Mein Fernbus/Flixbus vs. Postbus

Keine Lust alleine im Auto weite Strecken zu fahren? Die Bahn ist mal wieder zu teuer oder fällt aufgrund von Kühen auf den Schienen aus?
Früher war hier schnell Schluss mit dem Vorrankommen – aber dafür gibt es seit einiger Zeit Fernreisebusse, die wie ganz normale Busse mit verschiedenen Linien durch Deutschland und dessen Nachbarländer fahren.

Eigentlich sitze ich in meinem Job schon oft genug im Bus, aber auf weite Strecken, wenn mir die Bahn zu teuer ist, nehme ich die lange Busfahrt gerne in Kauf.

Mein Fernbus und Postbus bin ich bis jetzt gefahren und möchte euch hier die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzählen.

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Die Unternehmen
„Mein Fernbus“ ist ein Eigenständiges Unternehmen, welches 2011 gegründet wurde. Seit 2012 hat die Firma Busse im Einsatz. Zunächst nur mit Haltestellen in 26 Städten, aber über die Jahre wurden es immer mehr.
Seit kurzem haben „Mein Fernbus“ und „Flixbus“ fusioniert und heißen jetzt „Mein Fernbus Flixbus“. Bis August diesen Jahres tüftelt man noch an einem neuen festen Fahrplan mit noch mehr Zielen.

Der Postbus hingegen ist noch ein recht junges Unternehmen. Es gehört zu der Deutsche Post Mobility GmbH. Seit dem Frühjahr 2014 erst fahren die gelben Busse durch Deutschland.

Das Streckennetz
Egal ob In- oder Ausland. Beide Unternehmen haben grenzüberschreitende Linien zum Beispiel nach Österreich, Italien oder Frankreich.
Hierbei ist das Streckennetz des „Mein Fernbus Flixbus“ mindestens doppelt so groß. Auch in vielen kleinen Städten wird gehalten, teilweise sogar an unterschiedlichen Haltestellen.
Dagegen ist das Streckennetz von Postbus überschaubar, wird jedoch ständig ausgebaut.
Doch der grüne Bus hat nicht nur mehr Haltestellen, er fährt auch öfter am Tag eine Strecke ab – so weit ist der Postbus noch nicht. Auf meiner Verbindung gab es eine Direktverbindung am Tag. Hier passten mir aber die Zeiten am besten.

Das Gepäck
„Mein Fernbus Flixbus“ erlaubt 2 Gepäckstücke pro Person, sowie ein Handgepäckstück, während beim Postbus nur ein Gepäckstück und ein Handgepäck inklusive sind.
Bei beiden Unternehmen können zusätzliche Gepäckstücke, sowie Sperrgepäck angemeldet werden.
Haustiere sind, abgesehen von Blindenhunden, bei beiden Bussen nicht erlaubt.
Besonders gut fand ich beim Postbus, dass jedes Gepäckstück eine Banderole bekommt von der ein kleiner Abschnitt abgetrennt wird. Hier aufpassen: Diesen nicht verlieren, denn nur gegen dieses Stück Papier gibt es den Koffer oder Rucksack am Ende der Fahrt wieder.

Die Ausstattung der Busse
Hier liegt aus meiner Sicht der Postbus weiter vorne. Jeder Sitz hat eine eigene Steckdose und die Beinfreiheit ist enorm. Ich bin nicht sehr groß, konnte meine Beine jedoch bequem nach vorne ausstrecken.
Es war einfach sich ins WLan ein zu loggen, ebenso war dieses sehr schnell. Leider funktionierte auf der Hinfahrt mit dem Postbus das Mediencenter nicht. Dort werden jedoch normalerweise Filme gezeigt, ihr könnt Musik hören oder ein Buch lesen. Ganz wie es jedem beliebt.
Auch eine Toilette befindet sich im gelben Bus. Diese ist größer als diejenigen, die ich von normalen Tourbussen kenne und dazu um einiges sauberer.
Die hintere Reihe im Postbus hat etwas ganz Besonderes: Einen Tisch. Besonders praktisch für alle, die während der Fahrt noch an ihren Notebooks arbeiten müssen.
Auf der Fahrt gibt es verschiedene Getränke und Snacks an Bord zu normalen Preisen. Eine Flasche Wasser kostet zum Beispiel 1€. Da kann niemand meckern.
„Mein Fernbus Flixbus“ hat manchmal auch Steckdosen – jedoch nur vereinzelt. Hier müsst ihr also vorsichtshalber darauf achten alles aufgeladen zu haben. Das Wlan hatte immer mal wieder Störungen und war nicht das schnellste.
Die Toilette war hier eine ganz normale Bustoilette in der Mitte des Busses – klein und eng. Auch der Sitzabstand war etwas geringer als der des gelben Busses. Für mich jedoch auch hier kein Problem.
Snacks und Getränke gibt es hier natürlich auch für den kleinen Hunger oder Durst zwischendurch. Hier kann ich mich nicht mehr an die genauen Preise erinnern, aber sie waren auch vollkommen in Ordnung.

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Die Busfahrer
Hier beginnt die eigentlich lustige Geschichte.
Ich bin mit beiden Unternehmen jeweils die gleiche Strecke gefahren. Von Siegen nach Stuttgart.
Bei beiden Unternehmen war ich auf der Hinfahrt vollkommen zufrieden mit dem Busfahrer und auf der Rückfahrt war es das totale Chaos.
Die ersten Busfahrer des grünen Fernbusses waren sehr seriös. Sie begrüßten die Fahrgäste nach der Abfahrt und sagten die nächsten Haltestellen an. Außerdem wurde mit dem Gepäck geholfen. Bei Fragen wurde freundlich geantwortet.
Auf der Rückfahrt jedoch bekam ich einen Busfahrer der mit niemandem redete und seine Ansagen in einem Befehlston machte, dass einem ein Schauer über den Rücken lief. Sehr aggressiv.
Der Busfahrer auf dem Weg nach Stuttgart bei den gelben Konkurrenten war ein wirklich lustiger Vogel. Seine Ansagen nach der Abfahrt sowie vor dem nächsten Halt waren sehr lustig. Immer einen Spruch auf den Lippen unterhielt er sich auch gerne an den Haltestellen mit den Reisenden und machte viele Witze.
Beim Postbus ist der Busfahrer auch nicht alleine dabei. Es fährt immer noch jemand mit der für Gästefragen unterwegs, sowie für Snacks und Getränke zuständig ist. Das fand ich wirklich fantastisch, denn so wird der Fahrer nicht abgelenkt. Auch dieser war auf der Fahrt gen Süden sehr freundlich, ging immer mal wieder durch den Bus und fragte ob denn auch alles in Ordnung sei.
Auf der Rückfahrt war das „Duo“ im Bus eine Katastrophe. Niemand stellte sich vor, die Fahrtgäste wurden behandelt als wären sie Luft. Es gab keine einzige Ansage. Weder welche Haltestelle als nächstes kommt, noch wie lange wir dort Aufenthalt haben oder ähnliches. Wirklich enttäuschend.
Noch dazu fand der Fahrer seine Hupe unglaublich toll und hupte mehr als jeder Italiener in Italien.

Mein Fazit:
Mit beiden Unternehmen würde ich sofort wieder fahren denn beide haben ihre Vor- und Nachteile.
Ich würde euch vorschlagen die Preise, sowie die Fahrzeiten immer zu vergleichen und das Unternehmen zu wählen, welches besser zu euch passt.
Die Preise tun sich nicht viel. So habe ich jetzt 3 EUR weniger pro Fahrt beim Postbus bezahlt als bei „Mein Fernbus Flixbus“. Daran sollte es aber nicht scheitern.
Wichtig ist, dass ihr euch vorher gut über die Haltestellen informiert. In manchen Stellen wird kurzfristig die Straßenseite gewechselt und dann heißt es „Beine in die Hand nehmen“.
Die Busfahrer sollten auch nicht ausschlaggebend sein für das Unternehmen, denn, solange sie sicher von A nach B fahren, bin ich zufrieden.
Da der Postbus noch nicht so bekannt ist war der Bus relativ leer und jeder hatte eine Reihe für sich alleine während „Mein Fernbus Flixbus“ fast jeder Sitz ausgebucht war. Aber okay, letzteres Unternehmen ist um einiges bekannter.
Fernbusse sind meiner Meinung nach eine gelungene Alternative zu Auto und Bahn, die noch dazu sehr günstig ist.

Seid ihr schon mit den Fernbussen gefahren? Wie sind eure Erfahrungen?

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5 Gedanken zu “Mein Fernbus/Flixbus vs. Postbus

  1. Pia schreibt:

    Hallo! Interessanter Beitrag! 🙂 Ich bin vor Kurzem auch mal mir so einem Reisebus gefahren, und zwar bis nach Südtirol^^…ich muss sagen, als ich in meinem Hotel in Meran angekommen bin, war ich absolut geschafft!….Es ist eine günstige Alternative, aber wirklich entspannt fand ich es nicht….aber gut, dass ist ja auch immer „Geschmackssache“….Danke trotzdem für deinen Beitrag, lässt sich gut lesen! LG, Pia

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