Radwandern im Siegerland

Fahrradfahren wird immer mehr zu meinem Lebensinhalt – auch wenn ich noch immer das Joggen vermisse.
Um nicht immer die gleichen Routen durch unseren heimischen Wald zu fahren, fuhr ich vor ein paar Woche ja schon einmal um den Biggestausee.
Letztes Wochenende stand dann die 28. Randwanderung der Siegener Zeitung über 38km beginnend in Freudenberg an – da war ich natürlich dabei.

Die Ausschilderung in Freudenberg und die komplette Organisation war grandios. Das konnte ich schon sehen, als ich mir einen Parkplatz suchte und viele fleissige Helferlein die Plätze zuwiesen.

An der Kasse ging alles ganz fix, die 4,50EUR Startgebühr bezahlt, einen Getränkevoucher und die Startkarte bekommen und schon ging es los.

Maisfelder und Beschilderung

Maisfelder und Beschilderung

In der Gegend rund um Freudenberg war ich noch nie Radfahren, aber in meinen Kopf ging die Strecke häufig durch Dörfer und entlang der Hauptstraße – aber ich wurde eines besseren belehrt.

alter Eisenbahntunnel

alter Eisenbahntunnel

Zuerst folge der Radweg einer alten, verlassenen Bahntrasse und sogar durch einen 400m langen Eisenbahntunnel, welcher eins der Highlights auf der Strecke war.
Die Anstiege waren immer nur von kurzer Dauer und nicht sehr steil, weswegen die Wegführung keine Herausforderung für mich darstellte.
Jedoch ging es wunderschön durch die Natur, vorbei an riesigen Maisfeldern, Kuhweiden, Schafen, Bauernhöfen und grünen Wiesen.
Zeitweise auch immer mal wieder entlang der Hauptstraße – aber hier fuhren an diesem Tag mehr Fahrräder als Autos.

Feld mit Hauptstraße im Hintergrund

Feld mit Hauptstraße im Hintergrund

Die Beschilderungen waren perfekt gewählt. Gelbe und Weiße Pfeile zeigten den Weg und extra Warnschilder wurden aus dem ein oder anderen Grund angebracht.
Nur an einer Stelle, da zeigte ein Pfeil genau zwischen zwei Straßen. Wahrscheinlich ein Streich eines Anwohners. Ich folgte den Radfahrern vor mir den linken Weg entlang, nur um festzustellen, dass an der nächsten Kreuzung gar kein Schild war. Also lachten wir alle einmal herzlich, drehten um und fuhren wieder zurück um den rechten und damit auch richtigen Weg zu nehmen.

gute Beschilderung

gute Beschilderung

Schon nach 55 Minuten hatte ich die ersten 18km hinter mich gebracht und kam an der Wendener Hütte an. Diese diente der Tour als Zwischenstopp. Hier hieß es erst einmal runter vom Fahrrad und schieben.
Natürlich wurde auch einiges geboten. Die alte Mühle war zur Besichtigung geöffnet, für Kinder gab es eine Hüpfburg und natürlich war auch für Speis und Trank gesorgt.
Ich löste meinen Getränkegutschein ein und aß meinen Eiweißriegel während ich die Mühle besichtigte.
Auf einmal kamen hunderte von Radfahrern gleichzeitig und ich wusste, dass es nun Zeit war aufzubrechen.

Wenden

Wenden

Weit kam ich nicht. Um genau zu sein nur bis zur nächsten stark befahrenen Hauptstraße. Hier gab es Gott sei Dank eine Ampel. Ein paar Radfahrer warteten auch schon auf das grüne Zeichen.
Gefühlte 10 Minuten später standen wir mit ca. 50 Radfahrern da und die Ampel tat: gar nichts! Dafür hatten wir alle Spaß. Ein paar Männer riefen nach vorne „Hat denn jemand gedrückt?“ und von vorne rief es in einem ironischen Ton zurück „Nein? Muss man das etwa machen?“
Nach einer so langen Wartezeit war es uns allen zu viel und bei der nächsten freien Lücke fuhren wir alle los, da wir der festen Meinung waren, dass man ca. 50 Radfahrer schon nicht übersehen wird.

Warten an DER Ampel

Warten an DER Ampel

Einige Meter ging es im Pulk weiter, bis sämtliche Überholmanöver vorüber waren und ich wieder etwas Platz um mich rum hatte.
Durch Wenden durch hieß es wieder die Hauptstraße überqueren. Auch hier war es sehr lustig, denn wir trafen alle wieder aufeinander und passten natürlich nicht alle zusammen auf die Verkehrsinsel in der Straßenmitte. Die Autofahrer nahmen das aber sehr gelassen.

Auch im zweiten Teil der Radwanderung gab es viel schöne Natur zu beobachten – nur leider fing es irgendwann an zu regnen und hörte für die nächsten 30 Minuten auch nicht mehr auf.
Viele Fahrer nutzen die Bäume um sich unter zu stellen, mein Motto aber war „Ich bin eh schon bis auf die Haut nass – da kann ich auch weiter fahren„. Ich bin da sowieso alles andere als zimperlich.

Alles was ich zum Radfahren brauche

Alles was ich zum Radfahren brauche

Ein Highlight im zweiten Teil war für mich eine sehr lange und steile Abfahrt auf den letzten Kilometern. Hier konnte ich richtig Gas geben und den Fahrtwind genießen.

Und schon ging es wieder zurück nach Freudenberg. 2 Stunden und 20 Minuten später kam ich zurück und präsentierte meinen Startzettel mit dem Stempel der Mittelstation. Und schon gab es sogar noch Geschenke. Eine Sonnenbrille, eine Urkunde und eine Medaille. Ziemlich kitschig, aber doch sehr nett gedacht.

Nachdem ich mein Fahrrad zum Auto gebracht hatte, lief ich noch einmal zurück um einen original Sejerlänner Riewekooche zu essen und ein Eis zu schlecken.
Außerdem schaute ich mich bei den verschiedenen Ständen um.
Hier gab es auch allerlei zu entdecken. Einen Stand der Siegener Zeitung, von dem besten Fahrradgeschäft im Siegerland „Bike Corner“ oder auch von der ADFC. Des weiteren war es möglich einen kostenlosen Seetest auszuführen.
Langeweile kam so keine auf.

Technik Museum

Technik Museum

Um etwas aus der Sonne zu kommen schaute ich mir noch das Technik-Museum an, welches an diesem Tag kostenlos geöffnet war.
Wenn ich etwas erwartet hätte, dann nicht das: Es war wirklich spannend.
Eine riesige Dampfmaschine, die sogar in Betrieb war, trieb diverse Maschinen an, es qualmte und dampfte. Sehr faszinierend.

Alles in allem war es ein toller Tag, trotz des schlechten Wetters. Nächstes Jahr werde ich, urlaubsanhängig, wieder mit fahren.

Zum Schluss hab ich noch ein paar Fakten für euch:

Der Weg

Der Weg

Teilnehmer: 2300 Personen (Quelle: Siegener Zeitung)
Strecke: 37,84km (laut meiner Polar M400 – Im Tunnel gab es jedoch kein GPS-Signal)
Höhenmeter: 275m hoch und 275m runter
Meine Zeit: 2 Stunden 20 Minuten

Die Strecke ist für die ganze Familie geeignet. Es gibt wenige Steigungen – und wenn, dann sind diese nicht allzu steil oder nur sehr kurz. Eine wirklich gemütliche Tour.

Habt ihr schon einmal solch ein Event mitgemacht? Wie hat es euch gefallen?

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3 Gedanken zu “Radwandern im Siegerland

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