Was tun bei Seekrankheit?

Ich selber kenne es (fast) gar nicht, aber durch meinen Job weiß ich, dass ein Großteil damit zu kämpfen hat: Die Seekrankheit.

Schon als ich noch im Norden arbeitete, habe ich mich mit dem Problem „Kälte“ auseinandergesetzt und was ihr am besten dabei tun könnt, dass euch warm ist/bleibt.
Jetzt kommen wir zur Seekrankheit, denn auch hier gibt es ein paar einfache Verhaltensregeln.

DSCN3994

Ursachen und Symptome
Die Seekrankheit gehört zur Reisekrankheit. Sie entsteht dadurch dass dem Körper widersprüchliche Signale von Lage und Bewegung gesendet werden. Wenn ihr also auf einem Schiff grade steht und alles um euch herum bewegt sich, dann denkt sich der Körper „irgendetwas stimmt hier nicht“ und schon wird vielen schlecht.
Die gute Nachricht ist, dass sich der Körper meistens nach 2-3 Tagen vollkommen daran gewöhnt hat und die Symptome abklingen.
Aber was sind die Symptome eigentlich? Erst tritt ein Schwindelgefühl ein, dazu kommt eine verlangsamte Reaktionsgeschwindigkeit und Ausbrüche mit kaltem Schweiß. Sollte es schlimmer werden, wird euch schlecht und wenn es ganz dicke kommt, dann müsst ihr euch sogar übergeben. („Die Fische füttern“ wie man auf Schiffen sagt)
Einige werden sogar richtig grün und blau im Gesicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Was tun bei Seekrankheit?
Ihr kennt sie vielleicht. Die Reisetabletten. In jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich. Wenn ihr also wisst, dass ihr schnell Seekrank werdet, dann am besten VOR der Reise eine Tablette oder ein Kaugummi nehmen. So beugt ihr dem Schwindel vor und nach einiger Zeit hat sich euer Körper eh daran gewöhnt.
Jetzt denkt ihr euch bestimmt „Dafür hätte sie jetzt auch keinen Bericht schreiben müssen. Das wissen wir selber“ – aber das ist ja noch nicht alles. Denn es gibt bessere Methoden als die Tabletten.
Da wäre zum einem die frische Luft. An der frischen Luft wird einem bekanntlich weniger schnell Schwindelig und so verhält es sich auch auf Schiffen. Also nicht in den Innenbereichen festkleben, nur weil man den Toiletten näher ist, sondern raus aufs offene Deck gehen.
Und da kommen wir auch schon zu dem nächsten Punkt. Wenn ihr draußen seid, könnt ihr direkt auf den Horizont schauen. Und der steht still (mehr oder weniger). Somit teilt ihr eurem Gehirn mit, dass die Bewegungen alle gar nicht so schlimm sind und schon werden die Symptome weniger und euer Körper beruhigt sich.
Wo wir schon zum letzten Punkt kommen: Füllt eure Mägen. „Ja klar“, denkt ihr euch jetzt, wenn eh wieder alles hoch kommt. Aber das ist ein Irrglaube. Natürlich solltet ihr keinen fettigen Schokoladenkuchen essen, sondern Gerichte, mit denen der Magen viel zu tun hat und somit abgelenkt ist.
Am besten geeignet dafür ist trockenes Brot. Es liegt „schwer“ im Magen und dieser kann erst gar nicht daran denken sich schlecht zu fühlen weil er mit etwas ganz anderem beschäftigt ist.
Natürlich eignen sich auch Reis, Nudeln oder Kartoffeln dafür.
Letztere Methode wende ich zum Beispiel auch gerne an, obwohl ich nicht so anfällig für die Reisekrankheit bin. Aber wenn wir in einen Sturm fahren und eine Warnung bekommen, dann gibt es für mich zum Abendessen 2 trockene Bötchen und alles ist gut.

Von Schiffsstabilisatoren und Stürmen auf See
Alle großen Passagierschiffe haben Schiffsstabilisatoren, die bei starkem Wind/Wellengang ausgefahren werden. Diese können auch individuell weit rausgefahren werden und fangen viele Stöße und Wellen ab.
Ab einer bestimmten Wellenhöhe nützen diese allerdings auch nicht mehr.
Ob ich schonmal in einem Sturm war? Ja natürlich. Obwohl – so natürlich ist das nicht. Vor 1,5 Jahren bin ich das erste mal arbeitend auf ein Schiff aufgestiegen und habe seitdem genau einen einzigen großen Sturm erlebt.
Also keine Angst, meistens ist es gar nicht so schlimm. Aber eins solltet ihr vor einer Kreuzfahrt wissen: Das Schiff bewegt sich – genau – es ist ja auch kein feststehendes Hotel und genau das macht den Reiz ja auch erst aus.

P1070735

Advertisements

2 Gedanken zu “Was tun bei Seekrankheit?

  1. Pit schreibt:

    Die Tipps stimmen alle, kann ich bestaetigen, aber: ich habe bei meinen Segeltoerns auch schon erlebt, dass bei einigen wenigen Mitseglern die Seekrankheit ueberhaupt nicht aufhoeren wollte. Da half dann – wenn ueberhaupt – nur, sich flach hinzulegen. Und zwei haben im naechsten Hafen einfach abgemustert. Einer meiner Skipper hat uebrigens gemeint, man muesse auf Seekranke, die es ganz schlimm erwsicht hat, sehr gut acht geben, weil sie in der Lage seien, ueber Bord zu springen, nur um das Uebel loszuwerden. Und nachdem ich erwachsene Menschen an Bord wie ein Haeuflein Elend habe hocken und bitterlich weinen sehen, glaube ich daran. Ich habe sie dann, wie in einem Sturm, einen Lifebelt anlegen und sich einpicken lassen.
    In leichteren Faellen soll uebrigens Ingwer helfen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s