch Schilder angebracht, jedoch nicht überall, so dass ihr schnell den Weg verlieren könnt.
Von der Altenkirchener-Seite aus kommend findet ihr am besten euren Weg zur Kreuzeiche auf dem Höhenweg. Von dort geht es weiter in Richtung Römmel.
Am Römmel einfach geradeaus weiter den Berg rauf, dann einmal links abbiegen und immer weiter bergauf.
Die Wege sind teilweise steil und uneben, es gibt aber viele Bänke die zum pausieren einladen wenn ihr nicht sofort komplett durchgehen wollt.
Ich brauche mit dem Fahrrad von mir zum Turm etwa 50 Minuten und verzichte somit auf Pausen zwischendurch.
Die Aussicht von oben genieße ich jedoch jedes Mal.

Ottoturm

Nach langem Suchen den Ottoturm noch gefunden

Nach langem Suchen den Ottoturm noch gefunden

Fakten
Der Ottoturm steht auf dem 406,7m hohen Kahlenberg in der Nähe von Kirchen (Sieg).
102 Stufen führen über 15 Zwischenpodeste auf den 18,59m hohen Turm. (Die Aussichtsplattform liegt auf 17,34m Höhe)
Der jetzige Turm ist schon der zweite Ottoturm.
Der Erste wurde 1911 errichtet und war ein denkmalgeschützter Stahlfachwerkturm von 16m Höhe.
Otto Stein, ein Industrieller aus Kirchen stiftete den Turm gänzlich nachdem er merkte, dass seine erste Spende nicht ausreichen würde.
Im zweiten Weltkrieg mangelte es an Stahl und Eisen und es wurde überlegt den Turm einschmelzen zu lassen. Die Bevölkerung wehrte sich jedoch dagegen.
2006 musste der Turm geschlossen werden, da der Stahl marode wurde und die Besteigung ein Sicherheitsrisiko aufwies.
Im Jahr 2010 war es dann soweit: Ein neuer Ottourm wurde aufgestellt.
Der Blick von oben reicht von teilen des Siegtals bis hin zum Rothaargebirge und an guten Tagen ebenfalls zum Siebengebirge.

Die Aussicht vom Ottoturm

Die Aussicht vom Ottoturm

Wie komme ich dort hin?
Für alle von euch, die nicht so weit laufen möchten geht das ganz einfach indem ihr von Kirchen aus in Richtung Herkersdorf fahrt. Direkt vor der Ortseinfahrt ist linker Hand ein Parkplatz. Von dort aus führ ein kurzer Fußmarsch bis zum Turm, der jedoch auch bergan geht und über unebene Wege führt. Insgesamt jedoch nur ca. 600m.
Wieder von Kreuzeiche aus gehend einfach den Höhenweg folgen in Richtung Altenkirchener-Land. Hier geht es immer geradeaus bis der Ottoturm nach links ausgeschrieben ist. Kaum zu verfehlen.
Anders sieht es aus vom Druidenstein kommend. Hier habe ich die schmerzhafte Erfahrung gemacht dass es alles andere als angenehm oder leicht ist von dort zum Ottoturm zu gelangen. Einer der beiden Möglichkeiten ist zugewachsen mit Brennesseln und Dornen, während bei der anderen Möglichkeit nach unzähligen bergab und bergauf Fahrten mit dem Fahrrad irgendwann die Beschilderung aufhört und ich mich selber auf einmal mitten in Kirchen wiederfand. Gefunden habe ich ihn dann irgendwann trotzdem.
Die Aussicht von oben lohnt sich jedoch auch wirklich.

Ist es nicht manchmal so, dass wir alle immer in die Ferne blicken? Dabei liegt einiges schönes doch auch so nah.
Beide Türme lassen sich auf einer Tages-Fahrrad-Tour übrigens auch gut miteinander verbinden.

Jetzt würde mich echt interessieren ob jemand von euch schon einmal auf einem der beiden Türme war?

Advertisements

3 Gedanken zu “Die Aussicht genießen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s