Endlich wieder „grün“ sehen

In meinem letzten Vertrag ging es für mich von Deutschland nach Dubai – diesmal war es anders herum. Von Dubai führte mich der Weg zurück ins westliche Mittelmeer.

124 Tage durchgearbeitet
27 Schiffstage (Tage an denen wir nicht in einem Hafen waren)
13 Länder
27 Häfen

Im Orient fing alles an nach einem langen Flug.
Hier war mir schon alles bekannt. Immerhin war ich bis Januar ebenfalls dort unterwegs.
Ich kannte alle Regeln die es zu beachten gab, kannte fast alle Ausflüge, die Städte und die Landschaften.
Jeder hat ja eine andere Landschaftsart die einem gefällt. Ich für meinen Teil freute mich darüber, dass ich nur wenige Wochen in der Wüste verbringen würde und es dann endlich weiter ging in Richtung Europa – Richtung „grün“.

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Natürlich fiel der Abschied auch schwer, denn immerhin kannte ich inzwischen fast alle Reiseleiter und von einer Agentur bekamen wir sogar eine reine Tour, nur für unser Team geschenkt. Ein schöner Abschluss.

Trotzdem vermisste ich grüne Wiesen, Bäume, Sträucher und Temperaturen unter 45 Grad.

Somit hieß es am 01. April „Bye Bye Orient“ und wir machten uns auf den Weg ins Mittelmeer. Hier natürlich wieder durch den „Golf von Aden“ welchen wir wieder einmal ohne Piratenangriffe passieren konnten. Stops in Aquaba und Safaga waren natürlich auch eingeplant.

Endlich schaffte ich es diesmal die verlassene Felsenstadt Petra besuchen zu dürfen. Ein einzigartiges Kulturdenkmal. Ich kannte es von Fotos und Filmen, aber ich kann euch sagen, wenn ihr einmal dort steht ist alles noch viel größer und gigantischer als ihr es euch ausgemalt habt. Ein tolles Erlebnis.
Es ist tatsächlich ein anstrengender Fußmarsch und ich würde niemandem empfehlen die Pferde oder Eselkutschen dort zu benutzen. Die armen Tiere können einem nur Leid tun wie sie durch die engen Schluchten gehetzt werden.

Nach Safaga folgte der Suez-Kanal.

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Zurück im Mittelmeer freute ich mich am meisten über die letzten Schneereste auf den Bergen in der Südtürkei, die wir von unserem Hafen in Antalya aus sehr gut sehen konnten. Und natürlich über die grünen Bäume im Hafen.

Auch die 1,5 Monate im östlichen Mittelmeer waren wieder tolle, abwechslungsreiche Touren. Auch wenn ich jeden dieser Häfen schon kannte, so waren einige Ausflüge dennoch neu für mich.

Marmaris hat ein tolles Hinterland zu bieten, welches man am besten per Jeep erkundet. Hier geht es durch Flüsse, Pfützen und über abgelegene Wege. Gestoppt wurde unter anderem an einem bezaubernden Wasserfall mitten in einem Wald. Hier vermutete ich gar nicht, dass es wirklich so schön sein kann.

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Ebenfalls von Marmaris aus schaffte ich es diesmal zu den Felsengräbern von Kaunos.
Kaunos war eine Stadt in der Antike von welcher nur noch ein paar Ruinen übrig sind. Hin gelangt man über einen Fluss im Dalyan-Delta mit kleinen, offenen Booten. Und die fahren natürlich an den berühmten Felsengräbern vorbei, welche in den Felsen gehauen wurden.

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In Piräus lernte ich die Akropolis von einer ganz anderen Seite kennen. Mit einem Ipod in der Hand, welcher mich durch die Akropolis leitete und mir zeigte, wie es hier früher einmal ausgesehen hat.
Ihr müsst das wirklich mal ausprobieren. Stellt euch vor, ich steht vor dem Artemis-Tempel und seht auf dem Ipad wie das Gebäude früher einmal ausgesehen hat. Doch nicht genug, ihr könnt euch rein gehen und wenn ihr euch im Kreis dreht, dreht sich auch das Ipad im Kreis. Einfach gigantisch gut.

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Mein Lieblingshafen im östlichen Mittelmeer ist und bleibt jedoch Santorin. Was für eine Schönheit. Nicht nur, weil ich ein so großer Vulkan-Fan bin interessiert mich die Insel. Die weißen Häuser die sich auf der Kaldera-Wand anordnen geben einen tollen Kontrast zum größtenteils schwarzen Vulkangestein, durchdringt von weißem Bimsstein.
Vom höchsten Punkt der Insel, dem Profitis Iilas, hat man einen Blick über die ganze Insel.
Und natürlich darf bei keinem Ausflug die berühmte Stadt Oia fehlen mit den bekannten Postkartenmotiven.

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Weiter ging es ins westliche Mittelmeer, welches ich wie meine Hosentasche kenne.
Allein im ersten Vertrag fuhr ich 5,5 Monate lang nur im westlichen Mittelmeer und durfte bei der Überfahrt mein 26. Mal die wunderschöne Insel Malta besuchen. Diesmal sogar die alte Hauptstadt Mdina mit ihren tollen, kleinen Gassen.

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Von Mallorca aus fuhren wir unsere weiteren Touren. Endlich hatte ich die grüne Farbe in der Landschaft, nach welcher ich mich so gesehnt hatte. Alles blühte in verschiedenen Farben umrahmt von grünen Wiesen und Blättern. Einfach herrlich.
Und trotz meiner Erfahrung gab es noch immer neue Häfen für mich.

Ajaccio war früher immer mein Lieblingshafen und auch diese weiteren Anläufe bringen mich nicht davon ab, irgendwann einmal den GR20 wandern zu wollen.
Das abenteuerlichste Erlebnis war definitiv das Canyoning.
Auch dies ist und bleibt meine Lieblings-Outdoor-Sportart. Der Weg hoch in die Berge von Vizzavona ist sehr anstregend und mit einigen kleinen Kletterpassagen verbunden. Dafür geht es dann springend, schwimmend, rutschend und per Seil durch den Canyon wieder runter. Ein absoluter Spaß.

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La Spezia war für mich ein neuer Hafen und ist auf meiner Lieblingsliste der Häfen in die Top 5 gerutscht.
Von dort aus kann man so viel erleben. Vor allem Portovenere habe ich ins Herz geschlossen. Das kleine Dort erstreckt sich langgezogen entlang der Küste mit ihren vielen bunten Häusern und kleinen Gässchen.
Von der Kirche am Ende des Dorfes, wo viele Hochzeiten gefeiert werden, ist der Blick entlang der Küste beeindruckend.

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Auch in die mittelalterliche Stadt Lucca habe ich mich verliebt. Auf der Fahrt dahin dachte ich noch „Mensch, das sieht aus wie eine ganz normale Stadt“ und dann landeten wir vor eine riesigen Stadtmauer.
4,2km ist diese lang und umgibt die gesamte Stadt. So gut ist keine andere Stadtmauer aus dem Mittelalter mehr erhalten.

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Ob Natur auf Korsika und Ibiza, große Städte wie Rom oder Barcelona, kleine gemütliche Orte wie Portovenere oder Aix-en-Provence oder Jet-Set wie Monaco, Nizza, Saint-Tropez oder Portofino.
Genau deswegen mag ich das Mittelmeer. Es ist abwechslungsreich und vor allem sehr grün.

Als es dann alsbald hieß wieder zurück nach Deutschland zu fliegen freute ich mich, abermals, darüber den Temperaturen um die 40 Grad zu entfliehen.
Kaum Hoffnung geschöpft trifft die Hitzewelle Deutschland und als ich in Düsseldorf landete traf mich der Hitzeschlag noch um einiges mehr.

Jetzt heißt es erstmal wieder 2 Monate Urlaub.
Ihr erinnert euch sicherlich, dass ich die Alpen zu Fuß überqueren wollte. Das würde ich natürlich immer noch gerne tun, aber meine Füße haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Der Ausweichplan war, dass ich mit ein paar Freunden nach Mallorca fliege, auch das ist nach meinem gestrigen Orthopädentermin hinfällig geworden, da ich jetzt brav jede Woche 2x zum Arzt rennen darf.
Auch ich habe mir meinen Urlaub anders vorgestellt und weiß noch nicht richtig was ich euch die nächsten 2 Monate berichten soll.
Sehr wahrscheinlich wird es hier und da einen allgemeinen Bericht geben, aber leider bin ich nicht in der Lage wirklich etwas zu erleben, was mir das Herz natürlich bluten lässt.

Trotzdem werde ich nicht nur zu Hause rumsitzen. Ich hoffe die ein oder andere Freundin bzw. den ein oder anderen Freund für ein paar Tage besuchen zu können. Segway-fahren an der Mosel steht an und hoffentlich ein Besuch in dem ein oder anderen Freizeitpark.

In diesem Sinne freue ich mich natürlich über alle Leser, die mir trotz meiner längeren Abwesenheit treu geblieben sind, sowie über alle neuen Leser die jetzt ihren Weg zu mir gefunden haben.

Was würdet ihr im Urlaub machen wenn ihr nicht verreisen könnt für 2 Monate?

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2 Gedanken zu “Endlich wieder „grün“ sehen

  1. minibares schreibt:

    Liebe Mel, dein Bericht ist wieder so herrlich, ich bin begeistert.
    Aber in der Wüste, da hast du es ausgehalten? Wahnsinn.
    Ja, Petra ist berühmt, und die Felsengräber würden mich auch interessieren.
    Wir haben ja jetzt immer „Urlaub“, lach.
    Aber meine vielen Termine geben uns nicht frei.
    deine Bärbel

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