Ich packe meinen Koffer – für eine Trekkingtour

Ich hatte schon einmal darüber berichtet, dass ich mich immer den Reisesituationen anpasse, was mein Gepäck betrifft.
Auch wie man sich am besten kleidet, wenn es richtig kalt ist habe ich schon einmal beschrieben.

Wie sieht es aber aus bei langen Trekkingtouren?
Genau das habe ich mich gefragt bevor es los ging nach La Réunion.
Bis jetzt kannte ich nur Tagestouren, oder 3-4 Tagestouren in Neuseeland. Also wie packe ich am besten.
Die Packliste von Wikinger war schon sehr hilfreich, letztendlich habe ich aber doch etwas anders gepackt.

8 Tage waren wir mit denselben Klamotten unterwegs und da gehört es sich schon wirklich gut ausgestattet zu sein.

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Der Rucksack
Ich bin ein großer Deuter-Fan und da ich die Auswahl hatte zwischen einem 24l Rucksack und einem 50+10l Rucksack, entschied ich mich für den letzteren.
Ich kann euch sagen, der war ganz schön groß – der größte von allen.
Natürlich müßt ihr große Rucksäcke nicht bis oben hin vollpacken. Das habe ich auch nicht getan.
Letztendlich müßt ihr aber daran denken, dass jeder Rucksack ein Eigengewicht mitbringt und das variiert natürlich je Marke, Ausstattung und Größe.
Nach La Réunion habe ich für mich beschlossen, dass ich vor der nächsten Trekking-Reise einen 35+10l Rucksack bekommen werde. Welchen genau weiß ich noch nicht, aber diese Größe scheint perfekt zu sein.
Eine große Auswahl an Rucksäcken und vielen weiteren Outdoorartikeln bietet zum Beispiel wildnisssport.de die auch sehr gute Beschreibungen mitliefern. Hier werdet ihr informiert über Größe, Gewicht und Verwendungszweck.
Das grenzt die Auswahl schon sehr ein.

Wanderschuhe und Stöcke

Wanderschuhe sind wichtig – und zwar die richtigen. Nehmt nicht einfach die günstigsten, sondern die, die passen. Ihr müsst mitunter 10 Stunden am Stück in ihnen gehen können über mehrere Tage.
Ich nehme seit Jahren schon Wanderschuhe der Firma LOWA. Ich habe beim letzten Schuhkauf auch andere Marken angehabt, aber für meinen Fuß sind einfach nur diese Schuhe gemacht.
Stöcke werden häufig unterschätzt. Wer von euch hat nicht schon einmal, grade beim bergab-gehen über schmerzende Knie geklagt?
Seit ich die Stöcke richtig einzusetzen weiß, hatte ich nie wieder Knieprobleme.
Bergauf eine gute Hilfe dem Körper die Last des Rucksacks abzunehmen, sollte man sie eher etwas kürzer halten.
Hinab werden sie verlängert, so habt ihr immer eine Stütze dabei um auch mal große Stufen zu meistern.
Beim geradeaus laufen ist ein 90 Grad Winkel der Arme sehr angenehm.

Nützliches auf Tour
Eine Stirnlampe sollte immer dabei sein. Wer weiß ob ihr von der Dunkelheit überrascht werdet oder mal auf einer Hütte übernachtet wo ihr diese Nachts braucht.
Ich habe viele Ausführungen von Stirnlampen (die hellste mit 1000 Lumen), hatte auf La Réunion jetzt zum Beispiel nur eine sehr günstige, aber dafür sehr leichte Lampe dabei. Hierbei Batterien nicht vergessen damit ihr nicht im Dunkeln steht.
Ein Seil hilft in vielen Lebenslagen. Zum Beispiel beim Waschen. Einfach zwischen zwei Pfosten oder zwischen Bett und Fenster spannen und schon könnt ihr eure frisch gewaschenen Sachen zum trocknen aufhängen.
Ein Taschenmesser kann ebenfalls in vielen Lebenslagen helfen. Sei es in Notsituationen oder auch einfach um sich zur Mittagszeit ein Brot schmieren oder ein Stück Wurst abschneiden zu können.
Eine Brotdose wiegt nicht viel und ihr könnt einiges darin aufbewahren. Nicht nur Essen, auch Steine, Blätter oder was auch immer ihr am Wegesrand findet.

Klamotten und Waschsachen
Bei den Anziehsachen ist Minimalismus gefragt.
8 Tage bedeuten nicht, dass ihr 8 T-Shirts mitnehmen müsst. Ich hatte genau 2 dabei. Eins an und eins im Rucksack, dass ich anziehen konnte, während das andere nach dem Waschen an meinem Rucksack trocknete.
Am besten ist es Funktionskleidung zu nehmen. Die ist leicht und trocknet rasend schnell.
Unterhosen reichen ebenfalls 2-3. Für Frauen hier ein kleiner Tipp am Rande: Slipeinlagen wiegen und kosten fast nichts. Und schon könnt ihr auch mal einen Tag länger ein Höschen tragen.
Für Socken gilt dasselbe. Hier hatte ich auch wieder genau 2 dabei. Ein Paar an, ein Paar im Rucksack. Bitte beachtet auch, dass ihr wirklich Wandersocken nehmt die euch passen – das ist ein ganz anderes Gefühl zum laufen.
Statt normalem BH gab es einen Sport-BH. Einen Ersatz im Rucksack, den ich letztendlich nicht brauchte.
Eine Wanderhose reicht vollkommen aus. Hier ist es sinnvoll eine Zip-Hose zu nehmen. So könnt ihr euch immer dem Wetter anpassen.
Es kommt darauf an welche Region ihr bewandert und wie Kälteempfindlich ihr seid, aber ich hatte auf La Réunion, trotz, das wir in den Tropen waren, einen Fließpulli, eine Mütze, Handschuhe und einen Buff dabei.
Wenn ihr in kälteren Gefilden unterwegs seid hilft es auch ein Set lange Unterwäsche dabei zu haben.
Regensachen sind ganz wichtig. Ich schwöre ja auf eine Regenhose und eine Regenjacke, auch wenn heut zutage die meisten einen Poncho nehmen. In einem solchen fühle ich mich allerdings unwohl und bis jetzt hat die Jacken/Hosen Kombination immer gut funktioniert.
Zum Waschen braucht ihr ebenfalls nicht viel. Zahnbürste, Zahnpasta, Shampoo – das wäre das minimalistischste. Denn mit Shampoo könnt ihr euch komplett waschen und eure Klamotten bekommt ihr damit auch noch sauber. Ich hatte zusätzlich noch eine kleine Tube Rei mit dabei und einen DEO-Kristall.
Als Handtuch/Duschtuch empfehlen sich auch wieder Reisehandtücher. Die sind klein, leicht und trocknen unheimlich schnell. Hier hatte ich ein kleines und ein mittleres dabei, wobei letztendlich das Mittlere gereicht hätte.

Medikamente und Erste Hilfe
In jeder Apotheke gibt es heut zutage ein „Reiseset“ mit Mullbinden, Pflastern, Tape, einer Warm/Kalt-Decke und weiterem Verbandszeug.
Abgesehen davon habe ich immer Blasenpflaster dabei. Man weiß ja nie.
Gelernt habe ich jetzt dass Hirschtalg den Füßen am Morgen auch sehr gut tut und das bilden von Hornhaut und Blasen mindert.
Weiter dürft ihr niemals die Sonne in den Bergen unterschätzen. Somit ist Sonnenmilch Pflicht und in vielen Gebieten ebenso das Mückenspray.
Früher hatte ich immer ein Gel dabei falls ich doch mal gestochen werde, bis mir zwei Engländer auf Borneo ZapperClick näher gebracht haben. Seitdem ist diese kleine Gerät mein ständiger Begleiter.
Eine Sonnenbrille schützt die Augen vor der UV-Einstrahlung. Für den Kopf nehme ich am liebsten ein Tuch oder eine Kappe.
Normale Medikamente solltet ihr auch dabei haben. Da wäre zum Beispiel etwas gegen Kopfschmerzen, Schmerzen allgemein, Anti-Allergika, etwas für den Magen und etwas gegen Durchfall.
Gebraucht habe ich außer Kopfschmerzen gott sei Dank noch nichts.
Last but not least natürlich einen Hüttenschlafsack. Die sind klein, leicht, handlich und man hat seine eigene „Decke“ um sich rum.

Essen und Trinken
Nüsse geben Energie und sind nicht schwer zu tragen. Somit habe ich immer etwas Studentenfutter und Müsliriegel dabei.
Wenn es sich um ein Trekking handelt wo man ab und an nochmal an einem Shop vorbeikommt reicht es, sich mit etwas Wurst und Brot einzudecken um den Hunger zu tilgen.
Solltet ihr länger unterwegs sein ist ein kleiner Kocher von Vorteil und ein paar Tütensuppen oder andere Fertiggerichte.
Ein Schokoladenriegel für die Seele habe ich eigentlich auch immer dabei.
2x 1 Liter Flaschen solltet ihr schon mitnehmen. Also insgesamt 2 Liter Wasser. Ob nun mit Trinkvorrichtungen am Rucksack, oder in Flaschenform. Ich habe je eine 1 Liter Flasche auf jeder Seite.
Und wenn es doch einmal nicht reicht? Aus frischen Quellen kann man das Wasser in den meisten Ländern bedenkenlos trinken. Und für alles andere gibt es zum Beispiel Micropur. Eine Tablette in 1 Liter Wasser, 2 Stunden warten und schon hat man wieder frisches, trinkbares Wasser.

Persönliche Sachen

Meine Kameras müssen immer mit. Genau, Kameras. Meine groß Olympus om-d em5, meine kleine Nikon Outdoorkamera und meine GoPro3+. Dazu jeweils 1 Ersatzakku, denn es gibt nichts ärgerlicheres als wenn die Kamera plötzlich versagt im schönsten Moment.
Geld in einem kleinen Geldbeutel mit den nötigsten Sachen und ein Handy gehören auch zu meiner Standartausrüstung.
Ein kleines Büchlein und 2 Stifte (einen als Ersatz) findet ihr auch immer in meinem Rucksack. Immerhin will ich das erlebte aufschreiben und mir nützliche Tipps und Tricks von anderen merken können.
Auch eine Kopie des Impfpasses ist immer zu empfehlen. Wenn euch etwas passiert weiß man wenigstens direkt Bescheid welche Impfungen ihr habt.
Wenn ich alleine unterwegs bin habe ich zusätzlich noch meinen mp3-player und mein Kindle dabei.
In der Gruppe habe ich es im Hauptgepäck zurückgelassen, denn hier hatten wir genug Unterhaltungen zwischendurch.

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Natürlich ist dies alles dem Trekking anzupassen welches ihr beschreiten wollt.
Wollt ihr campen? Dann braucht ihr natürlich noch ein Zelt, Schlafsack und eventuell Isomatte.
Dieser Bericht ist voll und ganz dem Packsystem für meine La Réunion Tour gewidmet.

Was nehmt ihr normalerweise mit? Hab ich etwas vergessen?

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8 Gedanken zu “Ich packe meinen Koffer – für eine Trekkingtour

  1. minibares schreibt:

    Liebe Mel, das hast du super geschrieben.
    ich versuche auch immer, so wenig wie möglich mitzunehmen in unseren Urlaub. Es wird jedesmal weniger, grins.
    Ganz liebe Grüße Bärbel

  2. Flögi schreibt:

    Hallo, ich würde so gerne noch viel mehr Berichte mit Fotos über Reunion bei dir lesen. Wir reisen im November dahin und wir planen viele Tagestouren, irgendwo in den Bergen schlafen, dafür bin ich einfach zu bequem, und finde ich ganz schön kompliziert es zu organisieren, da diese Hütten man schon viel voraus reservieren muß, ich möchte aber meine Wanderungen spontan entscheiden und nicht zu einem bestimmten Tag festbinden. Liebe Grüße

    • World Whisperer schreibt:

      Oh das mit den Tagestouren weiß ich auch nicht so genau.
      Roche Ecrit kann man auf jedenfall als Tagestour machen. Piton de la Fournaise ist auch an einem Tag machbar. Für den Piton des Neiges braucht man mindestens 2 Tage mit einer Hüttenübernachtung.
      Von Dos D’Ane kann man bestimmt auch einige tageswanderungen nach Mafate rein machen und dann z.B. mit einem Jeep zurück fahren von dem Parkplatz bis wohin die noch fahren können.
      Die Touristeninformationen sind aber super ausgestattet und es gibt wirklich gute wanderkarten. Es ist zwar wirklich alles auf französisch, aber die Leute sind sehr hilfsbereit.
      Wenn du noch Fragen hast melde dich doch einfach mal unter worldwhisperer(at)web.de

      LG

  3. flowerywallpaper schreibt:

    Du hast Erfahrung und hast das sehr leserlich hinüber gebracht. Die Dinge auf meiner Einpackliste meiner Urlaubsreisen mit Rad und Zelt sind ja auch immer auf das Sparsamste beschränkt. Was ich aber schon noch einpacke, ist eine ganz dünne lange Hose für die Nacht. Beste Grüße aus dem Gebirge.

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