Es ist Zeit zu gehen: Ein Rückblick auf meinen Urlaub vor Vertrag Nummer 5

Erstens kommt alles anders – und zweitens als man denkt

Vor 2 Monaten ging ich zum Arzt wegen meinen Fersenschmerzen. Und dann kam die Diagnose, die mein Sportarzt schon 6 Monate vorher vermutet hatte. Beidseitiger, entzündeter Fersensporn. 2-3x die Woche sollte ich nun in die Orthopädie fahren. Erst zur Reizstromtherapie und später zur Stoßwellentherapie. Dazu bekam ich starke Schmerzmittel verschrieben.

Ich sah meinen Urlaub genau vor mir: Arzt – Arzt – Arzt – Arzt -Arzt und zwischendurch vielleicht mal einen Abend mit meinen Freunden in der Umgebung essen gehen.
Nicht sehr abwechslungsreich – aber die Füße haben Vorrang. Immerhin habe ich noch vor, ganz viel von der Welt zu Fuß zu erkunden.
Ein wenig besser ist es sogar über die letzten Wochen geworden – weg ist es aber noch nicht.

Und dann kam alles anders.
Ich war fast jede Woche 2-3x beim Arzt. Aber dazwischen fand ich doch erstaunlich viel Zeit für andere Dinge.

Allen Voran verbrachte ich viele schöne Tage und Abende mit meinem kleinen, dafür aber sehr guten Freundeskreis zu Hause. Zwei Freunde schmissen eine Beach-Party, wir gingen Sushi und Flammkuchen essen und besuchen den Affen- und Vogelpark in Eckenhagen.

Doch damit nicht genug. Wer mich kennt weiß, dass ich, trotz Schmerzen, schlecht still sitzen kann.
So fuhr ich 3-5x die Woche mit dem Fahrrad bei uns im Wald. Über 300 Höhenmeter rauf und wieder runter, dazwischen kreuz und quer.
Wenn ich keine Lust auf unseren Wald hatte, packte ich das Fahrrad ins Auto und fuhr so einmal um den Biggesee bei gefühlten 35 Grad im Schatten. Als Gegensatz dazu fuhr ich beim alljährlichen Siegener Radwandern bei bewölktem Himmel und leichtem Regen mit.

Alles was ich zum Radfahren brauche

Alles was ich zum Radfahren brauche

Auch die Musik kam nicht zu kurz und ich schaffte es nach einigen Jahren endlich wieder meine bevorzugte Band, Schandmaul, live zu sehen. Auch wenn die Organisation in Gießen zu wünschen übrig ließ, war das Konzert einfach grandios.

Schandmaul

Schandmaul

In den nächsten Wochen wird es dann noch einen Bericht eines weiteren Konzertes geben. Das Papenburg Festival, welchem ich letztes Wochenende beiwohnen durfte. Hier traten unter anderem Cro, Fanta 4 und Mark Forster auf.
Wie es dazu kam? Da müsst ihr schon auf meinen Bericht warten.

Abgesehen von meinen langjährigen Freunden zu Hause, habe ich in meinen Verträgen an Bord viele tolle Kollegen kennen gelernt. Die meisten dieser besonderen Menschen sehe ich nach einem Vertrag leider nie wieder, es ist ein ständiges kommen und gehen. Einige jedoch werden zu richtig guten Freunden.
So besuchte ich Annika, die meine erste Vertrauensperson in meinem ersten Vertrag war, in der Nähe von Stuttgart mit dem Postbus. An dem wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres liefen wir durch den Europapark. Schwitzend, aber mit viel Spaß.

Poseidon mit Silverstar im Hintergrund

Poseidon mit Silverstar im Hintergrund

Am zweiten Tag fuhren wir nach Stuttgart rein und schauten uns das Musical Chicago im SI-Centrum an. Mein erstes richtiges Musical nach langen Jahren.

Mit Sabine, mit der ich die letzten 3 Verträge durch dick und dünn gegangen bin und wir immer füreinander da waren, zu jeder Tag und Nacht Zeit, traf ich mich in Berlin.
Nach ein paar klassischen Sehenswürdigkeiten trafen wir uns mit Jenna, die ich ebenfalls aus meinem ersten Vertrag kenne.
Den nächsten Tag verbrachten wir mit weiteren bekannten und auch weniger bekannten Punkten in der Stadt bevor wir uns am Abend mit ein paar anderen Kollegen vom Schiff trafen.

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Am Anfang meines Vertrages habe ich noch gedacht, dass ich Deutschland diesen Sommer nicht verlassen werde, doch irgendwie schaffte ich es tatsächlich mir endlich einen Traum meiner Bucket List zu erfüllen und Beate, die ich von meinen letzten beiden Verträgen kenne und die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert, in Wien zu besuchen.
In zwei Tagen und leicht regnerischem Wetter spielte sie mir die Stadtführerin (ich wollte nicht Tourguide schreiben), zeigte mir alles, was wichtig ist und erklärte mir Dinge, wie zum Beispiel, dass es die beste Sacher Torte NICHT im Hotel Sacher gibt.

Schönbrunn

Schönbrunn

Und dann kam meine erste Pressereise. Angeboten bekommen habe ich schon mehrfach einen Trip oder freien Eintritt in diverse Attraktionen, aber ich war ja nie da. Und alles, was angeboten wurde, während ich zu Hause war, hat nicht in meinen Blog gepasst.
Dieses Mal passte es aber ganz gut und ich konnte mein 51. Land verzeichnen. Tschechien.
Was ich nie gedacht hätte? Dass mir dieses Land so gut gefallen würden. Prag muss ich unbedingt mal über mehrere Tage besichtigen und das Böhmische Paradies verschlug mir mit seiner Schönheit den Atem.

Auch für Ausflüge reichte meine Zeit überraschenderweise.
So schaffte ich es endlich mal in einen der vielen Kletterwälder in unserer Umgebung, nach Bad Marienberg auf den Westerwald.

Kletterwand

Kletterwand

Weil Regen mir nichts ausmacht fuhr ich mit dem Team meines ehemaligen Reisebüros nach Koblenz und machte eine schöne, wenn auch recht nasse, Segway-Tour entlang der Wein-Region des Rheins.

Gruppenfoto

Gruppenfoto

Zu guter letzt verbrachte ich das letzte Wochenende mit meiner Mutter in Hamburg. Das hatte ich ihr zum Geburtstag geschenkt. Inklusive einer Eintrittskarte für das Musical „König der Löwen“.
Das ließ sich natürlich wunderbar mit meinem Aufstiegshafen Kiel an einem Montag verbinden.
Und wenn wir schon einmal da oben waren? Klar, da durfte eine Führung durch die Meyer Werft in Papenburg nicht fehlen. Mit überraschender Fortsetzung auf dem Papenburg – Festival.
Die Berichte werden natürlich noch folgen in den nächsten Wochen.

Puh, wenn ich mir das so überlege, dann habe ich weitaus mehr gemacht als ich es mir hätte erträumen lassen diesen Sommer.
Wenn ich nicht unterwegs bin, habe ich gelesen und bin schon bei weit über 30 Büchern. Das wird ein langer Bücher-Jahresrückblick am Ende des Jahres.

Aber was passiert jetzt eigentlich?
Ich bin wieder für 4 Monate weg. Die meisten Häfen dieses Vertrages sind neu für mich. Ebenso das Schiff, denn das habe ich auch gewechselt. Aber der Reederei bleibe ich treu.
Es wird also definitiv nicht langweilig werden und je nach Möglichkeiten werde ich mich von unterwegs melden.
Das wird, wie immer, nicht so oft passieren, wie wenn ich im Urlaub zu Hause bin. Ich hoffe natürlich wie immer, dass ihr mir treue Leser bleibt und mir verzeiht, dass ich in den nächsten Monaten selten Internet habe.
Wenn ihr regelmäßiger von mir hören wollt dann schaut doch auf meiner Facebook-Seite vorbei. Hier werde ich eventuell häufiger dazu kommen ein Foto zu posten.

Was bleibt da noch zu sagen? Wir lesen uns!

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7 Gedanken zu “Es ist Zeit zu gehen: Ein Rückblick auf meinen Urlaub vor Vertrag Nummer 5

  1. gehlebt schreibt:

    Da hat sich ja trotz der gesundheitlichen Einschränkung (?) einiges getan. Wünsche dir eine schöne Zeit auf See. 🙂
    LG, Martin

  2. Dina schreibt:

    Ja da kann ich Gehlebt nur zustimmen, du hast dich ja trotz der Einschränkung viel bewegt und viel unternommen. Wir vier wünschen dir eine schöne Zeit auf See.
    Liebe Grüße,
    Dina, Klausbernd, Siri & Selma

  3. Thomas schreibt:

    Hallo Mel,
    gerade entdeckt dass du im Kletterpark in Bad Marienberg warst. Bei uns war dieser am späten Nachmittag (früher Abend) geschlossen und wir sind dann einfach durch den Wildpark spaziert. Sicher ist so ein Kletterpark was spannendes.
    Lg Thomas

  4. minibares schreibt:

    Dein Sommer war mehr als voll.
    Aber deine Füße sind immer noch nicht ganz heil.
    Liebe Mel, ein neues Schiff, hey, das wird ja total anders für dich.
    Dir alles Gute
    deine Bärbel, die dir treu bleibt.

  5. Tabitha schreibt:

    Oh, ich kann den Schock so gut verstehen. Ich hatte die Diagnose drei Monate vor dem Nepal-Trip ( inkl. 5 Tage Annapurna-Wanderung). Zum Glück war bis dahin wieder alles weg; nur die Untrainiertheit habe ich den Berg hoch doch teilweise gespürt;-)
    Ganz viel Spaß auf Deiner Tour!!!

    • World Whisperer schreibt:

      Hallo Tabitha,

      tja, ich habe die beiden kleinen Dinger jetzt schon seit fast einem Jahr — durch die Stoßwellentherapie ist es schon besser geworden – leider aber noch nicht komplett verschwunden – naja, mal schauen.

      Liebe Grüße
      Mel

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