Wenn die Sonne nicht mehr aufgeht…

Hier oben haben wir im Sommer 24 stunden Sonnenschein – für mich teilweise und auch anfangs Sommer immer kompliziert, da ich einfach schlecht schlafe wenn es taghell ist die ganze Nacht durch.

Dementsprechend dunkel ist es jedoch im Winter.
Jedoch nicht so, wie viele Menschen glauben.

Die meisten schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und fragen wie wir es hier oben aushalten wenn es 24 stunden lang dunkel ist.
Aber so ist es gar nicht.
Mal noch haben wir sowieso ca 1,5 stunden sonnenscheindauer und gar keine sonne haben wir eh nur für wenige wochen.
Gar keine Sonne bedeutet jedoch auch nicht 24 stunden dunkelheit.

Stellt euch vor bei euch zu Hause geht die Sonne unter – es wird ja nicht sofort dunkel.
Erst wird der himmel wunderschön rot (gutes wetter vorausgesetzt), dann wird es dämmrig und die sogenannte blaue stunde setzt ein – ein prozess mehrer stunden.

Und genau so sieht es hier aus für ungefähr 3-4 stunden.
Es ist wie eine wunderschöne Abend- oder Morgendämmerung, wenn gutes Wetter ist.
Bei bewölktem Himmel ist es natürlich etwas grau in grau, aber auch so Tage muss es geben.

Ihr habt vielleicht schonmal gehört, dass es in dieser Jahreszeit hier oben besonders viele Selbstmorde gibt und viele mit Depressionen zu tun haben.
Soooo schlimm habe ich es nie empfunden, schlucke aber auch fleissig jeden morgen D-Vitamin Tabletten und auch ich muss sagen, dass ich in dieser Zeit schneller gereizt bin als wie in der sonnigen Zeit, verspüre aber keine Depressionen oder ähnliches.
Allerdings sind wir auch immer so mit arbeiten beschäftigt, dass man manchmal garnicht mitbekommt, dass es schon wiedet dunkel ist… 🙂

und selbst wenn die dämmerung vorbei ist – es ist nie komplett dunkel, da der weisse Schnee super reflektiert und man seine umgebung noch immer super sehen kann 🙂

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20 Gedanken zu “Wenn die Sonne nicht mehr aufgeht…

  1. minibares schreibt:

    Im Sommer würde ich mir dicke Tücher vors Fenster hängen, damit es dunkel genug ist zum Schlafen.
    Wie schön, dass du das alles positiv siehst. Anders geht’s wohl auch nicht.
    Wieder so herrliche Fotos, wie die Sonne sinkt, wundervoll.
    Laufen die Hunde im Dunklen genau wie bei Licht?
    Liebe Grüße und einen guten Advent ♥
    Bärbel

    • carinzil schreibt:

      den hunden ist es egal ob es licht ist oder nicht – solange sie rennen dürfen ist ihnen alles recht 🙂
      das mit den tüchern vorm fenster mache ich auch 🙂 anders würde es auch viel zu heiss werden im zimmer 🙂
      lg mel

  2. kingtralala schreibt:

    Geniale Arbeit, die du da tust. Ich nehme mir bereits seit längerem vor, nach Finnland zu reisen und dort bei einer sleddog-Farm zu arbeiten. Ein längerer Aufenthalt fernab von der Stadt täte sicherlich sehr gut. Wie bist du denn dorthin gekommen? Ich würde zu gern per wwoof-ing mal versuchen, bei solch einer Arbeit zu landen 🙂

    • carinzil schreibt:

      ob es via wwoofing geht weiss ich leider nicht, aber gegen kost und logie nehmen die meisten huskyfarmen helfer an.
      Mein chef macht das auch, aber er will dann, dass die helfer länger als nur 2-3 wochen bleiben da es ja auch einige zeit dauert bis man eingearbeitet ist 🙂
      also merk dir explorethenorth.se wenn du wirklich mal anfragen willst 🙂

      • kingtralala schreibt:

        Merk ich mir auf alle Fälle 😀 Danke sehr! Habe ich wirklich schon seit längerem geplant, muss aber noch kreativ werden, was die Anfahrtsgestaltung angeht. Werde wohl auf Busse umsteigen, um die letzten Meter zu überwinden 🙂
        Und hab auch schon gehört, dass die meisten wollen, dass man zumindest einen Monat bleibt, bis man sich eingearbeitet hat. Versteh ich ja, sie wollen ja auch was davon haben 😉

  3. kbvollmarblog schreibt:

    Liebe Carin,
    ich habe das auch erlebt, als ich längere Zeit in Nord-Finnland lebte und auf Grönland war. Da gebe ich dir völlig recht, ich fand die arktische Nacht geradezu gemütlich. Okay, zu Beginn hatte ich Probleme mit der Zeit, da ich ohne Uhr nie wusste, wie spät es ist, später hat mich das nicht mehr gestört. Im Winter habe ich viel mehr geschlafen, um die zehn Std. tgl., was mir sehr gut tat, im Sommer schlief ich wenig, nur so um 6 Std., was mir nicht so gut tat (da war ich gereizter). Ich musste allerdings damals auch regelmäßig arbeiten. In der arktischen Nacht war ich äußerst kreativ, was intellektuelle Arbeit betraf (schreiben & lesen). Ich glaube, nur wer zum Depressiven neigt, wird in der arktischen Nacht depressiv. Sie kitzelt das sozusagen hervor. Bist du kein depressiver Typ, macht sie nicht depressiv. Was mir allerdings wichtig war: Jeden Tag in die Sauna zu gehen. Außerdem so dunkel, wie mancher es sich vorstellt, ist es ja nicht, besonders bei Nordlicht und durch die Albedo, die Reflektion des Mondlichts durch die gr. weißen Flächen.
    Ich finde es immer berührend, wie persönlich du in deinem Blog schreibst. Da fließen Erinnerungen bei mir zurück an glückliche Zeiten in der Arktis.
    Liebe Grüße aus dem noch ziemlich hellen Norfolk
    Klausbernd

    • carinzil schreibt:

      danke für deine immer wieder so lieben kommentare lieber klausbernd.
      Es geht mir so wie es dir erging, im moment schlafe ich 9-10 stunden, bin meistens so müde dass ich beim lesen oder fehrnsehen einschlafe nahc kurzer zeit am abend 🙂

      ich hoffe wenn wir ausgebucht sind werde ich weiterhin zeit haben regelmässig zu schreiben … wir werden sehen 🙂

      lg
      mel

  4. ulrichsblog schreibt:

    Danke für den spannenden Einblick! Meine Frau und ich machten unsere Hochzeitsreise vor 2 Jahren nach Island, wo wir uns auch ein wenig die besonderen Tageszeiten des Nordens zu Gemüte führen wollten. Ich weiß nicht, ob es Einbildung war, oder Realität, aber ich bilde mir ein, dass die Tage alleie innerhalb unserer Zeit vor Ort (12 Tage) um 3 Stunden kürzer wurden.
    Mich fasziniert jedenfalls die Tatsache, dass hell/dunkel, langer/kurzer Tag, warum/kalt nur eine Frage des geographischen Standpunktes ist.
    Irgendwie finde ich das sehr tröstlich, grad in den Nebel- und Kältezeiten des Winters.
    Danke für Deine Schilderungen, sie erhellen den Winter

  5. Gabi schreibt:

    Danke für die Erklärung. Als Mitteleuropäer stellt man sich diese „dunkle“ Zeit ja ziemlich schlimm vor, aber Du hast mich eines besseren belehrt. .-)
    Ich dachte auch, es wäre die ganze Zeit immer nur ganz dunkel.
    Da geht wohl der Sonnenaufgang fast direkt in den Sonnenuntergang über. 🙂

    Dass es an trüben Tagen natürlich dunkler bleibt, ist ja im Grunde genommen auch bei uns in Österreich so. An den ganz miesen, total bewölkten, grauen Tagen ist es ja manchmal auch den ganzen Tag über irgendwie dunkel draußen. Zumindest braucht man dann in den Räumen trotzdem den ganzen Tag das Licht.

    Und Du hast Recht. Wenn Schnee liegt, sind die Nächte sowieso viel heller.

    lg Gabi

  6. inschweden schreibt:

    Hi!
    Jetzt muss ich auch mal meinen Senf hier dazu geben. 😉
    Ich komme aus Wien und lebe seit 6 Jahren in Gävleborg (Mittelschweden sozusagen). Hier geht die Sonne im Winter kurz vor 9 Uhr auf und um 14.30 Uhr wieder unter. Ich denke mir immer, wenn ich in Wien im Büro war, war es auch noch recht finster als ich ins Büro kam und schon ganz finster wenn ich wieder heim ging… und genau so ist es hier auch.

    Dafür hat man hier einen richtigen Winter mit viel Schnee, klirrend kalter Luft (die aber viel angenehmer ist als in Wien weil es eine trockene Kälte ist) und der Schnee der so wunderschön unter den Schuhen knirrscht… ich liebe dieses Geräusch! 😉

    Und wenn man dann doch schon genug von der Dunkelheit hat… wird es ab Februar merkbar länger heller und man spürt den Frühling bis in die Zehenspitzen. Dieses „Erwachen des Frühlings“ ist nicht zu vergleichen mit einem Frühling in Wien finde ich. Man bemerkt hier jede einzelne neue Knospe, genießt jeden einzelnen Sonnenstrahl – man erlebt das alles viel intensiver.

    Und der Sommer, bei dem wir zwar um Mitternacht keinen richtigen Sonnenschein mehr haben, aber es noch taghell ist… das ist einfach jeden dunklen Tag im Winter wert!

    So, und jetzt wird es langsam Zeit in die Dunkelheit raus zu gehen und die 30 cm Neuschnee von der Garageneinfahrt wegzuschaufeln… aber auch das gehört zum Winter in Schweden dazu! 😉

    Liebe Grüße
    Claudia

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